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Dienstag, 12. Januar 2021

Rezension: "What I like about you - Mitten ins Herz" von Marisa Kanter

Halle und Nash sind beste Freunde, zumindest online. Doch dann stehen sie sich plötzlich im wahren Leben gegenüber

Bibliografische Infos:
Verlag: One
Reihe: nein
Originaltitel: What I like about you
Übersetzerin: Barbara Röhl
Erscheinungsdatum: 30.09.2020
Seitenzahl: 476
ISBN: 978-3-8466-0105-1


Klappentext:
Es gibt eine Million Dinge, die Halle Levitt und ihren besten Freund Nash verbinden. Sie lieben Bücher, können stundenlang reden ... Und trotzdem verschweigt Halle ihm, wer sie wirklich ist. Denn online heißt Halle Kels – ist berühmte Buchbloggerin und hat alles, was ihr im echten Leben fehlt: Freunde, eine tolle Community, Selbstvertrauen und natürlich Nash. Dann wechselt sie für ihr Abschlussjahr an eine neue Schule, und plötzlich steht Nash leibhaftig vor ihr – da ist Chaos vorprogrammiert!


Meine Gedanken:
Wer selbst als Blogger:in, auf Bookstagram oder Twitter aktiv ist, wird gleich einen Draht zur Geschichte und somit zu Halle und Nash haben. Denn die Beiden haben sich genau dort kennengelernt, woraus eine gute Freundschaft entstanden ist. Mit diesem Setting habe ich mich sehr wohlgefühlt, denn ich kenne es aus eigener Erfahrung und es hat mich viel auch an die Anfangszeit vom Bloggen erinnert.
Das Schriftbild wird gelegentlich durch Textnachrichten aufgelockert, was ich ebenfalls als sehr passend empfunden habe. 

Dementsprechend stehen nicht nur Halle und Nash im Vordergrund, sondern auch ihre Leidenschaften. Neben Büchern und lesen, sind es zeichnen und Cupcakes backen. Während des Lesens habe ich so Lust bekommen, selbst zu backen. Vor allem Halle brennt wirklich für ihren Blog und dem, was sie sich damit aufgebaut hat. Diese Passion war sehr authentisch dargestellt. 

Aber Halle ist natürlich keine Einzelkämpferin sondern hat Familie, um die es in der Geschichte ebenfalls geht. Gemeinsam mit ihrem Bruder Ollie wohnt sie bei ihrem Gramps und zu dritt bauen sie sich ein Leben auf. Dabei geht es um Trauerbewältigung, was Halle sicherlich auch in Form ihres Blogs macht. 
Ollie fand ich als Nebencharakter sehr gelungen, weil er einen guten Gegenpol zu seiner Schwester darstellt und ihr manchmal auch ein bisschen ins Gewissen redet, wie ich es ebenfalls gern getan hätte.
Zusätzlich sei zu erwähnen, dass man nebenher noch etwas über das Judentum und ihre Bräuche erfährt, was ich sehr interessant fand und mir bisher noch nicht so häufig in Jugendbüchern begegnet ist.

Nun zum Knackpunkt der Geschichte, dem im Klappentext angekündigten Chaos. Zwischendurch hätte ich Halle echt schütteln können und hätte komplett anders gehandelt als sei. Gleichzeitig konnte ich sie und ihre Entscheidung auch gut verstehen und nachvollziehen. Die Autorin hat diese Zwickmühle sehr geschickt und authentisch beschrieben. 
Für Halle war es die richtige Entscheidung, so zu handeln. Das mag man als Leser:in gut finden oder eben nicht. Dementsprechend wird man auch die Geschichte mögen oder nicht. 
Ich persönlich mochte es, denn Bücher und Geschichten brauchen auch unperfekte Protagonisten/-innen, die nicht immer die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt treffen.
Trotz des ganzen Chaos ging es mir am Ende vielleicht einen Tuck zu schnell. Ich fand es schön und habe mich sehr gefreut, aber möglicherweise hätten hier ein oder zwei Kapitel mehr auch nicht geschadet. 


Fazit:
Insgesamt eine schöne, niedliche Liebesgeschichte rund um Bookstagram, Blogs & Co. 
Mit Halle und Nash begegnen wir zwei tollen jungen Erwachsenen, die ihre eigenen Ecken, Kanten und Geschichten haben und natürlich ihre Leidenschaften. Ergänzt wird das ganze durch eine Portion Familie, Verlust und natürlich Liebe. 
Mir hat die Geschichte und ihr Verlauf gut gefallen. Auch wenn ich mich persönlich wahrscheinlich anders entschieden hätte, konnte ich Halle verstehen und mit ihr mitfühlen. Das wird vielleicht nicht jedem so gehen, aber hey wer möchte schon immer von perfekten Charakteren in Büchern lesen?

Montag, 30. November 2020

Rezension: "Zerrissen" von Michael Tsokos

Eine Leiche, eingenäht in einen Boxsack - doch wer steckt dahinter?

Bibliografische Infos:
Verlag: Knaur
Reihe: Teil 4 von bisher 4
Erscheinungsdatum: 01.10.2020
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-426-52549-4


Klappentext:
Dr. Fred Abel muss vor Gericht in einem besonders schweren Fall von Misshandlung aussagen. Bei dem Opfer, einem kleinen Mädchen, handelt es sich ausgerechnet um die Nichte seiner langjährigen Kollegin Sabine Yao. Das Verhältnis zwischen den beiden Rechtsmedizinern ist dadurch äußerst angespannt.
Währenddessen findet Privatermittler Lars Moewig, Fred Abels alter Freund, in seinem Kickboxclub eine grausam zugerichtete Leiche in einem Boxsack. Lars muss wissen, wer in seinem Club Männer in Sandsäcke einnäht und bittet Abel um Hilfe. Schon bald führen ihre Nachforschungen sie in die Welt der libanesischen Drogen-Clans. Eine Schattenwelt, in der es weder Gefangene noch Zeugen geben darf, seien sie auch noch so jung und unschuldig …

An dieser Stelle vielen Dank an den Knaur Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Meine Gedanken:
Den ersten Teil der Reihe um Fred Abel "Zerschunden" hatte ich damals ganz gern gelesen, aber irgendwie die Reihe aus den Augen verloren. Dabei finde ich True Crime spannend und war um so erfreuter, dass mich diese Buchpost vom Verlag erreicht hat. 

Dementsprechend kann ich sagen, dass man den vierten Teil auch lesen kann, ohne die Vorherigen zu kennen, da alles Relevante erwähnt wird. Denn Fred Abel steht hier vor einem völlig neuen Fall, der nichts mit den Alten zu tun hat. Für detailiertere Zusammenhänge schaden die anderen Bänder aber auch nichts. 

Was mir an diesem Buch, wie auch schon am ersten Teil, gut gefallen hat, ist, dass der Protagonist mal kein Kommissar oder so ist, sondern ein Rechtsmediziner. Da durch bekommt alles nochmals eine andere Sichtweise und wir als Leser/innen einen kleinen Einblick in die Obduktionen bzw Berichterstattung. Ich persönlich würde jetzt sagen, dass es nicht allzu blutig war, aber trotzdem ist das natürlich nicht für jeden etwas. Mir hat es gut gefallen und kennzeichnet die Reihe für mich aus. 

Die Geschichte wird aus zahlreichen Perspektiven in kurzen Kapiteln erzählt, was ich sehr gelungen und spannend fand. Hilfreich dabei auch, dass immer eine Orts- und Zeitangabe am Anfang der Kapitel war, so dass man schon ungefähr wusste, welcher Handlungsstrang gerade weiter erzählt wird. 

Aber nicht nur der Aufbau der Geschichte konnte mich überzeugen, sondern auch der Inhalt selbst. Die Fäden des Falls fand ich sehr gut miteinander verwoben. Selbst die, bei denen ich dachte, dass sie damit gar nichts zu tun hätten. 
Für manchen mag es vielleicht weit hergeholt erscheinen, aber ich denke, dass gerade in Berlin, dem Schauplatz der Geschichte, genau sowas möglich ist. 

Ich fand das Nachwort des Autors sehr interessant, in dem er quasi nochmal die True Crime Aspekte aufgegriffen hat und kurz erzählt, was er wie verarbeitet hat. Denn genau das habe ich mich beim Lesen auch ab und an mal gefragt, wie das in Wahrheit zusammenhing.

Fazit:
Ein wirklich spannender und gut ausgearbeiteter True Crime Thriller, der mit kurzen Kapiteln und verschiedenen Perspektiven gut Spannung aufbaut. Dazu trägt auch ein interessanter Fall bei, in dem die Hinweise gut gestreut und am Ende perfekt verknüpft werden. Währenddessen kann man mit raten und Vermutungen anstellen. Findet heraus, ob ihr richtig liegt. 
Zusätzlich steht mit Dr. Fred Abel ein Rechtsmediziner als Protagonist im Mittelpunkt, wodurch die Geschichte andere Blickwinkel bekommt. 
Man kann den vierten Teil der Reihe unabhängig von den anderen Büchern lesen, für die Geschichte der Hauptpersonen selbst und mehr Lesespaß empfiehlt es sich allerdings, in Reihenfolge zu lesen. 

Samstag, 21. November 2020

Rezension: "Final Control" von Veit Etzold

China gegen Europa - Chaos oder Überwachung?

