Posts mit dem Label 5 von 5 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 5 von 5 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 26. Oktober 2018

Rezension: "Das große Los" von Meike Winnemuth

Sie gewinnt bei 'Wer wird Millionär' und lebt das Leben, von dem sie die ganze Zeit geträumt hat. Eine Reise um die Welt und zu sich selbst.

Allgemeine Infos:
Verlag: Penguin
Reihe: nein
Originaltitel: Das große Los
Erscheinungsdatum: 11.06.2018
Seitenzahl: 336
ISBN: 978-3-328-10268-7


Klappentext:
Wie ist es, wenn man das Leben führt, von dem alle träumen? Meike Winnemuth berichtet von einer unglaublichen Reise um die Welt: ein Jahr und zwölf Städte über alle Kontinente hinweg. Mit Tempo, Humor und viel Gespür für die Besonderheiten der Menschen erzählt sie von ihren Erfahrungen und zahllosen Aha-Erlebnissen. Ein inspirierendes Buch über den Rausch der Freiheit, das Glück des Zufalls und die Überraschungen, die man nicht zuletzt mit sich selbst erlebt.


Mein Lesegrund:
Irgendwie hatte ich dieses Buch schon unglaublich lange im Auge, weil es mich irgendwie fasziniert hat. Wer stellt sich schließlich nicht vor, im Lotto oder bei 'Wer wird Millionär' zu gewinnen, und was man mit dem Geld machen würde.


Meine Meinung:
Wir begleiten Meike Winnemuth auf ihrer Reise um die Welt und auch zu sich selbst. Denn mit dem Geld erfüllt sie sich den Wunsch, zu reisen. 12 Monate lang verbringt sie jeden Monat in einer anderen Stadt und lernt dabei viel über die Menschen und die Kultur. Denn sie lässt sich einfach treiben, macht touristisches Sightseeing, aber trifft sich auch viel mit Einheimischen, kommt ins Gespräch und entdeckt eben auf diese Weise unglaublich viel.

Vor allem wird sie sich bei dieser Reise immer mehr über sich selbst klar. Was sie möchte, was sie sucht und was sie glücklich macht. Denn sie hat im Prinzip Zeit und probiert Sachen aus, die sie immer schon mal machen wollte, aber angeblich nie Zeit hatte. Doch nach diesem Jahr stellt sie fest, dass Zeit und Geld nie das Problem waren. Denn ihre Arbeit kann sie problemlos von unterwegs erledigen.
Man muss sich die Zeit einfach bewusst nehmen, sich seine Träume erfüllen.

Dieses Buch ist somit nicht nur ein einfacher Reisebericht, sondern auch eine Reise zu unseren Wünschen. Denn ganz viel, das Meike feststellt, konnte ich so oder ähnlich nachvollziehen bzw konnte mich darin wieder finden. So gibt es also nicht nur den ein oder anderen Reisetipp, sondern auch Idee fürs Leben.

Der Aufbau des Buchs hat mir sehr gut gefallen. Aus jeder Stadt schreibt die Autorin einen Brief an jemand bestimmten. Jedes Mal an wen anders. Darin erzählt sie von ihren Erfahrungen und Erlebnissen. Aber sie lässt uns auch an ihren Gedanken teilhaben, ihre Ängste und Sorgen spielen auch häufig eine Rolle. Oder einfach ihr Glücklichsein, das man förmlich in den Zeilen spüren kann.
Am Ende jedes Briefes gibt es noch ein paar Fotos und eine 10 Punkte-Liste, welche Erkenntnisse sie aus der Stadt und dem Erlebten für sich mitnimmt.
Durch die Briefe hatte ich irgendwie das Gefühl, als würde sie mir persönlich ihr Erlebtes erzählen, was es nochmal greifbarer macht.

Fazit:
Ich habe es einfach so unglaublich gerne gelesen! Es war mir eine Freude, Meike auf ihrer Reise zu begleiten und ihre Erfahrungen und Gedanken zu lesen. Ich habe mir Markierungen für Reisetipps gemacht, aber auch interessante Gedanken zum Leben und zu unseren Träumen. Denn manchmal sollten wir einfach was wagen und die Zeit jetzt nutzen.
Genau das konnte Meike mir mit diesem Buch vermitteln.

Lest dieses Buch! Ihr werdet eure Freude daran haben, wenn ihr gerne reist. Oder wenn ihr einfach gerne Erlebnisse lesen möchtet. Wie jemand seinen Traum lebt, der nicht immer rosarot ist.

Sonntag, 13. August 2017

Rezension: "What if? Was wäre wenn?" von Randall Munroe

Hier werden wirklich die unglaublichsten Fragen vollkommen wissenschaftlich und witzig beantwortet. 

Allgemeine Infos:
Verlag: Penguin
Reihe: nein
Originaltitel: What if?
Erscheinungsdatum: 14.11.2016
Seitenzahl: 368
ISBN: 9783328100317


Klappentext:
Die verrücktesten Fragen wissenschaftlich beantwortet von Internetphänomen Randall Munroe, dem genialen Erfinder von xkcd.com. Munroes urkomische und originelle Antworten erklären alles: Von der Wahrscheinlichkeit, in der gesamten Weltbevölkerung seinen Seelenverwandten zu treffen, bis zur Anzahl an Menschen, die den täglichen Kalorienbedarf eines ausgewachsenen Tyrannosaurus decken würden.

Meine Meinung:
Lange hat mich dieses Buch überhaupt nicht interessiert. Bis es dann irgendwie neu aufgelegt wurde und wir es im Laden an jeder Ecke liegen hatten - das perfekte Weihnachtsgeschenk. Also habe ich es prompt zu dem gemacht und es mir selbst geschenkt.
Seitdem hat mich das Buch durch die Monate begleitet und ich habe mal mehr und mal weniger Fragen gelesen. Und es war super interessant, spannend, unterhaltsam, verblüffend. Einfach alles zusammen.
Klar manche Themen oder Fragen fand ich nicht so interessant wie andere. Aber trotzdem haben mich 90% interessiert und der Autor hat einfach so einen tollen Schreibstil, um trockene Fakten mit Witz und Humor zu verpacken. Manchmal liest man es besser mit einem Augenzwinkern und teilweise kann man noch echt was lernen.
Dieses Buch kann wirklich nur jedem empfehlen, der schon mal damit geliebäugelt hat. Oder den absurde Fragen interessieren, der offen für Neues ist, was etwas wissenschaftlich ist.
Einfach mal eine etwas andere Kurzgeschichtensammlung für den Nachttisch!

Mittwoch, 22. April 2015

Rezension: "Funklerwald" von Stefanie Taschinski

Eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft und Akzeptanz mit liebevollen Zeichnungen und einer Moral aus der Geschichte.


Allgemeine Infos:
Verlag: Oetinger
Reihe: nein
Originaltitel: Funklerwald
Erscheinungsdatum: 20.01.2015
Seitenzahl: 255
ISBN: 9783789148071


Klappentext:
Du kannst alles schaffen, wenn ein Freund dir die Pfote reicht!