Bibliografische Infos:
Verlag: Knaur
Reihe: nein
Erscheinungsdatum: 01.10.2020
Seitenzahl: 480
ISBN: 9783426307090


Klappentext:
Vielleicht hätte Tom den Teufel sofort erkennen können. Doch er braucht einen Investor, und der charismatischen Milliardär Dairon Arakis verfügt über die nötigen Mittel.
Als Tom begreift, worum es Arakis wirklich geht, ist es beinahe zu spät: Über ein riesiges Hedge-Fonds-Konsortium hat der Milliardär italienische Banken reihenweise in den Bankrott getrieben und Europa steht kurz vor einem Bürgerkrieg. Die Regierungen sehen sich vor eine Wahl gestellt, die vom Teufel selbst kommen könnte: totales Chaos oder totale Überwachung. In dieser Situation scheint die von Arakis angebotene chinesische Sicherheitstechnologie die einzige Lösung zu sein …

An dieser Stelle vielen Dank an den Knaur Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Meine Gedanken:
Eigentlich sind Polit-Thriller nicht so meins, aber das Thema Überwachung fand ich wiederum ganz interessant. Der Autor baut in diesem Buch ein sehr erschreckendes Szenario auf, von einem Europa, das nicht wirklich stabil ist, und der Riesenmacht China auf der anderen Seite. 
Ich weiß, dass es gut recherchiert ist, trotzdem habe ich mich beim Lesen natürlich gefragt, wie nah an der Realität das Ganze ist bzw ob es wirklich so schnell gehen kann und die Welt im Chaos versinkt.

Direkt am Anfang wird man mit ziemlich vielen Personen bzw wechselnden Perspektiven und Schauplätzen konfrontiert. Was auf der einen Seite wirklich gut Spannung und Dynamik aufbaut, ist auf der andere Seite auch erstmal nicht so leicht zu durchblicken. Etwas hilfreich war dabei auf jeden Fall das Personenverzeichnis am Ende. 
Ich kann absolut nachvollziehen, warum der Aufbau so gewählt wurde, was Perspektiven und Personen angeht. Es zeigt super, wie vernetzt die Welt miteinander ist und wie sich Veränderungen und Probleme auswirken. Für mich persönlich war es nur manchmal beim Lesen einfach zu viel, so dass es mich eher verwirrt hat. Dennoch fand ich das Ineinandergreifen der einzelnen Perspektiven sehr spannend und gut gelungen. 

Tom als Protagonisten mochte ich gern und ich konnte mich auch recht gut in ihn hineinversetzen. Im Gegensatz zu anderen Thrillern, bleibt er jedoch eher etwas unbekannter. Das mag aber auch wieder am Aufbau des Buches liegen.
Arakis als weiterer Protagonist hingegen bleibt noch wesentlich blasser. Auch hier hätte ich mir stellenweise viel mehr Infos über ihn als Person, seine Gedanken und Pläne vorstellen können. So wirkte er auf mich nicht so menschlich, wie ich es mir gewünscht hätte. Trotzdem ein interessanter Charakter. 

Stellenweise bin ich mir jedoch unschlüssig, in wie fern man mit Informationen überladen wird. Beim Lesen habe ich mich dabei erwischt, wie ich kurze Passagen eher überflogen habe, weil sie mir zu tief in die wirtschaftliche Materie gingen. Auf der einen Seite mag es für einige Leser sicherlich interessant und wichtig für die Story sein, für andere wiederum, wie mich, war es doch stellenweise eher abschreckend.
Dafür fand ich es toll, das chinesische Zeichen in den Text mit eingebaut waren und kurz erklärt wurden. Das hat gerade die Abschnitte aus China authentischer gemacht. 
Ebenfalls positiv anzumerken ist, dass englische Aussagen im Anschluss immer übersetzt wurden, so dass sich niemand außen vor fühlt beim Lesen. 

Grundsätzlich mochte ich das Ende und wie es in die Geschichte gepasst hat. Toms Reaktionen und Entscheidungen fand ich dabei gut ausgearbeitet und wie quasi auf das Ende hingearbeitet wurde auch. Nur das Ende hätte irgendwie nicht so glatt sein dürfen. 

Fazit:
Ein sehr komplexer Polit-Thriller zum Thema Überwachung, mit einem interessanten und erschreckenden Szenario. Insgesamt wirklich spannend gestaltet, aber durch die vielen Schauplätze und Personen vielleicht auch etwas erschlagend am Anfang. 
Dennoch spannend erzählt und miteinander verwoben, was ich anfangs noch für unmöglich hielt. 
Für diese Geschichte sollte man etwas Zeit mitbringen, um auch ihr Ausmaß und die Botschaft zu verstehen. 

Donnerstag, 24. September 2020

Rezension: "Ivy & Abe" von Elizabeth Enfield

Eine etwas andere Liebesgeschichte oder vielleicht doch nicht?

Bibliografische Infos:
Verlag: Diana
Reihe: nein
Übersetzerin: Babette Schröder
Erscheinungsdatum: 13.05.2019
Seitenzahl: 448
ISBN: 978-3-453-36040-2


Klappentext:
Ivy und Abe – zwei Menschen, die füreinander bestimmt sind. Sie begegnen sich zu verschiedenen Zeiten in ihrem Leben. Doch das perfekte Glück verpassen sie immer. Mal wechseln sie ein paar Worte in einem Café, dann trennen sich ihre Wege wieder. Ein anderes Mal haben sie eine Affäre miteinander. Später sind sie verheiratet, aber ihre Ehe steckt in einer tiefen Krise. Ihr Leben lang tragen Ivy und Abe etwas von dem anderen in sich. Innige Momente, in denen sie ihre Liebe spüren. Wird sie je von Dauer sein?


Meine Gedanken:
Beim Stöbern im Secondhand Buchladen habe ich dieses Buch aufgrund seines schönen Covers entdeckt. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht und vielleicht etwas an "Zwei an einem Tag" erinnert.

Anfangs war ich beim Lesen ein wenig verwirrt, denn die Geschichte wird rückwärts erzählt. Im ersten Teil sind Ivy & Abe um die 70, treffen sich nach vielen Jahrzehnten wieder und verlieben sich. Dabei war die besondere Spannung zwischen ihnen sehr gut spürbar.
Doch dann im nächsten Teil hält die Geschichte plötzlich ein anderes Setting bereit: Ivy & Abe sind etwas jünger und treffen erneut aufeinander.

So erzählt dieses Buch im Verlauf verschiedenste Szenarien: Ivy und Abe begegnen sich immer anders, mit unterschiedlichen Vorgeschichten und Konstellationen. Jedes Mal bleibt die Frage, wie es weiter geht. 
Durch diese sehr verschiedenen Abschnitte/Kapitel fehlte es mir stellenweise jedoch an Tiefgang. Manchmal hätte ich doch einfach gern noch ein paar mehr Details erfahren. Wo im ersten Abschnitte Gefühle und Knistern zwischen Ivy und Abe zu spüren waren, kam das im weiteren Verlauf nicht mehr so deutlich rüber. 

Irgendwie mochte ich diesen Aufbau der Geschichte und gleichzeitig hat er mich verwirrt. Denn manchmal habe ich Personen aus den verschiedenen Abschnitten nicht direkt zuordnen können oder durcheinander gebracht.
Die zentrale Frage fand ich allerdings sehr spannend und gut umgesetzt: Gibt es die eine große Liebe, den richtigen Menschen für den Rest des Lebens? Oder gibt es zusätzlich noch den richtigen Zeitpunkt für diesen Menschen? Vielleicht ist es auch nur eine Frage nach dem Zeitpunkt und zu verschiedenen gibt es auch andere große Lieben. 
Zugegeben über diese Frage denke ich auch immer noch nach. Ich persönlich glaube an die große Liebe und möchte vielleicht einfach daran glauben, auch wenn es naiv sein mag. Deshalb konnte mich die Geschichte gut abholen.

Fazit:
Insgesamt ein eher ruhiges Buch, was jedoch mit einer zentralen Frage und interessanter Umsetzung einher kommt. In immer anderen Lebensabschnitten begleiten wir Ivy wie sie Abe begegnet und beobachten genau diese Treffen und ihre Verläufe gespannt. 
Wer eine etwas andere Liebesgeschichte sucht, ist mit diesem Buch ganz gut beraten. Mir hat es ein paar lockere Lesestunden beschert, mich nicht zu Tränen gerührt. Muss es aber auch gar nicht.

Mittwoch, 29. Juli 2020

Rezension: "Wild - Sie hören dich denken" von Ella Blix

"Ein Wald, in dem alles möglich ist!"

Allgemeine Infos:
Verlag: Arena
Reihe: nein
Originaltitel: Wild - Sie hören dich denken
Altersempfehlung: ab 12 Jahre
Erscheinungsdatum: 01.05.2020
Seitenzahl: 376
ISBN:
978-3-401-60510-4


Klappentext:
Während einer Exkursion verschwindet die fünfzehnjährige Noomi auf rätselhafte Weise. Erst einen Tag später wird sie endlich gefunden: angsterfüllt und ohne Gedächtnis.

Verstörende Erinnerungsfetzen an eine blutige Jagd und massive Felsgipfel führen sie schließlich in ein abgelegenes Waldcamp. Was ist dort mit ihr geschehen? Auf der Suche nach Antworten folgt sie einer Spur tief ins Herz des Waldes. Doch ist sie bereit für die Wahrheit, die dort lauert?

Ein einsames Camp.
Ungezähmte Natur.
Ein Wald voller Mysterien.
Ein Geheimnis von zerstörerischer Kraft.

An dieser Stelle vielen Dank an den Arena Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Meine Meinung:
In der Geschichte begleiten wir vier Jugendliche in das Feel-Nature Camp für jugendliche Straftäter mitten im Wald. Jeder ist aus verschiedenen Gründen dort, die wir anfangs überhaupt nicht kennen und die vier untereinander auch nicht. Erzählt wird immer abwechselnd aus Sicht jedes Jugendlichen, was ich sehr gelungen fand. Wobei es mich gerade am Anfang noch verwirrt hat, bis ich die vier einander zuordnen konnte. Jedoch hat man da schnell den Bogen raus, denn die vier könnten unterschiedlicher nicht sein. So sollte eigentlich jeder seinen Liebling finden, wobei ich mit der Zeit mit allen ganz gut konnte.

Ein Lob für die Beschreibungen der Natur und vom Camp selbst. So bildhaft, lebendig und atmosphärisch, dass ich mich selbst gefühlt habe, als würde ich mitten im Wald stehen.  
Zusätzlich mochte ich den Verlauf der Geschichte, die kleinen Cliffhanger und Andeutungen an den Kapitelenden und wie langsam die Spannung aufgebaut wurde und ich unbedingt mehr erfahren wollte. 

Bis zum letzten Drittel der Geschichte hatte ich diverse Theorien, aber tatsächlich nur eine wage Vermutung, die auch nur in Teilen richtig war. Leider muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich den Klappentext der ersten Auflage nicht so gelungen finde, da er einem möglicherweise viel vorweg, wenn man einmal eine Vorahnung hat. 
Der oben eingefügte Klappentext ist von der zweiten Auflage, der deutlich besser und so spoilerfrei ist und einfach nur Spannung aufbaut. 

Die Auflösung selbst war zwar gut und rund, aber mir persönlich fehlte etwas. Selbstverständlich kann das Thema auch nur grob angerissen werden, aber dennoch finde ich, dass man hier hätte mehr ins Detail gehen können. Der Teil fiel also für meinen Geschmack zu kurz aus bzw wurde zu schnell erzählt.  

Vielleicht mag meine Einschätzung aber auch daran liegen, dass ich mit meinem Alter nicht mehr Original-Zielgruppe bin und allein der Tatsache wegen höhere Ansprüche habe. Oder aber natürlich, dass ich durch mein Studium eh Interesse an diesem Thema habe und da super viel zu wissen möchte.

Fazit:
Wen der Klappentext anspricht, sollte unbedingt mal rein lesen und und sich hoffentlich von der Geschichte und ihrer Spannung in den Bann ziehen lassen. Mich konnte beides überzeugen.

Spannung sowie eine spürbar tolle Atmosphäre bringen tolle Lesestunden. Die Grundidee fand ich gut umgesetzt. Jedoch hat mich gerade im letzten Drittel die Umsetzung ein bisschen enttäuscht. Das mag aber auch meinem Alter oder dem Interesse am Thema geschuldet sein. 

Übrigens finde ich es echt toll, dass das Buch auf Umweltpapier gedruckt wurde, quasi auch passend zum Thema Natur. Hat inhaltlich absolut nichts zu sagen, aber ich finde es gut und erwähnenswert vom Verlag! 

Montag, 6. Juli 2020

Rezension: "Blutgott" von Veit Etzold

"Nichts für schwache Nerven!"

Allgemeine Infos:
Verlag: Knaur
Reihe: Teil 7 von 7
Originaltitel: Blutgott
Erscheinungsdatum: 01.04.2020
Seitenzahl: 464
ISBN: 978-3-426-52408-4


Klappentext:
Ein Mädchen sitzt allein in einem schäbigen alten Abteil eines IC, der gerade Nordrhein-Westfalen durchfährt. Plötzlich öffnet sich quietschend die Tür: Eine Gruppe Jungen betritt das Abteil. Zielstrebig nähern sie sich den Fenstern und ziehen die Vorhänge zu. Was dann geschieht, jagt den hartgesottenen Ermittlern vom LKA Berlin um Patho-Psychologin Clara Vidalis Schauer über den Rücken … Und es bleibt nicht bei diesem einen außergewöhnlich brutalen Mord, verübt noch dazu von einer Gruppe Minderjähriger – bald schlagen die kindlichen Killer-Kommandos in ganz Deutschland zu. Clara Vidalis glaubt nicht an Zufälle. Und sie kann (und will) auch nicht glauben, dass die Teenager auf eigene Faust gehandelt haben. Was sie nicht ahnt: In seiner Welt ist ihr wahrer Gegner ein Gott. Und die Messen, die er von seinen Anhängern fordert, sind blutige »slash mobs«.

An dieser Stelle vielen Dank an den Knaur Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Meine Meinung:
Beim ersten Lesen des Klappentexts musste ich zunächst schlucken und fragte mich, ob mir dieses Buch nicht vielleicht zu krass ist.

Der Fall hat es tatsächlich auch in sich und ist wirklich nichts für schwache Nerven. Die Details, die der Autor beschreibt, waren hart an der Grenze, aber (meiner Meinung nach) nicht so krass, wie in Teil 6. Dort hatte ich das Gefühl, dass noch mehr ins Detail gegangen wurde, was nicht nötig war. Darauf wurde hier in geringerem Maß verzichtet. Dennoch habe ich manche Passagen nur überflogen, weil sie mir zu detailreich waren.

Ansonsten hatte der Fall eine Dynamik, die ziemlich viel Spannung aufgebaut hat und man irgendwie wegschauen und gleichzeitig doch wissen wollte, wie es weiter geht. Hier hat der Autor sich eine erschreckende Idee über eines unserer Gesetze aufgebaut - Straffreiheit für Täter*innen bis 14 Jahre. Gut gelungen und unglaublich perfide zugleich.

Das Wiedersehen mit Clara und ihrem Team hat mich sehr gefreut. Ich mag sie, ihr Team und die Zusammenarbeit ganz gern und habe die einzelnen Charaktere, ihre Persönlichkeiten und Eigenarten, über sechs Bände doch etwas ins Herz geschlossen. Aber irgendwie fehlte mir hier der gewohnte Ermittlungsstil. Es ist nicht verwerflich, im Dunkeln zu tappen, sondern im Gegenteil eher auch authentisch. Dennoch wirkte ihre Idee, um dem Täter näher zu kommen, etwas weit her geholt bzw war es eine sehr krasse, ungewöhnliche Maßnahme. Irgendwie spannend, aber gleichzeitig fragte ich mich, wie realistisch das tatsächlich wäre.

Leider hat mich das Ende eher enttäuscht. Von einer Auflösung hätte ich mehr erwartet. Auch wenn es die Reihe um Clara Vidalis ist, waren die Fälle an sich bisher immer komplett abgeschlossen. Dementsprechend lässt es mich sehr unbefriedigt zurück und auch die Wendung am Ende habe ich eher skeptisch beäugt.

Fazit:
Veit Etzold schreibt eindeutig nicht für schwache Nerven, denn der Fall hat es in sich. Falls ihr so etwas mögt, kann ich euch dieses Buch bzw die Reihe rund um Clara Vidalis empfehlen. Spannung ist auf jeden Fall vorhanden.
Der 7. Teil lässt mich jedoch sehr zwiegespalten zurück: Die Grundidee des Falls war echt gut, aber die Umsetzung und Ermittlung des lieb gewonnenen Teams nicht so rund wie gewohnt. Das Ende konnte mich leider nicht überzeugen, und auch kurz vorher fand ich die Entwicklung leicht fragwürdig.
Spannend ja - aber nicht die gewohnte Atmosphäre, die ich aus vorherigen Teilen der Reihe kenne und mag.

Donnerstag, 25. Juni 2020

Rezension: "Duftapotheke - Ein Geheimnis liegt in der Luft" von Anna Ruhe

Warum sind plötzlich alle Nachbarn so neugierig und was meinte der Junge von nebenan mit Gruselvilla? Versteckt die alte Villa tatsächlich ein Geheimnis?

Allgemeine Infos:
Verlag: Arena
Reihe: Teil 1 von 5
Illustratorin: Claudia Carls
Alter: ab 10 Jahre
Erscheinungsdatum: 15.01.2018
Seitenzahl: 264
ISBN: 978-3-401-60308-7


Klappentext:
In der alten Villa riecht es seltsam – nach tausend Dingen gleichzeitig. Es ist das erste, was Luzie an ihrem neuen Zuhause auffällt. Aber die Gerüche führen nirgendwohin und der Schlüssel, den Luzie unter einer Bodendiele findet, passt in kein Schloss. Gibt es in der Villa etwa ein verstecktes Zimmer? Gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder Benno und dem Nachbarsjungen Mats macht sich Luzie auf die Suche. Als sie in den verborgenen Teil der Villa vordringen, trauen die Kinder ihren Augen kaum: Auf deckenhohen Regalen reihen sich zahllose Duftflakons aneinander, in denen es nur so schillert und sprudelt! Doch in den Fläschchen schlummern nicht nur schöne Überraschungen, sondern auch jede Menge Gefahren.
Vor allem ein Flakon wäre besser für immer verschlossen geblieben…


Meine Meinung:
Der Einstieg in die Geschichte gestaltet sich zunächst angenehm, nimmt dann auch aber recht bald an Spannung auf. Zwischendurch wechseln sich ruhig-spannende Passagen mit dynamischen Kapiteln ab.

Die Idee hat mir ganz gut gefallen. Alleine der Titel hat mich schon neugierig gemacht. Denn jeder von uns kennt eine gewöhnliche Apotheke, aber was genau es mit einer Duftapotheke auf sich hat, wollte ich natürlich unbedingt herausfinden. Da hat die Geschichte meine Erwartungen eindeutig erfüllt.
Auch wenn hier noch ein paar Fragen offen bleiben, die dann in den Fortsetzungen beantwortet bleiben, wurde meine Neugierde befriedigt.

Ich mochte es sehr, wie wir nicht nur Luzie als Protagonistin haben, sondern auch ihr kleiner Bruder Benno und der Nachbarsjunge Mats immer mit von der Partie sind. So hatte ich noch mehr das Gefühl, als Gruppe von "Kindern" durch die Gänge zu schleichen, um ein Geheimnis zu entdecken. Eben so wie die kindliche Vorstellung ist. Außerdem kann sich so jede/r Leser/in mit einem von den dreien identifizieren.