Das Luchsmädchen Lumi lebt schon immer im Funklerwald und kennt jeden Baum und jedes Tier rund um ihren Bau. Der Waschbärenjunge Rus kommt ganz neu in den Wald und sucht dort mit seiner Familie eine Heimat. Als Lumi in eine Felsspalte fällt, hilft Rus ihr aus der Patsche. Aber die anderen Funklerwald-Tiere mögen keine Neulinge. Und sie beschließen: Die Waschbären sollen verschwinden! Lumi und Rus müssen ganz schnell einen Weg finden, damit die Waschbären bleiben dürfen. Und dieser Weg führt sie in die gefährlichsten Regionen des Waldes, zu der weisen Fledermaus Maushardt und dem geheimen Wandelbaum …


"Ich hab mir gedacht, eine Gans, die zwei linke Füße hat, muss zwei rechte Flügel haben." (Seite 60)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich wunderschön und spricht mich total an, so mit dem Wald und Lumi und Rus. Der Titel passt auch ziemlich gut, immerhin geht es um den Funklerwald. Der Klappentext macht neugierig auf eine niedliche und spannende Geschichte.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem normalen Alltag von Lumi, wie sie mit ihren Freunden spielt und ihre Tante ihr Jagen und Fährten lesen beibringt. Alles scheint wie immer, bis sie plötzlich Rus begegnet..
Die Idee fand ich wunderschön. Wie Lumi sich Rus und seiner Familie annimmt und versucht, dass er im Funklerwald bleiben darf, obwohl alle anderen dagegen sind.
Das ganze Buch ist einfach wie ein modernes Märchen und lässt sich super auf unsere heutige Gesellschaft übertragen. Auch bei uns kommen immer wieder 'Andere' in unseren Lebensraum und wollen dort Fuß fassen, doch die wenigsten von uns akzeptieren das. Dabei sollte man doch eigentlich jedem die gleiche Chance geben, und genau das zeigt dieses Buch.
Die Geschichte hatte stellenweise eine überraschende Spannung. Man musste einfach weiter lesen und hat mit Lumi und Rus gehofft und gebangt, aber auch viele schöne Momente erlebt.
Besonders aufgefallen sind mir die liebevollen Zeichnungen, die es fast auf jeder Seite gibt. Mal sind es kleine Blätter oder auch Teile der aktuellen Szene. Das war total passend und echt schön.
Am Ende ist natürlich alles gut ausgegangen, immerhin ist es ja für Kinder geschrieben. Aber man bleibt schon irgendwie etwas nachdenklich zurück und man denkt über die Intention der Autorin nach.

...Schreibstil:
Der Schreibstil hat super zum Buch gepasst. Die Sätze waren nicht allzu lang, so dass man sie auch mit acht Jahren gut verstehen kann. Außerdem war die Geschichte aus Sicht des allwissenden Erzählers geschrieben, so dass man auch einen Einblick in die anderen Charaktere bekommen hat. Aber hauptsächlich ging es um Lumi und Rus.

...Charaktere:
Lumi ist ein sehr aufgewecktes Luchsmädchen, das wahnsinnig gerne mit ihren Freunden Borste und Rissa spielt. Dabei sollte sie doch endlich mal lernen, wie man Fährten liest und Fische fängt. Doch sie hat andere Sachen im Kopf, vor allem als sie dann Rus entdeckt beweist sie eine Menge Mut und widersetzt sich den anderen.
Rus hat hingegen nicht so ein leichtes und unbeschwertes Leben. Er muss sich um seine Familie kümmern, die allerdings im Funklerwald nicht willkommen ist. Doch Lumi steht ihm zur Seite, auch wenn sie anfangs skeptisch war.
Die ganzen Charaktere waren wundervoll dargestellt. Man konnte sie gut in sie hineinversetzen und hatte ein genaues Bild vor Augen. Auch wenn man nicht mit jedem einverstanden war.

Fazit:
Eine wunderschöne Geschichte, fast schon wie ein modernes Märchen. Es geht um Freundschaft, Akzeptanz und Anderssein. Liebevolle Charaktere, wunderschöne Zeichnungen und eine tolle Geschichte machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem! Dabei gibt es natürlich auch eine Moral, wie es sich für ein ordentliches Märchen gehört^^
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne ein modernes Märchen lesen möchte, in dem es um Freundschaft, Akzeptanz und Anderssein geht. Oder jedem, der gerne eine Tiergeschichte liest, die wunderschön gestaltet ist. Nicht nur ein tolles Leseerlebnis für Kinder ab 8 Jahre sondern auch für Erwachsene!

Montag, 13. April 2015

Rezension: "Final Cut" von Veit Etzold

Ein Video eines Mordes - Scherz oder Realität? Auf den Spuren eines grausamen, perfiden Mörders, der unberechenbar ist und sein Spielchen mit Clara spielt...


Allgemeine Infos:
Verlag: Bastei Lübbe
Reihe: Teil 1 von 4
Originaltitel: Final Cut
Erscheinungsdatum: 18.05.2012
Seitenzahl: 391
ISBN: 9783838716015


Klappentext:
Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und einen Feind.

Die Freunde sind virtuell,
der Feind ist real.

Er wird Dich suchen.
Er wird Dich finden.
Er wird Dich töten.

Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und keiner wird etwas merken.

Ein Killer, der wie ein Computervirus agiert: unsichtbar und allgegenwärtig. Er nennt sich der Namenlose, und seine Taten versetzen ganz Berlin in Angst und Schrecken. Hauptkommissarin Clara Vidalis und ihr Team sind in der Abteilung für Pathopsychologie ohnehin schon für die schweren Fälle zuständig, aber die Vorgehensweise dieses Verbrechers raubt selbst ihnen den Atem. Perfide und genial, lenkt er die Ermittler stets auf die falsche Fährte. Und erst allmählich begreift die Kommissarin, dass der Namenlose sein grausames Spiel nicht mit der Polizei spielen will, sondern nur mit einem Menschen: mit ihr, Clara Vidalis. Während die Ermittler noch verzweifelt versuchen, die Identität des Killers aufzudecken, startet der Medienmogul Albert Torino eine neue Casting-Show. Und es gibt jemanden, der diese Show für seine eigenen, brutalen Zwecke nutzen wird: der Namenlose.


"Manchmal ist Stille wirklich Stille. Aber Sie haben recht. Meist ist sie nur die Lautlosigkeit des Laserpointers im Zielfernrohr, bevor der Schuss fällt." (Seite 33)

"Manchmal haben triviale Dinge etwas Unheimliches; man kann spüren, dass etwas Grausames aus ihnen hervorkommt oder dass etwas Schreckliches in ihnen steckt, auch wenn es ganz alltägliche Dinge sind." (Seite 48)

"Zum Handeln gab es keine Alternative. Das Leben hatte sie gelehrt, dass es immer besser war, etwas zu tun. Manchmal war es sogar besser, das Falsche zu tun, als gar nichts." (Seite 57)

"Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." (Seite 63)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover wirkt sehr düster und es ist super gemacht mit den Schnitten, die echte Schnitte im Cover ist. Der Titel passt dazu natürlich sehr gut, ebenso wie zur Geschichte, auf das Minimalste herunter gebrochen. Der Klappentext ist etwas lang, aber macht unglaublich neugierig und verrät auch nicht zu viel.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem 12. Opfer. Man ist dabei, wie der junge Mann sich auf seinen Liebhaber aus dem Internet freut und dann grausam getötet wird. Das ließ mir ja schon mal den ersten Schauer über den Rücken jagen und ich war sehr gespannt auf die weitere Geschichte und was mich noch alles erwarten würde.
Die Idee war richtig spannend. Ein grausamer Mörder, der sein Spielchen mit der Kommissarin spielt und sie scheinbar verhöhnen möchte. Welche Gemeinsamkeit haben die Beiden? Warum gerade sie? Was plant er als nächstes?
Die Spannung war wirklich vom ersten Kapitel an da. Denn schon das hat es, wie oben beschrieben, in sich. Die Geschichte ist wirklich nichts für schwache Nerven, denn es gibt wirklich grausame Stellen, die total unter die Haut gehen. Aber auch viele Hintergrundinfos über das Täterdenken, über die Erstellung von Täterprofilen und sowas erwarten den Leser hier. Das war total interessant zu lesen, und habe ich bisher in dem Ausmaß selten in einem Thriller gehabt.
Das Ende hatte es wirklich in sich. So viele Wendungen und so viel Spannung, einfach unglaublich.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war wahnsinnig spannend. Schon die ersten Seiten haben mich richtig gefesselt. Dazu die verschiedenen Perspektiven und die ganze Zeit die Frage, was passiert als nächstes, wie hängt das alles zusammen, wer ist Täter und wer Opfer?
Es gibt einfach so viele Facetten, die richtig spannenden Stellen, aber auch die psychologischen Erklärungsversuche, die Emotionen, das alles hat Veit Etzold so toll geschrieben, dass ich mich einfach in den Zeilen verloren und alles um mich herum vergessen habe.