Für mich steht fest, dass ich die Reihe weiter verfolgen werde. Ich mochte die Idee der Geschichte sehr und finde, dass der Autorin ein guter Einstieg gelungen ist. Aber sicherlich gibt es noch viel mehr zu entdecken und deshalb bin ich gespannt, was die drei in den kommenden Teilen noch so erleben.
Trotzdem ist die Geschichte nach diesem Teil in sich abgeschlossen.

Fazit:
Hier erwartet euch ein sehr schönes Kinderbuch. Eine alte Villa, die ein Geheimnis birgt und drei Kinder, die genau dieses entdecken wollen. Aber es ist nicht nur irgendein Geheimnis, sondern es scheint etwas magisch zu sein. Findet es am besten selbst heraus.
Nebenher gibt es noch liebevolle kleine und große Illustrationen, die gut zur Geschichte passen und gemeinsam mit dem Cover das Ganze nochmal lebendiger machen. Wenn man nicht bereits eigene Bilder im Kopf hat.

Ein schönes, spannendes Kinderbuch zum Entdecken.

Freitag, 26. Oktober 2018

Rezension: "Das große Los" von Meike Winnemuth

Sie gewinnt bei 'Wer wird Millionär' und lebt das Leben, von dem sie die ganze Zeit geträumt hat. Eine Reise um die Welt und zu sich selbst.

Allgemeine Infos:
Verlag: Penguin
Reihe: nein
Originaltitel: Das große Los
Erscheinungsdatum: 11.06.2018
Seitenzahl: 336
ISBN: 978-3-328-10268-7


Klappentext:
Wie ist es, wenn man das Leben führt, von dem alle träumen? Meike Winnemuth berichtet von einer unglaublichen Reise um die Welt: ein Jahr und zwölf Städte über alle Kontinente hinweg. Mit Tempo, Humor und viel Gespür für die Besonderheiten der Menschen erzählt sie von ihren Erfahrungen und zahllosen Aha-Erlebnissen. Ein inspirierendes Buch über den Rausch der Freiheit, das Glück des Zufalls und die Überraschungen, die man nicht zuletzt mit sich selbst erlebt.


Mein Lesegrund:
Irgendwie hatte ich dieses Buch schon unglaublich lange im Auge, weil es mich irgendwie fasziniert hat. Wer stellt sich schließlich nicht vor, im Lotto oder bei 'Wer wird Millionär' zu gewinnen, und was man mit dem Geld machen würde.


Meine Meinung:
Wir begleiten Meike Winnemuth auf ihrer Reise um die Welt und auch zu sich selbst. Denn mit dem Geld erfüllt sie sich den Wunsch, zu reisen. 12 Monate lang verbringt sie jeden Monat in einer anderen Stadt und lernt dabei viel über die Menschen und die Kultur. Denn sie lässt sich einfach treiben, macht touristisches Sightseeing, aber trifft sich auch viel mit Einheimischen, kommt ins Gespräch und entdeckt eben auf diese Weise unglaublich viel.

Vor allem wird sie sich bei dieser Reise immer mehr über sich selbst klar. Was sie möchte, was sie sucht und was sie glücklich macht. Denn sie hat im Prinzip Zeit und probiert Sachen aus, die sie immer schon mal machen wollte, aber angeblich nie Zeit hatte. Doch nach diesem Jahr stellt sie fest, dass Zeit und Geld nie das Problem waren. Denn ihre Arbeit kann sie problemlos von unterwegs erledigen.
Man muss sich die Zeit einfach bewusst nehmen, sich seine Träume erfüllen.

Dieses Buch ist somit nicht nur ein einfacher Reisebericht, sondern auch eine Reise zu unseren Wünschen. Denn ganz viel, das Meike feststellt, konnte ich so oder ähnlich nachvollziehen bzw konnte mich darin wieder finden. So gibt es also nicht nur den ein oder anderen Reisetipp, sondern auch Idee fürs Leben.

Der Aufbau des Buchs hat mir sehr gut gefallen. Aus jeder Stadt schreibt die Autorin einen Brief an jemand bestimmten. Jedes Mal an wen anders. Darin erzählt sie von ihren Erfahrungen und Erlebnissen. Aber sie lässt uns auch an ihren Gedanken teilhaben, ihre Ängste und Sorgen spielen auch häufig eine Rolle. Oder einfach ihr Glücklichsein, das man förmlich in den Zeilen spüren kann.
Am Ende jedes Briefes gibt es noch ein paar Fotos und eine 10 Punkte-Liste, welche Erkenntnisse sie aus der Stadt und dem Erlebten für sich mitnimmt.
Durch die Briefe hatte ich irgendwie das Gefühl, als würde sie mir persönlich ihr Erlebtes erzählen, was es nochmal greifbarer macht.

Fazit:
Ich habe es einfach so unglaublich gerne gelesen! Es war mir eine Freude, Meike auf ihrer Reise zu begleiten und ihre Erfahrungen und Gedanken zu lesen. Ich habe mir Markierungen für Reisetipps gemacht, aber auch interessante Gedanken zum Leben und zu unseren Träumen. Denn manchmal sollten wir einfach was wagen und die Zeit jetzt nutzen.
Genau das konnte Meike mir mit diesem Buch vermitteln.

Lest dieses Buch! Ihr werdet eure Freude daran haben, wenn ihr gerne reist. Oder wenn ihr einfach gerne Erlebnisse lesen möchtet. Wie jemand seinen Traum lebt, der nicht immer rosarot ist.

Sonntag, 13. August 2017

Rezension: "What if? Was wäre wenn?" von Randall Munroe

Hier werden wirklich die unglaublichsten Fragen vollkommen wissenschaftlich und witzig beantwortet. 

Allgemeine Infos:
Verlag: Penguin
Reihe: nein
Originaltitel: What if?
Erscheinungsdatum: 14.11.2016
Seitenzahl: 368
ISBN: 9783328100317


Klappentext:
Die verrücktesten Fragen wissenschaftlich beantwortet von Internetphänomen Randall Munroe, dem genialen Erfinder von xkcd.com. Munroes urkomische und originelle Antworten erklären alles: Von der Wahrscheinlichkeit, in der gesamten Weltbevölkerung seinen Seelenverwandten zu treffen, bis zur Anzahl an Menschen, die den täglichen Kalorienbedarf eines ausgewachsenen Tyrannosaurus decken würden.

Meine Meinung:
Lange hat mich dieses Buch überhaupt nicht interessiert. Bis es dann irgendwie neu aufgelegt wurde und wir es im Laden an jeder Ecke liegen hatten - das perfekte Weihnachtsgeschenk. Also habe ich es prompt zu dem gemacht und es mir selbst geschenkt.
Seitdem hat mich das Buch durch die Monate begleitet und ich habe mal mehr und mal weniger Fragen gelesen. Und es war super interessant, spannend, unterhaltsam, verblüffend. Einfach alles zusammen.
Klar manche Themen oder Fragen fand ich nicht so interessant wie andere. Aber trotzdem haben mich 90% interessiert und der Autor hat einfach so einen tollen Schreibstil, um trockene Fakten mit Witz und Humor zu verpacken. Manchmal liest man es besser mit einem Augenzwinkern und teilweise kann man noch echt was lernen.
Dieses Buch kann wirklich nur jedem empfehlen, der schon mal damit geliebäugelt hat. Oder den absurde Fragen interessieren, der offen für Neues ist, was etwas wissenschaftlich ist.
Einfach mal eine etwas andere Kurzgeschichtensammlung für den Nachttisch!

Mittwoch, 3. Juni 2015

Rezension: "Delirium" von Lauren Oliver

Wenn die Liebe eine Krankheit ist, und eine Heilung möglich ist. Aber was ist, wenn du das gar nicht möchtest?

Allgemeine Infos:
Verlag: Carlsen
Reihe: Teil 1 von 3
Originaltitel: Delirium
Erscheinungsdatum: 26.10.2011
Seitenzahl: 336
ISBN: 9783551582324


Klappentext:
Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.


"Man kann nicht glücklich sein, wenn man nicht manchmal auch unglücklich ist. Das weißt du doch, oder?" (Seite 22)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich bis auf das Gesicht eigentlich echt schön und passt super. Der Titel ist ok, aber der Untertitel gefällt mir besser. Der Klappentext hat mich total neugierig auf die Geschichte gemacht und deshalb musste ich es unbedingt lesen.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt eigentlich mit einem recht allgemeinen Kapitel, in dem es um die Krankheit geht und dass es dagegen ein Heilmittel gibt und wie Lena darüber nachdenkt, dass sie bald geheilt sein wird und wie ihr Leben dann ist. Der Einstieg hat mir eigentlich ganz gut gefallen, da man so überhaupt erst mal ein bisschen wusste, worum es geht.
Die Idee gefällt mir eigentlich total gut. Klar es ist mal wieder eine Dystopie, aber mal mit einem anderen Ansatz, nämlich dass die Liebe eine gefährliche Krankheit ist, von der man aber geheilt werden kann und soll.
Der Einstieg gibt einem schon mal einen ziemlich guten Einblick in die Thematik und die Krankheit an sich. Dennoch hätte ich mir an manchen Stellen vielleicht noch etwas mehr Infos gewünscht. Was kann ich gar nicht mal so genau sagen. Aber irgendwie fehlte mir was.
Ansonsten war es wirklich spannend bzw gut durchdacht. Stellenweise hat die Autorin einen echt in die Irre geleitet mit meinen Vermutungen und den vorherrschenden Tatsachen. Spannungsbogen und Erzähltempo haben mir auf jeden Fall gefallen.
Besonders ab der Mitte und zum Ende hat die Geschichte noch mal ordentlich zugelegt. Irgendwie habe ich mir das Ende fast gedacht, aber dennoch habe ich total mitgefiebert und gehofft und gebangt. Fest steht, dass ich die anderen beiden Teile auch unbedingt lesen muss. Denn so kann die Geschichte nicht enden.

...Schreibstil:
Die Geschichte ließ sich auf alle Fälle wirklich gut lesen, auch die Erklärungen zur Krankheit. Aber ich kann jetzt auch nicht unbedingt sagen, dass es was besonderes war. Zur Geschichte hat er jedenfalls gepasst.

...Charaktere:
Lena ist eine recht starke Person, aber denkt manchmal auch einfach viel zu viel über ein und den selben Punkt nach. Klar hat sie mit ihrer Mutter einen schweren Schicksalsschlag erlitten und ist deshalb in der Gesellschaft gestempelt, aber dennoch hat sie immer noch ihr Leben und muss wirklich nicht dauernd über die Vergangenheit nachdenken. Ansonsten fand ich sie super dargestellt mit ihrer Hoffnung, der Skepsis, der Angst, einfach ihr ganzer Charakter.
Aber auch Alex hat mir als Person sehr gut gefallen. Man merkt einfach direkt zu Anfang, dass irgendwie mehr hinter ihm steckt, als er anfangs zugeben möchte. Das macht ihn natürlich gleich geheimnisvoll und man möchte unbedingt mehr erfahren.
Generell waren die wichtigen Personen recht gut dargestellt und man konnte sich in sie hineinversetzen. Leider hatte ich Probleme damit, Lenas Familienmitglieder auseinander zu halten. Über die bekam man immer nur so bruchstückhafte Infos, die ich immer wieder durcheinander geworfen habe.


Fazit:
Mal eine andere Dystopie mit einer tollen Grundidee, die mich begeistert hat. Dennoch hätte ich mir stellenweise mehr Hintergrundinfos gewünscht, aber vielleicht bekomme ich die noch in den beiden folgenden Teilen. Die Charaktere fand ich super, auch wenn ich die Nebencharaktere etwas durcheinander geworfen habe. Vom Spannungsbogen und Erzähltempo her war es toll und ich freue mich auf die Fortsetzung!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne Dystopien liest aber da vielleicht mal etwas anderes lesen möchte. Ansonsten jedem, der sich für Liebesgeschichte unter schwierigen Bedingungen interessiert.

Montag, 1. Juni 2015

Rezension: "Mit uns der Wind" von Bettina Belitz

Wie schaffst du es unter 80.000 Menschen jemanden zu finden, den du noch nie zuvor gesehen hast? Und wie willst du das ganze bewältigen, wenn du bei extremen Gefühlen einfach einschläfst, weil du unter Narkolepsie leidest?

Allgemeine Infos:
Verlag: Script 5
Reihe: nein
Originaltitel: Mit uns der Wind
Erscheinungsdatum: 09.03.2015
Seitenzahl: 398
ISBN: 9783839001608


Klappentext:
Wie findet man unter den 80.000 Besuchern von Rock am Ring den einen, den man liebt? Bestsellerautorin Bettina Belitz, bekannt durch ihre Splitterherz-Trilogie erzählt eine Liebesgeschichte über Hingabe und Kontrolle und die Lust am Fliegen.

Mona kennt ihn nur von den Videos auf YouTube. Es berührt sie tief, wenn er sich mit seinem Power-Kite der Willkür des Windes überlässt. Als sie herausfindet, dass ihr „Drachenreiter“ ein populäres Rockmusikfestival besuchen will, überredet Mona ihren Bruder Manuel, sie dorthin mitzunehmen. Keine Selbstverständlichkeit für Mona, denn sie leidet unter einer seltenen Form von Narkolepsie: Sie schläft bei aufregenden Gefühlen regelmäßig ein. Eigentlich fährt Adrian nur zu dem Festival, weil er endlich bei der schönen Helen landen will. Doch dann läuft ihm dieses zierliche Mädchen mit dem Drachentatoo über den Weg. Ziemlich hübsch die Kleine, aber als sie endlich in seinen Armen liegt, schläft sie plötzlich ein. Wie merkwürdig ist das denn?


"Manchmal muss man loslassen, weil jedes weitere Festhalten Unglück bringt. Das ist keine Schande oder Feigheit, sondern - der eigentliche Mut und das eigentliche Vertrauen." (Seite 243/244)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist eigentlich ganz niedlich, aber passt nicht so super zum Inhalt. Der Titel hingegen passt total gut zum Inhalt. Der Klappentext hat mich wirklich total neugierig auf die Geschichte gemacht, so dass ich es mir auf der Messe direkt kaufen musste.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem Zeitpunkt, bevor Mona mit ihrem Bruder und dessen Freundin zu Rock am Ring aufbricht. Man merkt deutlich, dass sich alle große Sorgen um sie machen und keiner so richtig von dieser Idee begeistert ist, aber dennoch lassen sie sie gehen. Adrian ist derweil schon mit seinen Freunden auf dem Festivalgelände und denkt über die kommenden Tage nach. Nach dem ersten Kapitel war ich eigentlich schon sofort in der Geschichte drin.
Die Idee fand ich ja schon bei der Lesung auf der Buchmesse total interessant. Mona leidet unter schwerer Narkolepsie und möchte trotzdem auf Rock am Ring, um zum einen ihre Lieblingsband live zu sehen und zum anderen, um den Jungen zu treffen, den sie bisher nur von YouTube kennt. Das hat mich einfach total fasziniert mit der Krankheit und dann sozusagen so ein Risiko auf sich zu nehmen.
Wie gesagt war ich sofort im Bann der Geschichte drin und wollte auch unbedingt weiter lesen. Irgendwie hat mich die Geschichte um Mona, ihre Krankheit, ihre Träume und Wünsche so fasziniert und gefesselt.
Aber nicht nur das, auch die Liebesgeschichte fand ich wunderschön. Sie war irgendwie gar nicht so platt, wie man es manchmal liest, sondern einfach durch die ganze Situation so außergewöhnlich. Ich konnte mir das total gut vorstellen und es hat mich total glücklich gemacht, davon zu lesen.
Es gab viele Momente, die mich echt überrascht haben. Die Geschichte hatte wirklich ein gutes Erzähltempo und es wurde kein Stück langweilig. Ganz im Gegenteil ich hätte echt noch mehr lesen können.
Das Ende kam teilweise echt überraschend. Diese ganze Thematik mit dem Drachen und dem Fliegen war so schön und hat so gut einfach zur Geschichte gepasst und diese Auflösung war einfach so toll. Andererseits habe ich es mir genau so gewünscht und teilweise auch geahnt.

...Schreibstil:
Ich mochte den Schreibstil von Bettina Belitz echt gerne. Man konnte sich einfach so in die Geschichte fallen lassen und dem Alltag entfliehen. Außerdem fand ich es von den Perspektiven her total schön, dass immer erst aus Monas Sicht erzählt wurde und dann aus Adrians und sich das teilweise auch etwas überschnitten hat. Das hat einfach richtig gut zur Geschichte gepasst.

...Charaktere:
Mona hat definitiv kein leichtes Leben mit ihrer Narkolepsie, die sich absolut nicht beeinflussen kann. Doch sie möchte unbedingt zu Rock am Ring und widersetzt sich den Regeln und erlebt endlich, was es heißt, frei zu sein. Ich konnte ihre Einstellung zum Leben und ihre Wünsche echt gut nachvollziehen. Sie war einfach so toll und detailiert beschrieben, dass ich mich total gut in sie hineinversetzen konnte.
Adrian ist Kiter und auf YouTube recht bekannt. Doch eigentlich ist er ganz anders, als er sich im Internet gibt und das wird dem Leser auch bald recht deutlich und da durch ist er mir gleich viel sympathischer geworden. Auch ihn fand ich echt gut beschrieben.
Generell waren auch die Nebenpersonen mit viel Liebe beschrieben, besonders die Beiden von Rock am Ring waren total nett.

Fazit:
Ein schönes Jugendbuch über eine ernsthafte Krankheit und den Wunsch nach Leben und den Träumen! Dazu noch eine tolle Liebesgeschichte, authentische Charaktere und ein total anziehender Schreibstil. Die Idee hat mich echt begeistert und die Thematik, die dahinter stand. Dennoch fehlt mir so eine Kleinigkeit zum Highlight, auch wenn ich nicht genau sagen kann, was.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine Geschichte über Narkolepsie oder Rock am Ring lesen möchte. Ansonsten für jeden, der eine schöne Liebesgeschichte mit etwas ernsterem Hintergrund für den Sommer sucht.

Freitag, 29. Mai 2015

Rezension: "Monsieur Blake und der Zauber der Liebe" von Gilles Legardinier

Eigentlich ist er ein erfolgreicher Geschäftsmann, doch er möchte noch einmal sein Leben verändern und geht als Butler nach Frankreich...


Allgemeine Infos:
Verlag: Goldmann
Reihe: nein
Originaltitel: Complètement cramé
Erscheinungsdatum: 21.06.2014
Seitenzahl: 404
ISBN: 9783442480760


Klappentext:
Andrew Blake, erfolgreicher Geschäftsmann aus London, hat den Tod seiner geliebten Frau Diane nicht überwunden. Er braucht dringend eine Veränderung. Und so lässt er sein altes Leben hinter sich und nimmt in einem Herrenhaus in Frankreich inkognito eine Stelle als Butler an. Dort arbeiten mit ihm: die feldwebelhafte Köchin Odile, der exzentrische Gärtner Phillipe und das junge Hausmädchen Manon. Bald schon bringt Andrew die entfremdeten Bewohner des Hauses durch seine weise, humorvolle Art einander näher. Und wer weiß, vielleicht erlebt auch er selbst noch einmal den Zauber der Liebe?