...Charaktere:
Clara ist einem sofort zugänglich. In ihrer Vergangenheit hat sie einen schweren Verlust erlitten, nämlich den Tod ihrer Schwester, woraufhin sie sich geschworen hat, Verbrecher zu jagen und den Mörder ihrer Schwester zu finden. Dieser Verlust ist in der ganzen Geschichte gegenwärtig und man merkt, dass es sie auch nach 20 Jahren noch sehr mitnimmt. Sie war mir einfach total sympathisch
Martin Friedrich, auch MacDeath genannt, ist ein beeidruckender Mann mit einer Menge Wissen, der die meisten Fakten in den Ermittlungen liefert. Anfangs fand ich ihn etwas arrogant, aber sehr schnell habe ich ihn, wie Clara, schätzen gelernt.
Auch die anderen fand ich sehr gut dargestellt. Sowohl den Täter als auch die Opfer. Von allen hatte man ein recht gutes Bild im Kopf und insgesamt war alles sehr stimmig. Was mir besonders gut gefallen hat, war die nicht ganz so klischeehaften Ermittler. Klar hat auch Clara ihre privaten Probleme, aber es ist mal keine Scheidung oder sowas. Außerdem ist ihr Partner Winterfeldt mal nicht im typischen Alter und wirkt auch nicht so klischeehaft. MacDeath ergänzt ebenfalls durch seine Ungewöhnlichkeit. Ein sehr interessantes Ermittlertrio.

Fazit:
Ein wirklich spannender und grausamer Thriller! Die Spannung ist von Anfang an da, dazu der tolle facettenreiche Schreibstil und das interessante Ermittlertrio, das wirklich mal nicht so klischeehaft ist, wie man es schon häufiger mal gelesen hat. Eindeutig kein Buch für schwache Nerven, denn manche Passagen gehen wirklich unter die Haut mit ihrer Grausamkeit.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne einen spannenden Thriller lesen möchte, der sowohl grausam als auch sehr psychologisch ist. Wer also keine schwachen Nerven hat, und gerne mal was spannendes liest, sollte sich diesen Thriller nicht entgehen lassen.

Montag, 30. März 2015

Rezension: "Die Stadt der träumenden Bücher" von Walter Moers

Ein absolutes Muss für Bücher- & Fantasyliebhaber! Lasst euch entführen nach Buchhaim, wo Literatur nicht nur begeistert, sondern auch gefährlich werden kann.


Allgemeine Infos:
Verlag: Piper
Reihe: Teil 1 von 3 / Teil 4 von 8
Originaltitel: Die Stadt der träumenden Bücher
Erscheinungsdatum: 01.04.2006
Seitenzahl: 476
ISBN: 9783492246880


Klappentext:
Können Bücher wirklich träumen? Bücher können alles, sogar töten!

Der junge Dichter Hildegunst von Mythenmetz erbt ein makelloses Manuskript, dessen Geheimnis er ergründen möchte. Die Spur weist nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher … Walter Moers entführt uns in das Zauberreich der Literatur, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können. Nur wer bereit ist, derartige Risiken in Kauf zu nehmen, möge dem Autor folgen. Allen anderen wünschen wir ein gesundes, aber todlangweiliges Leben!


"Es ist wie beim Schreiben eines Romans: Am Anfang ist alles ganz leicht, die ersten Kapitel schreiben sich mit dem größten Schwung. Aber dann wirst du irgendwann müde, du blickst zurück und siehst, dass du erst die Hälfte hinter dir hast. Du blickst nach vorn und siehst, dass die andere Hälfte noch vor dir liegt. Wenn du dann den Mut verlierst, bist du verloren. Es ist leicht, etwas zu beginnen. Es ist schwer, etwas zu Ende zu bringen." (Seite 436)

"Von den Sternen kommen wir, zu den Sternen gehen wir. Das Leben ist nur eine Reise in die Ferne." (Seite 465)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Die ganzen Bücher und in der Mitte der Buchling mit dem Buch gefallen mir wahnsinnig gut, weil es auch einfach total gut zur Geschichte passt. Ebenso der Titel ist richtig gelungen. Der Klappentext klingt richtig spannend und hat mich schon seit Jahren angesprochen, bis ich es mir endlich gekauft habe.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einer Warnung von Hildegunst von Mythenmetz selbst, dieses Buch, seine Geschichte, nicht weiter zu lesen. Er empfiehlt es jedem und freut sich später über jeden, der sich doch traut, seiner Geschichte zu lauschen. Ich war natürlich total gespannt und wollte unbedingt diese Geschichte erfahren, und sehen, was mich da erwartet.
Die Idee ist einfach der Hammer! Bücher, die nicht einfach nur Bücher sind, sondern auch gefährlich sein können. Auf der Suche nach dem Autor, der das perfekte Manuskript geschrieben hat, macht Hildegunst von Mythenmetzt sich auf nach Buchhaim, der Stadt der Bücher.
Das mag für den ein oder anderen jetzt vielleicht nicht so spannend klingen, aber da irrt ihr euch. Die Geschichte braucht zwar so 30-40 Seiten, bis es so richtig los geht, aber dann lässt einen die Geschichte auch nicht mehr los. Ich habe die ganze Zeit nur gedacht, ich möchte weiter lesen, wieder nach Buchhaim und mit Hildegunst die Welt der Literatur entdecken.
Die Geschichte hat einfach so einen Sog und so eine Faszination auf mich ausgeübt. Es ist so viel passiert und immer wieder gab es etwas neues zu entdecken, in dieser Welt voller Literatur und ungewöhnlichen Dingen. Es gab so viel Spannung und irgendwie ist es nie langweilig geworden. Außerdem waren immer mal wieder Zeichnungen von Walter Moers, die die Geschichte einfach noch mal greifbarer gemacht haben.
Das Ende hat mich mitgenommen. Es war total spannend und berührend, ich habe mitgefiebert und geweint. Einfach ein total gelungenes Ende für diese Geschichte. Ich bin gespannt, wie es im zweiten Teil weiter gehen wird und was dort alles tolles passiert.

...Schreibstil:
Der Schreibstil ist einfach der Hammer! Diese ganzen Bilder, die Walter Moers mir in den Kopf gezaubert hat, diese völlig andere Welt, die Bücher, die Wesen, einfach alles. Eine sehr bildhafte und fesselnde Sprache hat mich in diesem Buch erwartet. Man musste einfach weiter lesen, wollte mehr neue Bilder in seinem Kopf.

...Charaktere:
Die Charaktere wurden dank des tollen Schreibstils ganz wunderbar beschrieben. Da man eh tolle Bilder im Kopf hatte von der Umgebung, galt das selbe auch für die Charaktere. Ab und an gab es ja auch mal eine Skizze von Walter Moers und die Gestalt war endgültig in meinem Kopf verankert.
Hildegunst von Mythenmetz macht sich auf, einen grandiosen Autor zu finden, und begibt sich nach Buchhaim. Fasziniert von der völlig anderen Welt voller Literatur, lässt er sich treiben und versucht dem Manuskript Stück für Stück auf die Spur zu kommen. Dabei zeigt er viel Mut und macht einiges durch, aber erlebt auch sehr schöne Situationen.