"Jeder geht seinen eigenen Weg, aber manchmal geht man ein Stück gemeinsam." (Seite 260)

"Vergiss nie: Ein Erwachsener ist nur ein älter gewordenes Kind." (Seite 261)

Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist ganz nett und bringt ein bisschen die Atmosphäre von dem Herrenhaus rüber. Der Titel klingt eigentlich richtig schön, hat aber irgendwie nicht so richtig zum Inhalt gepasst. Der Klappentext hingegen wieder ganz schön.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mitten in Andrews Leben in London, wie er irgendeinen Preis verliehen bekommt, den er nicht will. Außerdem mit dem letzten Tag in seiner Firma und wie er davon Abschied nimmt und nach Frankreich fährt. Bis zu dem Zeitpunkt fand ich die Geschichte etwas komisch, aber es waren ja erst die ersten Kapitel und ich wollte schon irgendwie mehr erfahren.
Die Idee fand ich eigentlich ganz schön, dass Andrew sein Leben komplett verändern möchte, weil ihn nicht mehr so viel in seinem alten Leben hält, und er dann in dieses Herrenhaus geht, mit seinen seltsamen Menschen, die sich ihm erst nach und nach öffnen.
Aber irgendwie hatte die Geschichte nicht das, was ich mir erhofft hatte, nämlich eine Liebesgeschichte. Ok jetzt tue ich ihm unrecht, es gab eine Liebesgeschichte, aber die war für mich teilweise einfach zu nebensächlich. Generell ging es einfach viel mehr um das Leben der unterschiedlichen Personen, die vorher alle nebeneinander her gelebt haben und wie Andrew es einfach schafft, dass sich das ändert und sie alle glücklicher werden. Das klingt jetzt zwar auch irgendwie komisch, aber das war eigentlich echt schön, zu lesen. Einfach dieses Leben im Herrenhaus und wie sich das so durch Andrew verändert hat, was für Probleme es gab. Aber es war eben nicht so die erhoffte Liebesgeschichte.
Das Ende war dann wie erwartet. Es hat mich schon zufrieden gestellt, und auch irgendwie begeistert, aber es war jetzt nicht so überraschend. Aber durchaus schön.

...Schreibstil:
Anfangs war der Schreibstil für mich etwas anstrengend, aber im Laufe der Geschichte ist es immer besser geworden. Also er war jetzt nicht unbedingt was Besonderes, aber es ließ sich ab einem bestimmten Punkt einfach richtig gut lesen, auch wenn nicht so viel passiert ist.

...Charaktere:
Andrew hat seine Frau verloren und ist irgendwie zwar drüber hinweg, aber es bleibt einfach Bestandteil seines Lebens, weshalb er auch beschließt, die Stelle im Herrenhaus anzunehmen. Diesen Schritt finde ich irgendwie ungewöhnlich, aber auch mutig. Einfach weil es etwas ist, was er zuvor noch nicht gemacht hat. Und dennoch stellt er sich gar nicht so dumm an, nur etwas ungeschickt, aber das macht ihn liebenswürdig.
Auch die anderen Personen im Herrenhaus, Odile, Phillipe und Manon, fand ich echt toll dargestellt. Sie waren eben nicht so 0815, wie man das häufig hat, sondern hatten alle etwas, das sie ausgemacht hat und was ich total an ihnen mochte. Jeder mit seiner eigenen Geschichte und seinen eigenen Problemen, was mir ja immer wirklich gut gefällt.


Fazit:
Leider hatte ich ein bisschen was anderes erwartet, nämlich mehr Liebesgeschichte bzw eine, die mehr im Vordergrund steht. Aber trotzdem war es nicht schlecht, es konnte mich gut unterhalten. Man kann es einfach so weg lesen und man ab einem gewissen Punkt fühlt man sich auch, als würde man mit im Herrenhaus wohnen und alles live miterleben. Das war wirklich eine schöne Atmosphäre. Die Charaktere waren außerdem auch wirklich schön und liebevoll gestaltet, aber der Verlauf der Geschichte war stellenweise etwas vorhersehbar und ich habe mir eben ein bisschen was anderes versprochen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne Geschichten liest, die in Frankreich spielen, oder der eine schöne Geschichte über das Leben von vollkommen unterschiedlichen Personen lesen möchte, die sich nach und nach aneinander annähern. Oder einfach ein Buch für jeden, der ein paar Stunden dem Alltag entfliehen möchte, um sich in einem französischen Herrenhaus zu entspannen und dort etwas im Trubel zu verweilen.

Montag, 25. Mai 2015

Rezension: "Passagier 23" von Sebastian Fitzek

Immer wieder verschwinden Passagiere auf Kreuzfahrten. Aber was ist, wenn sie plötzlich wieder auftauchen?

Allgemeine Infos:
Verlag: Droemer Knaur
Reihe: nein
Originaltitel: Passagier 23
Erscheinungsdatum: 30.10.2014
Seitenzahl: 429
ISBN: 9783426199190


Klappentext:
Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund 20 Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt ...

Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff „Sultan of the Seas“ – niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein psychisches Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtskommandos als verdeckter Ermittler. Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der „Sultan“ kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist. Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen – und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der „Sultan“ verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover passt total gut zum Inhalt und sieht geheimnisvoll und düster aus. Der Titel ist natürlich total gut gewählt. Der Klappentext klingt total spannend und hat mich wahnsinnig neugierig auf die Geschichte gemacht.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einer Szene auf dem Schiff. Der Doktor wirft irgendetwas über Bord und kümmert sich anschließend um ein Mädchen, das sich verlaufen hat. Dann schwenkt die Handlung um zu Martin Schwartz, wie er auf einem Spezialeinsatz ist. Eigentlich war ich sofort in der Geschichte drin und wollte wissen, was auf dem Schiff passiert ist und was noch passieren wird. Und natürlich auch, wie die Geschichte vom Klappentext damit zusammenhängt.
Die Idee konnte mich total begeistern. Dass Menschen auf Kreuzfahrten verschwinden, war mir bisher gar nicht so bewusst, macht aber durchaus Sinn. Daraus dann einen Thriller zu schreiben, bei dem ein verschwundener Passagier nach zwei Monaten wieder auftaucht, klingt unglaublich spannend und lässt auf eine spannende Geschichte hoffen.
Wie gesagt, ich war ziemlich bald mitten drin und der Geschichte und musste einfach weiter lesen. Auf einmal waren schon die ersten 150 Seiten rum und ich wollte noch mehr lesen. Die Spannung packt einen einfach von Anfang an und lässt einen erst ganz am Ende wieder los bzw kurz vorher.
Das Ende fand ich wirklich super, denn das hätte ich irgendwie so nicht erwartet. Absolut nicht. Meine Theorien waren ganz andere und dann sowas. Wirklich total überraschend und spannend. Und dann kam da noch der Epilog, an den ich gar nicht mehr gedacht hatte, weil ich den Anfang nicht mehr so präsent hatte, weil vieles andere überwog. Den fand ich komisch, also den Epilog. Klar war der auch spannend und hat dem ganzen einen tollen Rahmen gegeben und hat super abgeschlossen, aber ich persönlich hätte ihn nicht unbedingt gebraucht. Aber das tut der Geschichte und der Spannung keineswegs einen Abbruch.

...Schreibstil:
Fitzek schafft es einfach, mit wenigen Worten und innerhalb kürzester Zeit viel Spannung aufzubauen. Man ist einfach total gefesselt von der Geschichte und dann wechselt er die Perspektive und man erfährt was neues und will doch unbedingt bei dem Einen weiter lesen und dann kommt wieder eine andere Sichtweise und man ist einfach nur so unglaublich neugierig, wie es weiter geht und die Seiten fliegen dahin.

...Charaktere:
Martin hat einen schweren Verlust erlitten, weshalb er sich um so mehr in seine Arbeit stürzt und dafür auch jegliches Risiko eingeht. Als er dann von dem Mädchen erfährt, begibt er sich aufs Schiff und man merkt deutlich, dass ihn das irgendwie verändert. Er denkt etwas mehr nach und analysiert. Ich fand ihn eine wirklich interessante Persönlichkeit, gut beschrieben und passend zur Geschichte.
Auch die anderen Personen waren super beschrieben. Nicht unbedingt so stereotypisch, wie man es gewöhnt ist, sondern individuell und einfallsreich.


Fazit:
Ein Thriller, der mich begeistern konnte und mir viele spannende Lesestunden beschert hat! Eine unglaublich interessante Idee mit einem ungewöhnlichen Schauplatz, dazu der tolle, spannende Schreibstil von Sebastian Fitzek und gut ausgearbeitete Charaktere haben dieses Buch zu etwas besonderem für mich gemacht. Dennoch gibt es einen kleinen Abzug wegen dem Epilog, der meiner Meinung nach etwas überflüssig war. Aber sonst war das Ende super spannend!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der auch schon andere Bücher von Fitzek gelesen hat und dem sein Schreibstil gefällt. Ansonsten eine Thrillerempfehlung für jeden, der es zwar grausam aber nicht ganz so blutig mag, mit verstrickter Handlung. Oder einfach jemand, der sich für die 'dunkle' Seite der Kreuzfahrt interessiert.

Samstag, 16. Mai 2015

Rezension: "Bei den wilden Kerlen" von Dave Eggers

Eine Reise in ein vollkommen anderes Land, in das Land der wilden Kerle...