Fazit:
Ein Hammerbuch! Eigentlich bin ich nicht der Fantasy-Leser, aber dieses Buch konnte mich einfach nur begeistern. Ein sehr bildhafter und fesselnder Schreibstil, eine völlig andere Welt, eine Geschichte, die sich um die Liebe zur Literatur dreht und eine unglaubliche Spannung.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne High-Fantasy liest oder damit anfangen möchte. Hier überwiegt zwar die Fantasy, aber es geht um die Liebe zur Literatur und generell um eine sehr spannende Geschichte, die ich einfach jedem empfehlen kann, der sich irgendwie mit Fantasy anfreunden kann!

Freitag, 20. März 2015

Rezension: "Die letzten Tage von Rabbit Hayes" von Anna McPartlin

Rabbit Hayes hat nur noch neun Tage. Neun Tage, um von der Welt und den Menschen, die sie liebt, Abschied zu nehmen...


Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: The last days of Rabbit Hayes
Erscheinungsdatum: 20.03.2015
Seitenzahl: 504
ISBN: 9783499269226


Klappentext:
Erst wenn das Schlimmste eintritt, weißt du, wer dich liebt.
Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst ...


" 'Scheiße!', flüsterte sie und umklammerte das Lenkrad. 'Scheiß am Stiel, miese Schweinescheiße, verfickte, verfluchte, verlauste Kackerkacke! Ach Mist!' Mollys Herz lag in Scherben und mit jedem 'Scheiße!', das ihr über die Lippen kam, flogen die Splitter in alle Himmelsrichtungen." (Seite 10)

"Wenn ich reinlaufen kann, könnte ich auch wieder rauslaufen. Rein theoretisch, dachte sie." (Seite 12)
Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover fällt einem sofort ins Auge, obwohl es schwarz  ist. Aber durch die Blumen und den weißen Titel sticht es einfach raus. Der Titel passt wunderbar zum Buch und ich bin froh, dass der englische Titel übernommen wurde. Der Klappentext hat mich sofort in seinen Bann gezogen und ich wusste, dieses Buch musst du lesen!

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit der Fahrt von Molly und Rabbit zum Hospiz. Zunächst weiß man nicht, wohin die Reise geht, aber bereits nach dem ersten Kapitel war ich in der Geschichte drin und hatte einen ersten Überblick über die einzelnen Personen.
Die Idee der Geschichte konnte mich sofort überzeugen. Ich mag solche traurigen Geschichte, in denen man genau weiß, dass jemand stirbt und den Weg dorthin. In dem Sinne ist es kein neuartiges Buch.
Aber hier begleitet man Rabbit Hayes und ihre Familie in den letzten neun Tagen, die ihnen zusammen bleiben. Dabei erfährt man nicht nur viel über Rabbit, sondern über jeden einzelnen von ihnen, über ihre Ängste und Hoffnungen, aber auch über ihr Leben und ihre Träume, sowie über die Vergangenheit. Ganz besonders über Rabbits Vergangenheit, über ihr Leben.
Sozusagen gab es noch eine Geschichte in der Geschichte, nämlich die in der Vergangenheit, meistens aus Rabbits oder Jonnys Perspektive, manchmal aber auch in kurzen Abschnitten bei den anderen Perspektiven zu finden. Diese zweite Geschichte fand ich ebenfalls wahnsinnig toll und ergreifend. Sie hat super zu der eigentlichen Geschichte gepasst, hat einen leichten Kontrast gebildet, aber eben auch wundervoll ergänzt, ganz besonders zum Ende hin.
Das Ende kann man sich ja eigentlich denken und genau so war es dann auch. Ich habe bitterlich geweint, das Buch zu geklappt und weiter geweint. Es hat mich einfach so unglaublich berührt, obwohl man sich das Ende wirklich denken kann und alles auch darauf hinaus läuft. Aber genau das hat das Buch für mich ausgemacht: Man weiß einfach, wohin die Reise geht.

...Schreibstil:
Das Buch ließ sich wirklich gut lesen und der Schreibstil war wirklich angenehm. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es relativ viele Dialoge und innere Monologe gab, aber das fand ich einfach super. Die Geschichte wurde immer wieder aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die eigentlich kapitelweise gewechselt haben. Das fand ich einfach richtig gut, da man so von jedem etwas erfahren hat, wie die Familie und die Freunde mit allem umgehen und die Situation wahrnehmen.

...Charaktere:
Ich möchte gar nicht so genau auf die einzelnen Personen eingehen, nur dass es eine große Vielfalt gibt, alle Altersstufen und Personentypen vertreten sind und es somit auch immer mal wieder zu lustigen Situation oder hitzigen Diskussionen kommt.
Jeder war super dargestellt, direkt aus dem Leben gegriffen, und so toll beschrieben, dass man sich super in jeden einzelnen rein versetzen konnte und mit ihm gefühlt und gelitten hat.


Fazit:
Ich kann meine Begeisterung gar nicht in Worte fassen! Ein wunderschönes, tieftrauriges, aufbauendes Buch über die letzten Tage von Rabbit Hayes und ihrer Familie. Es geht um Schmerz und Verlust, aber auch um Hoffnung und Freude auf der anderen Seite. Einfach ein unglaublich tolles Buch, das mich zum Weinen gebracht hat, obwohl man die ganze Zeit weiß, was passieren wird. Es war so emotional, so real, so authentisch und ehrlich, wie es auch im wahren Leben ist. Durch die Vielzahl der Charaktere und Perspektiven wird deutlich, dass jeder mit so einer Situation anders umgeht, und jeder andere Gefühle und Gedanken hat.
Ich empfehle dieses Buch einfach jedem, der gerne ein emotionales und authentisches Buch über Trauer und Verlust lesen möchte, das gleichzeitig aber auch wunderschön ist und Hoffnung macht.

Donnerstag, 19. März 2015

Rezension: "Die Achse meiner Welt" von Dani Atkins

Wenn du plötzlich eine zweite Chance bekommst. Wenn du plötzlich an einem ganz anderen Punkt in deinem Leben stehst und die Möglichkeit hast, alles besser zu machen, solltest du sie nutzen!


Allgemeine Infos:
Verlag: Droemer Knaur
Reihe: nein
Originaltitel: Fractured
Erscheinungsdatum: 01.08.2014
Seitenzahl: 374
ISBN: 9783426515396


Klappentext:
Rachel ist jung, beliebt, verliebt und wird in wenigen Wochen ihr Traumstudium beginnen. Perfekt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der ihr alles nimmt. Sie verliert den besten Freund, ihre Zuversicht und die Balance. Jahre später wird ihre Welt zum zweiten Mal auf den Kopf gestellt. Denn als sie nach einem schweren Sturz im Krankenhaus erwacht, ist ihr Leben plötzlich so, wie sie es sich immer erhofft hat. Die damalige Tragödie hat es anscheinend nie gegeben. Ihr bester Freund lebt und ist an ihrer Seite. Wie kann das sein? Und wie fühlt sich Rachel in ihrem neuen Leben – mit dem Wissen über all das, was zuvor geschah?