Allgemeine Infos:
Verlag: KiWi
Reihe: nein
Originaltitel: Where the Wild Things Are
Erscheinungsdatum: 09.10.2009
Seitenzahl: 269
ISBN: 9783462041767


Klappentext:
Herausgekommen ist Bei den wilden Kerlen, eine herzergreifende Geschichte über den jungen Max, der sich und die Welt nicht mehr versteht. Seine Eltern sind getrennt, seine Mutter ist fast nur mit ihrem neuen Freund und ihrer Arbeit beschäftigt, seine Schwester Claire pubertiert heftig und hat überhaupt kein Interesse mehr an ihrem kleinen Bruder. Nach einem Streit verlässt Max das Haus, rennt in den Wald, findet ein Boot und kommt nach langer Reise übers offene Meer zur Insel, wo die wilden Kerle wohnen. Bald schon wird er zum König dieser riesigen, launenhaften und dennoch liebenswerten Wesen, die mindestens so viel von ihm erwarten wie er von ihnen. Max’ Reise auf die Insel der wilden Kerle ist ein phantastisches Abenteuer, das ihn im Innersten verändern wird. Ein riesiges, wildes Lesevergnügen.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover mit den Schattenschnitten finde ich eigentlich ganz niedlich, wie man Max und drei der wilden Kerle sieht. Der Titel passt sehr gut zum Inhalt, ebenso wie der Klappentext, der mich irgendwie neugierig auf die Geschichte gemacht hat, immerhin kannte ich das Bilderbuch.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mitten in Max Alltag. Er tobt mit dem Hund durchs Haus und seine Schwester ist genervt von ihm. Sie möchte nicht, dass ihre Freunde ihn sehen und deswegen rächt er sich und bekommt es bitter bezahlt. Daraufhin eskaliert er ein bisschen und läuft davon, wo er dann eben das Segelboot findet, mit dem er sich auf macht und so zu den wilden Kerlen kommt... Der Einstieg war etwas komisch und ich wusste nicht wirklich, was noch so passieren sollte. Bis er nämlich erst mal auf der Insel ist, braucht es viele Seiten, in denen es nur um seine Familienverhältnisse geht.
Die Idee hinter der Geschichte finde ich eigentlich richtig niedlich. Ein Junge der Monster findet und deren König wird und sich mit ihnen anfreundet.
Wie schon gesagt, brauchte die Geschichte jedoch etwas, bis sie überhaupt in Schwung kam und man überhaupt das erste Mal von den wilden Kerlen erfährt. Dann gibt es immer mal wieder spannende Abschnitte und relativ neutrale, wo mal nicht so viel passiert. Aber liest die Geschichte so weg, auch weil die Kapitel relativ kurz sind. Generell bleibt die Handlung bis auf ein paar Ausnahmen aber relativ seicht.
Das Ende war eigentlich ganz schön. Irgendwie ein bisschen traurig, aber durchaus schön. Genau so wie ich es erwartet hatte.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war eigentlich ganz angenehm. Man konnte die Geschichte eigentlich ziemlich gut weg lesen. Außerdem waren die wilden Kerle wirklich liebevoll beschrieben und ich konnte sie mir gut vorstellen ebenso wie ihre Insel und was sie so den ganzen Tag gemacht haben.

...Charaktere:
Max ist eigentlich erst 8 Jahre alt, trägt gerne sein Wolfkostüm und hat eine Menge Fantasie, spielt gerne und baut gerne Sachen. Davon ist seine Familie nur irgendwie nicht so begeistert und aus einem Streit heraus läuft er von zu Hause weg und begibt sich auf die Reise. Manchmal habe ich wirklich vergessen, dass Max noch ein Kind ist, er handelt nämlich teilweise viel vernünftiger.
Die wilden Kerle waren total liebevoll dargestellt und wurden direkt zu Beginn echt gut beschrieben. Jeder mit einem anderen Aussehen und einer ganz eigenen Persönlichkeit. Manchmal habe ich sie alle etwas durcheinander gebracht, aber das kommt nun mal vor.
Generell waren die Personen liebevoll beschrieben und vor allem bei den wilden Kerlen gab es detailreiche Beschreibungen, was mir wirklich gut gefallen hat.


Fazit:
Ein nettes Buch für Nebenbei! Die Idee rund um Max und die wilden Kerle ist total niedlich ebenso wie die Beschreibung der Personen, ganz besonders natürlich die der wilden Kerle. Der Schreibstil war angenehm zu lesen, so wie die ganze Geschichte an sich. Bis auf wenige Ausnahmen, gab es nicht so viel Spannung, und die Geschichte strich so sanft vor sich hin. Das Ende konnte mich dann wieder überzeugen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der etwas für Nebenher sucht, einfach mal zum Abschalten ohne viel Nachdenken, was aber trotzdem noch irgendwie schön ist und die ein oder andere kleine Überraschung bereit hält.

Donnerstag, 14. Mai 2015

Rezension: "Was ich dir noch sagen wollte" von Tom McAllister

Sie waren glücklich verheiratet, doch dann verliert er plötzlich seine Frau und den Halt im Leben...


Allgemeine Infos:
Verlag: Atlantik
Reihe: nein
Originaltitel: Was ich dir noch sagen wollte
Erscheinungsdatum: 01.12.2010
Seitenzahl: 330
ISBN: 9783423248143


Klappentext:
»Das schaffen wir mit links!« Wie gut, dass Ines nichts schrecken kann. Ohne ihre patente Schwester wäre Christine sonst ziemlich mulmig zumute. Ihre Freundin Marleen hat sie angefleht, für ein paar Tage ihre Pension auf Norderney zu übernehmen - ein Job, von dem Christine nicht die leiseste Ahnung hat. Die Schwestern stoßen schnell an ihre Grenzen. Und das nicht nur, weil sie nicht kochen können. Zu allem Überfluss flackert Gisbert von Meyers Verliebtheit in Christine wieder auf, und er schreibt einen geheimnisvollen Artikel, den Papas Freund Kalli sofort nach Sylt faxt. Prompt stehen Papa und Mama auf der Matte, als selbst ernannte Retter. Das Chaos ist perfekt. Zumal Christine und Ines sich immer mehr in Lügen verstricken: Marleen und ihr Freund sitzen wegen einer dubiosen Verdächtigung in Dubai in Untersuchungshaft, was keiner erfahren darf ...


"Es geht nicht um das Diner bei Kerzenschein in einem Restaurant am Meer, sagte er zu ihr, sondern darum, dass man sich darauf verlassen kann, dass die Reste vom Vortag zum Aufwärmen auf dem Herd stehen, wenn man von der Arbeit kommt. Es geht nicht darum, den Schlafzimmerboden mit Rosenblättern zu bedecken, sonder um ein ordentlich gemachtes Bett und um die Abende, an denen man zusammen Filme guckt und Popcorn futtert. Es geht nicht um Heißluftballonflüge und Champagner, sonder um das gute Gefühl, dass jemand deine Hand hält, wenn du im Stau stehst." (Seite 82)

Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover hat mich überhaupt erst auf dieses Buch aufmerksam gemacht und hat mich im ersten Moment an "Morgen kommt einer neuer Himmel" erinnert. Der Titel klingt auch total schön und passt zum Klappentext, der mich neugierig auf die Geschichte gemacht hat.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einer langen Liebeserklärung über ein ganzes Kapitel hinweg. An sich kein schlechter Einstieg, der damit endete, dass seine Frau tot ist. Normalerweise hätte ich diesen Einstieg toll gefunden, aber der Schreibstil hat mir gar nicht gefallen. Dennoch habe ich weiter gelesen, um der Geschichte eine Chance zu geben.
Die Idee hat mir an sich eigentlich gut gefallen. Hunters Frau stirbt und er steht auf einmal total neben sich. Sie war noch so jung und er hätte ihr noch so viel sagen wollen und sie hatten noch so viele Reisen geplant. Genau das holt er jetzt nach, und reist mit ihrer Urne quer durch die USA.
Doch irgendwie konnte mich die Geschichte nicht überzeugen. Immer wieder fiel es mir sehr schwer, die eigentliche Geschichte und Rückblenden zu unterscheiden. Denn Hunter redet mit der Urne und führt die Antworten von Kaith in seinem Kopf aus. Daraus schweift er dann plötzlich in eine Erinnerung ab und es gibt eine Rückblende mit Dialogen, und plötzlich ist man wieder im Jetzt. Diese Übergänge habe ich irgendwie nie wirklich mitbekommen und konnte deshalb auch nicht genau sagen, ob das jetzt eine Erinnerung ist, ein ausgedachter Gedanke oder die Realität.
Außerdem hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte nicht wirklich voran kam. In erster Linie geht es ja darum, dass Hunter den Verlust verarbeiten und sich von Kaith verabschieden möchte. Aber diese Fahrt durch die USA hat sich stellenweise sehr gezogen und mir war nicht wirklich klar, was das sollte. Es ist manchmal einfach seitenweise nichts passiert.
Das Ende kam nicht unbedingt abrupt, aber für das Ganze, was vorher war, war es mir dann doch zu plötzlich. Auf einmal konnte er das tun, was er vorher die ganze Zeit nicht konnte. Es lässt mich einfach etwas unglücklich zurück.

...Schreibstil:
Den Schreibstil fand ich total ungewohnt. Alleine nach dem ersten Kapitel hätte ich es deswegen am liebsten abgebrochen. Ellenlange, verschachtelte Sätze, die gefühlt kein Ende genommen haben. Das hat sich im zweiten Kapitel glücklicherweise etwas gebessert, aber das hielt nicht lange an. Es war einfach mit diesen langen Sätzen sehr anstrengend zu lesen.

...Charaktere:
Kaith lernt man durch Erzählungen, Gedanken und Erinnerung ein bisschen kennen. Sie war eine Frau, mit Plänen von Reisen in die große weite Welt. Sie hat Hunter über alles geliebt, hatte aber trotzdem so seine Geheimnisse vor ihm. Eigentlich konnte ich sie mir sogar ganz gut vorstellen. Besonders wenn ihre Familie beschrieben wurde, passte das Bild einfach perfekt.
Hunter befindet sich natürlich in einer Ausnahmesituation nach diesem Verlust und verhält sich auch dementsprechend. Er handelt ziemlich spontan und ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Das bekommt er auch zu spüren, aber auch das scheint ihm vollkommen egal zu sein. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass ihm generell sehr viel egal war, und mit seiner Lebenseinstellung kam ich nicht allzu gut klar. Klar konnte ich ihn verstehen, aber trotzdem war mir sein Handeln nicht schlüssig.
Die anderen Personen waren etwas blass beschrieben und manchmal habe ich sie auch alle miteinander verwechselt, weil sich auch manche Namen ziemlich ähnlich waren.