" 'Demnach bin ich also ein Unikum, hm?' Ich begann zu grinsen. 'Absolut einzigartig?' 
'Daran habe ich nie auch nur eine Sekunde meines Lebens gezweifelt.' " (Seite 286)

Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das blaue Cover mit der Frau bei Nacht und dem Schatten finde ich wunderschön und es hat mich magisch angezogen, als ich es zum ersten Mal sah. Der Titel ist unglaublich schön und passend. Außerdem macht der Klappentext neugierig und verrät nicht zu viel.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem schicksalhaften Abend des Unfalls. Das letzte Zusammentreffen der Freunde, ehe sich alles verändern wird, ehe sie alle ihre Wege ins Studium gehen. Doch dann passiert der Unfall und Rachels bester Freund stirbt und alles verändert sich. Ich war einfach so gefesselt von diesem Anfang und habe so mitgefiebert und gebangt und war so traurig. Also einfach ein wahnsinnig toller Einstieg, um den Leser zu fesseln und zum Weiterlesen zu bewegen!
Die Idee ist mir so in dieser Form noch nicht begegnet. Erst der Unfall und das schwierige Leben danach. Doch nach einem weiteren Unfall findet sie sich in einem Leben wieder, wie sie es sich immer erträumt hat und alles scheint anders zu sein. Einfach die Idee einer zweiten, einer besseren Chance fand ich so toll und konnte mich so begeistern.
Nicht nur der Anfang der Geschichte konnte mich fesseln, sondern auch das weitere Geschehen. Es war einfach so turbulent, wie Rachel mit ihrer Verwirrung zunächst umgehen muss und die Suche nach der Wahrheit. Ich musste einfach die ganze Zeit weiter lesen und wissen, was mit Rachel passiert ist und was noch so passieren wird, sozusagen in der zweiten Version ihres Lebens. Dabei gab es vieles, was mich total überrascht hat und auch manches, was man sich denken konnte. Aber immer war es total interessant und irgendwie auch spannend.
Das Ende war der Hammer! Damit hätte ich nie gerechnet und es hat mich total begeistert. Alleine deswegen müsst ihr dieses Buch lesen!

...Schreibstil:
Der Schreibstil war so schön vielfältig. Es gab total unterschiedliche Situationen in diesem Buch, dramatische, lustige, romantische - einfach alles. Und alle habe ich mit Freude gelesen. Ich habe mich die ganze Zeit total wohl in diesem Buch und mit diesem Schreibstil gefühlt. Er hat einfach perfekt gepasst und ich würde auch jedes weitere Buch der Autorin lesen!

...Charaktere:
Rachel ist eine sehr starke Person. Sie hat den Unfall überlebt, aber wird jeden Tag an ihn und den Verlust, die Veränderung erinnert, wenn sie in den Spiegel schaut. Trotzdem hat sie sich ein schönes Leben aufgebaut, bis zu jenem zweiten Unfall. Sie kämpft darum, hinter die Wahrheit zu kommen, zu erfahren, warum das passiert ist. Ich konnte mich so unglaublich gut in sie hineinversetzen. Sie ist mir wirklich ans Herz gewachsen!
Jimmy ist Rachels bester Freund schon seit Kindertagen. Die beiden haben alles zusammen erlebt, sie geben sich Halt und er ist immer für sie da. Auch in Zeiten, wo ihr niemand so wirklich glaubt bzw keiner weiß, was er glauben soll, ist er für sie da und unternimmt mit ihr Ausflüge, glaubt ihr und kümmert sich um sie. Er ist einfach so eine wahnsinnig liebenswürdige Person, die ich mir genau so auch in meinem Leben wünschen würde.
Auch die anderen Personen sind gut dargestellt. Manche von ihnen bedienen so die Klischees, wie Cathy, aber das hat einfach gut zur Geschichte gepasst.


Fazit:
Ich hätte anfangs nicht gedacht, dass mich das Buch so begeistern würde. Die Geschichte fängt zwar dramatisch an, aber der spätere Verlauf verzaubert, begeistert und fesselt. Ich musste einfach weiter lesen, wozu auch der tolle Schreibstil beträgt. Außerdem gibt es wundervolle Charaktere, die man sich auch in seinem eigenen Leben genau so wünschen würde. Natürlich kommt auch die Liebe nicht zu kurz und man gerät ganz schön ins Schwärmen. Aber der Höhepunkt ist eindeutig das Ende, was keiner so erwarten wird und was mich restlos begeistern konnte!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der ein wunderschönes Buch lesen würde, was anders ist, als man zu Beginn denkt. Das einen wundervollen Höhepunkt bereit hält so wie die Möglichkeit, eine zweite Chance im Leben zu nutzen. Einfach ein toller Roman über das Leben und die Liebe!

Montag, 16. März 2015

Rezension: "Scherbenmädchen" von Liz Coley

Manche Ereignisse kannst du alleine nicht ertragen und du zersplitterst innerlich...


Allgemeine Infos:
Verlag: Bastei Lübbe / One
Reihe: nein
Originaltitel: Pretty Girl 13
Erscheinungsdatum: 12.02.2015
Seitenzahl: 251
ISBN: 9783846600061


Klappentext:
Angie ist dreizehn Jahre alt, als sie entführt wird. Erst drei Jahre später taucht sie wieder auf. Doch sie kann sich an nichts erinnern. Auch nicht daran, woher die Narben an ihren Fußgelenken stammen. Kleine Frau, Pfadfinderin und Engel könnten ihr helfen, die Vergangenheit Stück für Stück wieder zusammenzusetzen. Denn jede von ihnen trägt einen kleinen Teil von Angies dunklem Geheimnis in sich. Doch sie wissen, dass Angie das gesamte Ausmaß des Erlebten nicht ertragen kann. Sie würde zerbrechen ...


"Einen kurzen Augenblick lang hast du dich zu einem winzigen festen Lichtpunkt zusammengeballt und gespürt, wie du von deinem Körper abgetrennt wurdest. Du hast dich versteckt. Und wir haben dich verborgen gehalten, bis du wieder in Sicherheit warst." (Seite 10)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover fällt mit seinem roten Hintergrund und dem Mädchen direkt ins Auge und ich finde, so bildlich passt es gut zur Geschichte. Auch der Titel in Kombi mit dem Cover ist gut gewählt. Der Klappentext macht neugierig und zeigt schon gleich, um welches Thema es sich handelt.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem Verschwinden von Angie, damals als sie im Zeltlager war. Dann macht die Geschichte einen Zeitsprung, drei Jahre sind vergangen und Angie schließt die Haustür auf und ist endlich wieder zu Hause. Ich war sofort in der Geschichte drin, und wollte wissen, was dem Mädchen damals zugestoßen ist und warum es jetzt plötzlich nach Hause kommt.
Die Idee ist auf der einen Seite nicht unbedingt neu und auf der anderen Seite wahnsinnig interessant. Mich fasziniert die Krankheit der mulitplen Persönlichkeitsstörung und deshalb wollte ich das Buch auch unbedingt lesen. Die Krankheit wurde ziemlich gut erklärt und war sehr spannend mit der Geschichte verknüpft und sehr bildhaft dargestellt, so dass man das, was in Angies Kopf vorgeht, sehr gut nachvollziehen konnte.
Die Geschichte war von Anfang an spannend und man wollte, musste einfach weiterlesen. Zwar hatte ich vorneherein meine Vermutung, was mit Angie während der drei Jahre passiert ist, womit ich auch richtig lag, doch trotzdem hält das Buch noch die ein oder andere Überraschung bereit, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne.
Letztendlich lag der Fokus der Geschichte nicht auf der Entführung selbst sondern vor allem auf der Verarbeitung der Ereignisse von Angie mithilfe ihrer Therapeutin, wo es dann eben um die multiple Persönlichkeitsstörung ging. In diesem Bereich lag einfach die Hauptspannung der Geschichte und es war auf jeden Fall sehr gut gemacht!
Das Ende wurde noch einmal richtig spannend und konnte mich zu Tränen rühren. Ein wirklich würdiger Abschluss für die Geschichte.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war wirklich ganz wunderbar zu lesen und hat mich richtig an das Buch gefesselt. An den passenden Stellen sehr spannend und dann wiederum sehr bildhaft, wenn es um Angies Gedankenwelt und die Krankheit ging. Sehr schön fand ich es, dass es immer mal wieder Passagen der Persönlichkeiten gab, die kursiv hervorgehoben waren. Das hat es für mich irgendwie noch authentischer gemacht.

...Charaktere:
Angie ist eine unheimlich starke Person, was vor allem am Ende noch einmal ganz deutlich wird und mir Tränen in die Augen getrieben hat. Sie hat drei Jahre Entführung hinter sich, wo sie Dinge erlebt hat, die niemand erleben sollte, und aufgrund dessen, sich Teile ihrer Persönlichkeit abgespalten haben, um leichter damit leben zu können. Sie selbst ist ein sehr faszinierender Charakter, aber auch die verschiedenen Teile ihrer Persönlichkeiten sind mir teilweise wirklich ans Herz gewachsen. Klingt vielleicht komisch, aber beim Lesen werdet ihr das verstehen.
Angies Therapeutin fand ich eine wahnsinnig nette Person, bei der man einfach das Gefühl hatte, man kann ihr alles erzählen und sie fragt nicht unnötig nach sondern wartet ab. Also eigentlich die Traumtherapeutin, die riesigen Einsatz zeigt, um Angie und ihren Persönlichkeiten zu helfen.


Fazit:
Ein tolles, spannendes Buch, auch wenn die Spannung auf einer anderen Ebene ist, als man das bisher gewohnt ist, nämlich auf der psychologischen, sozusagen im Kopf der Protagonistin. Diese leidet nämlich an einer multiplen Persönlichkeitsstörung. Außerdem überzeugt die Geschichte durch einen tollen, teilweise recht bildhaften Schreibstil, eine interessante Idee und eine sehr mutige Protagonistin.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne etwas zur multiplen Persönlichkeitsstörung lesen möchte, oder jedem, der einen spannenden Jugendthriller sucht, bei dem die Spannung mal auf einer anderen Ebene liegt.

Samstag, 28. Februar 2015

Rezension: "Love Letters to the Dead" von Ava Dellaira

Über ein Mädchen, das einen schweren Verlust erlitten hat, und dank Briefen an tote Persönlichkeiten wieder zu sich selbst findet und lernt, den Schmerz und das Geschehen zu verarbeiten.


Allgemeine Infos:
Verlag: cbt
Reihe: nein
Originaltitel: Love Letters to the Dead
Erscheinungsdatum: 23.02.2015
Seitenzahl: 231
ISBN: 9783570163146


Klappentext:
Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …


"Ich glaube, wenn man etwas verliert, das einem wirklich viel bedeutet, ist das so, als würde man ein Stück von sich selbst verlieren." (Seite 11)

"Man muss sich im Leben auch mal selbst ans Steuer wagen, statt immer nur Passagier zu bleiben." (Seite 15)

"Warum glaubst du, ist die Liebe das tiefste Gefühl, das Menschen empfinden? Weil sie beides zugleich ist. Solange wir lieben, fühlen wir uns beschützt und haben dabei doch trotzdem ständig Angst." (Seite 108)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich unglaublich schön gemacht und es hat mich sofort angesprochen. Der Titel passt ziemlich gut zum Inhalt und der Klappentext gibt einen guten Eindruck vom Buch und zeigt, worauf das Buch hinaus läuft.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt direkt mit einem Brief an Kurt Cobain, in dem Laurel erklärt, warum sie ihm schreibt. Sie fängt dann auch direkt an zu erzählen, von der Highschool und ihrem Leben. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Brief. Den Einstieg in die Geschichte fand ich sehr gut, einfach direkt mit der Tür ins Haus sozusagen, aber ich hätte es mir nicht anders gewünscht. Ich war sofort in der Geschichte drin und wollte mehr über Laurels Leben erfahren.
Die Idee war echt toll und konnte mich irgendwie von Anfang an begeistern: Laurel schreibt Briefe an tote Persönlichkeiten, und erzählt diesen von ihrem Leben und ihren Problemen. Und wir dürfen das Ganze ebenfalls lesen.
Die komplette Geschichte ist in Briefform geschrieben, aber das vergisst man zwischendrin einfach komplett. Die Briefe sind so toll geschrieben, als wäre es einfach eine ganz normale Geschichte. Außerdem gibt es erstaunlich viele Dialoge und nicht nur indirekte Rede.
Ich muss gestehen, dass ich viele der Persönlichkeiten, an die Laurel geschrieben hat, nicht wirklich kannte. Aber Laurel hat in ihren Briefen immer zu dem jeweiligen Leben etwas geschrieben und so hatte man eine ungefähre Ahnung und konnte das alles besser nachvollziehen. Auch die Lieder, die genannt wurden, kannte ich nicht, aber sie hatten sicherlich immer zur Situation gepasst, wenn man sie dazu gehört hätte.
Die Entwicklung und das Tempo haben mir sehr gut gefallen. Man merkt, dass Laurel anfangs ihre Probleme hat und sehr zu kämpfen hat mit dem Tod ihrer Schwester und dem Verlustgefühl. Doch es ist wunderschön zu sehen, wie die Briefe ihr dabei helfen, das Geschehene zu verarbeiten und wieder zu sich selbst zu finden. Bis sie irgendwann so weit ist, die Nacht noch einmal Revue passieren zu lassen und darüber zu reden, was passiert ist.
Das Ende war wirklich gut gelungen und genau darauf hatte ich die ganze Zeit gehofft. Es war richtig passend und hat sehr gut zum Rest der Geschichte gepasst, damit Laurel und auch wir als Leser damit abschließen können.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war trotz des ernsten Themas wirklich angenehm zu lesen. Wie schon geschrieben, hat man gar nicht gemerkt, dass das ganze Buch nur aus Briefen bestand. Außerdem gab es viele tolle Gespräche, die auch wirklich als Dialoge und nicht in indirekter Rede geschrieben waren, was ich sehr positiv fand.

...Charaktere:
Laurel hat einen sehr schweren Verlust erlitten und versucht anfangs, wie ihre tote Schwester zu sein, um besser in ihrem Leben klar zu kommen und das Geschehene zu vergessen. Doch dabei verdrängt sie eigentlich nur alles und irgendwie wird es nicht besser. Das fand ich anfangs etwas schwierig, dass sie in sich immer ihre Schwester sieht und genau so sein möchte, wie diese. Irgendwo fand ich das zwar nachvollziehbar und wahrscheinlich würden viele an ihrer Stelle genau so handeln, aber da durch wirkte sie auf mich nur noch verzweifelter und trauriger.
Hannah und Nathalie waren mir anfangs etwas unsympathisch. Ich dachte, sie seien arrogant und würden sich über Laurel lustig machen. Aber letztendlich haben sie sich als wirklich tolle Freunde entpuppt, mit denen sie viel Spaß haben konnte, was sie abgelenkt hat, aber auch einiges Problematisches erlebt hat.
Generell habe ich viele der Personen, also die Nebencharaktere, anfangs falsch eingeschätzt. Irgendwie wirkten sie alle am Anfang einfach anders und klischeehaft. Aber das waren sie nicht. Die Autorin hat sich wirklich tolle Personen ausgedacht, die viel mehr in sich bergen, als man denkt. Jeder hat irgendwie sein eigenes Problem und seine eigene Art, damit umzugehen. Das war wirklich interessant und hat auch mal etwas von Laurel abgelenkt und die Geschichte vielfältiger gemacht.


Fazit:
Diese Buch nimmt einen einfach mit und beschäftigt einen, weil man sich dem ganzen Ausmaß gar nicht bewusst ist. Es ist ganz sicher kein leichtes Buch und auch kein leichtes Thema, sonders sehr ernst und tiefgründig. Ich hatte anfangs nicht gedacht, dass so viel hinter diesem Buch steckt. Die Charaktere sind sehr vielfältig und wurden von mir alle am Anfang falsch eingeschätzt, aber ich habe sie schätzen gelernt. Der Schreibstil ist sehr toll und man merkt gar nicht, dass man eigentlich nur Briefe liest. Außerdem ist das Ende unglaublich toll und genau, wie ich es mir vorgestellt habe.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der ein mitreißendes, ernsthaftes Buch lesen möchte, über ein Mädchen, das ihre Schwester verloren hat und lange braucht, um mit diesem Verlust und dem, was damals passiert ist, klar zu kommen. Jeder, der sie bei diesem Weg begleiten möchte, sollte das tun, denn es ist wirklich empfehlenswert!