Fazit:
Ich habe nicht das bekommen, was ich erwartet hatte. Erwartet hatte ich nämlich eine schöne Geschichte über den Verlust der Ehefrau und wie Hunter wieder ins Leben findet. Bekommen habe ich auch eine Geschichte in die Richtung, die aber ganz seltsam war. Der Schreibstil war total schwierig zu lesen, weil es sehr lange Schachtelsätze waren. Außerdem konnte ich nie zwischen Realität, Gedanken und Vergangenheit unterscheiden, das verschwam alles ziemlich ineinader. Leider konnte es mich nicht überzeugen, auch nicht am Ende, obwohl mir die Idee wirklich gefallen hat.

Mittwoch, 13. Mai 2015

Rezension: "Kein Wort zu Papa" von Dora Heldt

Marleen sitzt in Untersuchungshaft in Dubai und Ines und Christine müssen spontan die Pension schmeißen...


Allgemeine Infos:
Verlag: dtv
Reihe: Teil 5 von 7
Originaltitel: Kein Wort zu Papa
Erscheinungsdatum: 01.12.2010
Seitenzahl: 330
ISBN: 9783423248143


Klappentext:
»Das schaffen wir mit links!« Wie gut, dass Ines nichts schrecken kann. Ohne ihre patente Schwester wäre Christine sonst ziemlich mulmig zumute. Ihre Freundin Marleen hat sie angefleht, für ein paar Tage ihre Pension auf Norderney zu übernehmen - ein Job, von dem Christine nicht die leiseste Ahnung hat. Die Schwestern stoßen schnell an ihre Grenzen. Und das nicht nur, weil sie nicht kochen können. Zu allem Überfluss flackert Gisbert von Meyers Verliebtheit in Christine wieder auf, und er schreibt einen geheimnisvollen Artikel, den Papas Freund Kalli sofort nach Sylt faxt. Prompt stehen Papa und Mama auf der Matte, als selbst ernannte Retter. Das Chaos ist perfekt. Zumal Christine und Ines sich immer mehr in Lügen verstricken: Marleen und ihr Freund sitzen wegen einer dubiosen Verdächtigung in Dubai in Untersuchungshaft, was keiner erfahren darf ...


"Das gibt es doch nur an der Nordsee: so ein Gewitter und nach einer halben Stunde ist alles vorbei, und die Sonne scheint wieder. Wie im Leben." (Seite 322)

Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover passt gut zur Reihe, auch wenn es mir persönlich nicht so gut gefällt. Der Titel ist ok, aber nicht ganz so passend. Der Klappentext ist an sich ganz gut, aber verrät vielleicht etwas viel.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mal wieder mitten in Christines Leben. Sie hat nur noch so einen Gelegenheitsjob und mit Johann läuft es auch nicht so gut. Dann kommt Ines mit dem Vorschlag, doch in Urlaub zu fahren, bis plötzlich Marleen mit der Bitte anruft, dass die Beiden sich doch um die Pension kümmern sollen. Gesagt getan und gemeinsam waren wir wieder mitten im gewöhnlichen Chaos...
Die Idee ist eigentlich ziemlich typisch. Dieses Mal sitzt Marleen in Dubai fest und möchte, dass Christine und Ines sich um die Pension kümmern, wo durch das Chaos eigentlich schon vorprogrammiert ist.
Obwohl man ziemlich viel erahnen und vermuten kann, was einen so beim Lesen erwartet, konnte es mich einfach gut unterhalten. Dora Heldt schreibt für mich einfach so typische Geschichte, die man ohne großes Nachdenken lesen kann, die lustig sind, etwas chaotisch, mit ein wenig Liebe und das Ganze ist am Meer angesiedelt. Und genau das war hier auch wieder der Fall.
Wie gesagt, manche Ereignisse konnte man sich denken, andere kamen überraschend. Das wechselt sich immer mal wieder ab, aber der Lesespaß ist definitiv vorhanden.
Das Ende habe ich eigentlich ziemlich so bzw so ähnlich erwartet und so kam es dann auch.

...Schreibstil:
Der Schreibstil ist mal wieder gewohnt locker-leicht, wie man es bei Dora Heldt erwartet. Ein bisschen viel Humor, etwas Chaos und ein wenig Spannung.

...Charaktere:
Die Bücher leben einfach von den Charakteren. In jedem Teil lernt man sie einfach noch mal ein Stück besser kennen. Alle sind authentisch dargestellt, mit ihrem ganz persönlichen Charme, ihren Macken und ihren Fehlern. Irgendwie hat man sie auch alle gern oder akzeptiert sie eben, aber keinen möchte man sich weg denken.


Fazit:
Eine schöne Unterhaltung für Zwischendurch! Dora Heldt kann man einfach so weg lesen, kann es aber auch mal gut beiseite legen und später wieder kommen. Der Schreibstil ist locker-leicht und hat ein gewisses Maß an Humor und Spannung. Die Geschichte selbst ist mal wieder gewohnt chaotisch, was durch das Zusammenspiel der Personen natürlich wieder gefördert wird.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der auch schon die vorherigen Bücher von Dora Heldt mochte. Ansonsten ein Lesetipp für jeden, der etwas zur Unterhaltung für Zwischendurch sucht, das am Meer spielt und ein bisschen lustig ist. Vielleicht ja das perfekte Buch für den kommenden Urlaub?

Montag, 11. Mai 2015

Rezension: "Atemlos" von Ashley Elston

Sie denkt, sie hätte es endlich aus dem Zeugenschutzprogramm geschafft, doch dann kehrt er zurück...

Allgemeine Infos:
Verlag: Mixtvision
Reihe: Teil 2 von 2
Originaltitel: The rules of breaking
Erscheinungsdatum: 14.04.2015
Seitenzahl: 350
ISBN: 9783958540231


Klappentext:
Anna Boyd hat das Geheimnis hinter dem Zeugenschutzprogramm gelüftet und hofft auf ein unbeschwertes Leben mit ihrer Familie und ihrem Freund Ethan. Doch dann tauchen ihre Verfolger wieder auf und entführen sie, Ethan und ihre kleine Schwester. Schaffen sie es ein zweites Mal, zu entkommen?


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover hat irgendwie einen Wiedererkennungswert, aber es gefällt mir nicht sonderlich gut. Klar es passt, aber leider finde ich das Foto etwas körnig. Der Titel passt hingegen gut. Der Klappentext ist kurz und knapp und macht total Lust auf die Geschichte.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt relativ seicht. Anna verbringt Zeit mit Ethan und denkt über die zurückliegende Zeit nach. Sie lässt noch einmal alles Revue passieren und möchte sich gerne darauf vorbereiten, falls sie noch ein mal in so eine Situation kommt. Ich war sofort in der Geschichte drin, hatte alles wieder im Kopf parat und war gespannt, wie es weiter gehen würde.
Die Idee rund um das Zeugenschutzprogramm konnte mich ja im ersten Teil total begeistert. Klar war es dieses Mal auch immer noch irgendwie Thema, aber hauptsächlich ging es doch eher vom Verschwörung und fiese Machenschaften, was mich aber auch gereizt hat.
Die Spannung war eigentlich ziemlich früh wieder da und ich mitten drin in der Geschichte und gefesselt am Lesen. Dennoch gab es trotz der sozusagen ständigen Bedrohung ein paar Stellen, wo es hätte etwas spannender sein können. Also nicht, dass es langweilig war, das auf keinen Fall. Denn es gab immer mal wieder unverhoffte Wendungen.
Das Ende konnte mich voll und ganz überzeugen. Alles hat sich zusammen gefügt, es wurde noch einmal spannend, und es hat mich zufrieden zurück gelassen.

...Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin hat mir ja schon im ersten Teil "Atemlos" recht gut gefallen. Auch wenn er nicht unbedingt was besonderes ist, hat sie es mit wenigen Seiten geschafft, Spannung zu vermitteln und mich in ihren Bann zu ziehen. Das war hier natürlich auch wieder der Fall.

...Charaktere:
Die Charaktere kannte man ja dieses Mal eigentlich schon, trotzdem fand ich es an anfangs etwas verwirrend, dass sie plötzlich wieder ihre alten Namen zum Teil hatten. Klar irgendwie logisch, aber am Anfang etwas ungewohnt.
Anna mochte ich im ersten Teil ja total gerne und auch dieses Mal war das weitestgehend der Fall. Sie hat ziemlich viel Mut gewiesen, aber war teilweise auch etwas dumm und naiv. Aber vielleicht war das auch einfach aus Angst.
Ethan ist nach wie vor mein Favorit. Er tut einfach alles für Anna und versucht sie abzulenken, ihr zu helfen, steht es einfach zusammen mit ihr durch und ist für sie da. Einfach der perfekte Freund, den man sich in der Situation eben wünscht.
Generell waren die Personen gut dargestellt, so auch Thomas und die Anderen.


Fazit:
Eine solide Fortsetzung und ein gelungener Abschluss! Auch wenn das Thema Zeugenschutzprogramm nicht mehr so allgegenwärtig ist wie im ersten Teil, geht es dennoch drum und eben viel um Hinterhalt und Verschwörung. Man kommt ziemlich gut in die Geschichte rein und auch die Spannung ist fast sofort da. Das Ende konnte mich zufrieden stellen und es hat Spaß gemacht, zu lesen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der auch schon "Atemlos" gelesen hat und schon gespannt auf die Fortsetzung bzw den Abschluss wartet. Ansonsten empfehle ich jedem "Atemlos", der gerne etwas über das Zeugenschutzprogramm oder über Hinterhalt und Verschwörung lesen möchte oder der einfach nur ein spannendes Jugendbuch sucht.