Donnerstag, 5. Februar 2015

Rezension: "Eindeutig Liebe" von Jessica Thompson

Sienna trifft Nick und verliebt sich auf Anhieb in ihn, ohne ihn zu kennen. Dann trifft sie ihn auf der Arbeit wieder und sie werden Freunde - beste Freunde. Die Gefühle bleiben und werden stärker, doch irgendwie fehlt die Situation und der Mut...


Allgemeine Infos:
Verlag:
Bastei Lübbe
Reihe: nein
Originaltitel: This is a Love Story
Erscheinungsdatum: 21.09.2012
Seitenzahl: 460
ISBN: 9783404167876


Klappentext:
Mann trifft Frau, Frau verliebt sich in Mann – das ist nichts Besonderes. Doch als Sienna Nick kennenlernt, ist es anders als in anderen Liebesgeschichten. Sie sieht Nicks gefährlich braune Augen und denkt: Fall. Nicht. In. Sie. Hinein.
Denn wer wäre da, um sie aufzufangen, wenn sie fällt? Sienna ist so zerbrechlich. Sie hat so viele Geheimnisse, und er scheint es nicht sonderlich ernst zu meinen.
Ein Roman über einen Mann und eine Frau, die sich von Anfang an unendlich lieben – und doch erst einmal nur das Beste und Schlimmste zugleich werden, was möglich ist: beste Freunde.


"Aber wenn es Liebe ist, echte Liebe, dann möchte ich wirklich, dass sie einander finden. Denn ich glaube, dass die Liebe eine überwältigende, alles verzehrende Kraft darstellt, und wenn sie aufrichtig ist, kann man sie nicht ignorieren. Ganz gleich, wie lange es dauert, irgendwann tritt sie einem die Tür ein. Sie hält einen nachts wach. Sie beherrscht die Gedanken und verbrennt die Seele." (Seite 445)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist eigentlich ganz süß gemacht und fühlt sich sogar etwas strukturiert an, was ich ganz gern mag. Der Titel ist perfekt und zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Den Klappentext finde ich sehr gelungen und hat mich sofort angesprochen.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit der ersten Begegnung im Zug. Sienna sieht Nick das erste Mal und findet ihn sofort interessant und attraktiv und fängt das Schwärmen an. Auf dem Weg zur Arbeit denkt sie weiter darüber nach und vergisst ihn schließlich. Immerhin wird sie ihn eh nie wieder sehen. Und dann plötzlich taucht er an ihrem Arbeitsplatz auf und stellt sich als Kollege vor. Dann erleben wir das erste Mal sozusagen aus Nicks Perspektive noch einmal rückblickend. Ich war irgendwie sofort in der Geschichte drin und wollte unbedingt wissen, wie es mit den beiden weiter geht.
Die Idee war jetzt nicht unbedingt einmalig, aber dafür sehr realitätsnah und ich konnte es mir einfach sehr gut vorstellen.
Auch wenn man jetzt vielleicht denken könnte, dass es eine kitschige Liebesgeschichte ist. Dem ist nicht so. Es geht viel um das alltägliche Leben, Hilfsbereitschaft, Freundschaft. Die Liebe ist zwar immer da, aber tritt häufig in den Hintergrund. In erster Linie geht es um das Leben von Sienna und Nick, die beste Freunde sind.
Vielleicht hätte man das Buch an manchen Stellen etwas kürzen können, weil vielleicht nichts nennenswertes für die Geschichte passiert ist. Aber trotzdem habe ich mich so unglaublich wohlgefühlt, dass es genau passend war, wie es war.
Das Ende war eigentlich wie erwartet und ich konnte das Buch glücklich und zufrieden zu klappen.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war auf den ersten Seiten sehr locker und dann hat er sich verändert. Raus aus Siennas Fantasie und rein in die Wirklichkeit. Der Umschwung hat mich anfangs etwas Eingewöhnung gekostet, doch dann ließ es sich sehr gut lesen.
Die Perspektiven von Sienna und Nick fand ich sehr gut und es war toll, dass sie sich auch manchmal überschnitten haben, so dass man bestimmte Situation noch einmal aus einem anderen Blickwinkel erfahren hat.

...Charaktere:
In die Charaktere habe ich mich wirklich sofort verliebt und sie sind mir so ans Herz gewachsen.
Da wäre natürlich als erstes Sienna. Eine recht junge Frau, die sehr glücklich mit ihrem Job in der Redaktion ist. Sie steht gut im Leben und versucht alles unter einen Hut zu bekommen. Den Rücken bekommt sie immer wieder von ihrer besten Freundin gestärkt.
Nick steht kurz vor seinem 30. Geburtstag und macht erst mal eine schmerzliche Erfahrung. Davon erholt er sich dank der Arbeit und Sienna aber recht schnell und kann sich sogar mit dem nahenden Geburtstag irgendwie abfinden.
Pete ist mir wirklich ans Herz gewachsen, auch wenn ich ihn anfangs wirklich unsympathisch fand. Aber schon bald erzählt er seine traurige Geschichte und man möchte ihn am liebsten in den Arm nehmen und ihm irgendwie helfen.
George hat es definitiv nicht leicht im Leben und ist krankheitsbedingt sehr eingeschränkt. Trotzdem nimmt ihm das keineswegs seine Lebensfreude und seine Menschenkenntnis.


Fazit:
Ein wunderschönes Buch über Nick und Sienna, die beste Freunde sind und große Gefühle füreinander haben. Die Charaktere sind einfach so wundervoll und liebenswürdig, dass sie einem sofort ans Herz wachsen. Man kann sich einfach so gut mit ihnen identifizieren. Der Schreibstil war sehr passend, wenn auch auf den ersten Seiten etwas gewöhnungsbedürftig. Auch wenn die Geschichte nicht einmalig ist, konnte sie mich trotzdem begeistern. Es geht einfach um so viel mehr als nur um Liebe, sondern um Freundschaft, Vertrauen, Hilfsbereitschaft, aber eben auch um Liebe.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der mal eine etwas andere Liebesgeschichte lesen möchte, bei der die Liebe nicht immer im Vordergrund steht, aber von Anfang bis Ende da ist. Eine Geschichte, bei der es in erster Linie um eine wunderbare Freundschaft geht, die so einiges mitmacht. Einfach ein Buch zum Eintauchen und Wohlfühlen, zum Schwärmen und Träumen.

Sonntag, 30. November 2014

Rezension: "Letztendlich sind wir dem Universum egal" von David Levithan

Allgemeine Infos:
Verlag:
Fischer
Reihe: Teil 1 von 2
Originaltitel: Every day
Erscheinungsdatum: 24.03.2014
Seitenzahl: 251
ISBN: 9783841422194


Klappentext:
Die Geschichte einer ungewöhnlichen ersten großen Liebe – und ein phantastischer Roman, wie er realistischer nicht sein könnte

Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren.

Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Mit ihr will er sein Leben verbringen, für sie ist er bereit, alles zu riskieren – aber kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist zwar eigentlich sehr schlicht gehalten, aber die verschiedenen Gesichter passen einfach unglaublich gut zur Geschichte, eben die verschiedenen Personen, in denen A aufwacht. Der Titel gefällt mir sehr gut und bekommt auch eine Bedeutung. Der Klappentext ist toll und sprechend geschrieben und macht Lust, das Buch zu lesen.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt genauso wie für A jeder Tag beginnt: Er wacht in einem neuen Körper auf und muss erst mal herausfinden, wer er ist und was von ihm so verlangt wird. Genau so wie A in die Leben der Körper geworfen wird, wird der Leser in die Geschichte geworfen. Doch dann kommt eine kleine Einführung sozusagen über As Leben und man ist mitten in der Geschichte und ich wollte unbedingt mehr erfahren.
Die Idee jeden morgen in einem anderen Körper aufzuwachen, jeden Tag ein anderes Leben zu leben, kein Leben zwei Mal zu leben, fand ich ziemlich interessant, aber auch sehr berührend. Ich könnte das nicht, einfach nur für einen Tag und dann nie wieder. Doch A hat keine andere Möglichkeit und versucht immer, das Beste daraus zu machen, ohne zu viel zu verändern. Bis er eines Tages Rhiannon begegnet und damit nimmt sein Schicksal seinen Lauf...
Mich hat As Leben unheimlich berührt, da ich es mir eben nicht vorstellen könnte, kein eigenes Leben in dem Sinne zu haben. Vor allem wenn plötzlich Gefühle ins Spiel kommen, die eigentlich niemals wahr werden können. Aber trotzdem hat er den Wunsch und versucht alles.
Auch wenn jeder Tag von A irgendwie ähnlich aufgebaut ist, gab es doch Tage, die anders waren, die mich fesseln konnten, an denen ich gehofft habe. Obwohl jedes Kapitel somit einen ähnlichen Aufbau hatte, hat es sich nicht gezogen.
Das Ende war seltsam. Es hat mich nicht so glücklich gemacht, aber das war auch nicht wirklich zu erwarten. Es gab einfach eine Wendung, die ich so nie erwartet hätte. Aber da ich weiß, dass es noch einen zweiten Teil, zumindest aus Rhiannons Sicht geben wird, kann ich vielleicht besser damit leben.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war jetzt nicht unbedingt was besonderes, aber durchaus angenehm. Man konnte die Geschichte sehr gut lesen und ich war voll und ganz drin. Dafür war die Idee ja was besonderes.

...Charaktere:
A hat mich fasziniert. Irgendwie war er für mich von vorn herein männlich, auch wenn er auch in Mädchenkörpern aufwacht. Doch so vom Charakter her. Auch wenn es jeden Tag eine andere Person ist, hat man doch als Leser einiges über A selbst erfahren und ich konnte ihn so gut verstehen und er hat mich ziemlich fasziniert.
Rhiannon ist eine sehr geduldige und unheimlich liebe Person. Ich fand es toll, wie sie mit A umgegangen ist, auch wenn sie anfangs rechts skeptisch war.


Zitate:
"Wir geben uns gern mit okay zufrieden, denn in den meisten Fällen ist okay völlig ausreichen." (S. 9)

"Sich in jemanden zu verlieben, heißt nicht, damit genauer zu wissen, was der andere empfindet. Man weiß nur, was man selbst empfindet." (S. 75)

"Wenn die erste Liebe endet, wird den meisten mit der Zeit klar, dass damit nicht alles vorbei ist. Die Liebe ist für sie noch nicht gestorben. Sie sind für die Liebe noch nicht gestorben. Es wird nie wieder so sein wie bei der ersten, aber in mancher Hinsicht besser." (S. 241)


Fazit:
Ein unglaublich tolles Buch! Die Idee ist wirklich einzigartig und konnte mich berühren. Eine etwas andere Liebesgeschichte, aber irgendwie auch eine Geschichte über das Leben. Die Charaktere haben die Geschichte vor allem ausgemacht und für mich zu einem tollen Buch gemacht!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine Geschichte über das Leben, aber auch über die Liebe lesen möchte. Wo es aber irgendwie auch um mehr geht. Ich kann es so schlecht in Worte fassen, aber lest dieses Buch!

Montag, 24. November 2014

Rezension: "Selection - Die Elite" von Kiera Cass

Allgemeine Infos:
Verlag:
Fischer
Reihe: Teil 2 von 3
Originaltitel: The Elite
Erscheinungsdatum: 17.02.2014
Seitenzahl: 243
ISBN: 9783737362429


Klappentext:
Das ganz große Glück?

Von den 35 Mädchen, die um die Gunst von Prinz Maxon und die Krone von Illeá kämpfen, sind mittlerweile nur noch 6 übrig. America ist eine von ihnen, und sie ist hin- und hergerissen: Gehört ihr Herz nicht immer noch ihrer großen Liebe Aspen? Aber warum hat sich dann der charmante, gefühlvolle Prinz hineingeschlichen? America muss die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen. Doch dann kommt es zu einem schrecklichen Vorfall, der alles ändert.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich sehr schön und passend gewählt zum ersten Teil. Auch der Titel passt perfekt und der Klappentext verrät nicht zu viel. Hier passt einfach alles.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mitten im Geschehen, wie America neben Maxon liegt und über alles nachdenkt. Sofort ist man wieder in der Geschichte drin, weil sie alles Vergangene noch mal Revue passieren lässt und mich so direkt abgeholt hat. Dann geht es auch schon genauso weiter, wie es aufgehört hat, mit ihren Gedanken, wie sie sich entscheiden soll.
Die Idee zieht sich nach wie vor fort, der Prinz muss sich aus dem Volk eine Prinzessin suchen und von den damals 35 Bewerberinnen sind noch 6 übrig, eben die Elite. Die Geschichte gefällt mir immer noch gut und ich bin begeistern von dieser Mischung aus Germany's next Topmodel und Panem, auch wenn man es irgendwie doch wieder nicht richtig vergleichen kann.
Auch jetzt liegt der Hauptschwerpunkt wieder darin, dass die Mädchen sich darstellen und Maxon gefallen. Dabei steckt dieses Mal aber auch sehr viel Kritik an der vorherrschenden Gesellschaft, was ich unglaublich interessant fand und so ein bisschen Abwechslung brachte.
Anfangs dachte ich, dass es vielleicht irgendwann anstrengend wird mit Americas Gedanken und dem ganzen Hin und Her, aber überraschenderweise war das überhaupt nicht so. Ich fand es eher ziemlich spannend, weil sie dauernd die Situation geändert hat und dann doch wieder was unverhofftes passiert ist und die Geschichte die ganze Zeit im Umbruch war.
Das Ende war dann eher wieder etwas ruhiger, aber ziemlich offen, so dass ich sehr auf den dritten Teil hoffe. Wobei ich ehrlich gesagt nicht genau weiß, in welche Richtung er sich entwickeln wird.

...Schreibstil:
Der Schreibstil gefällt mir immer noch ziemlich gut, eben locker leicht zu lesen. Die Erklärungen vor allem zu den schwierigen Themen, fand ich gut verständlich und haben den Lesefluss keineswegs gestört.

...Charaktere:
Mittlerweile sind noch 6 Mädchen im Casting übrig und ich muss gestehen, dass ich mir von ihnen kaum eine so wirklich merke konnte. Aber auch ihre Charakterzüge waren schnell wieder aufgegriffen. Manche bleiben jedoch etwas blasser und andere treten mehr hervor, so dass man nicht all zu überfordert ist.
America ist mir nach wie vor die Liebste. Da man hautnah bei ihren Gedanken dabei ist, kann ich mich sehr gut in sie hineinversetzen und sie verstehen.
Maxon finde ich immer noch etwas schwierig einzuschätzen, weil er sehr wechselhaft und geheimnisvoll ist und deshalb häufig etwas unverhofftes von ihm kommt. Aber eigentlich mag ich ihn.
Auch von Aspen erfährt man dieses Mal etwas mehr und ich finde sein Verhalten einfach klasse, wenn auch manchmal etwas schwer nachvollziehbar.
Immer noch begeistert bin ich teilweise von diesen Stereotypen im Casting, die wirklich alles mit allen Mitteln versuchen. Einfach klasse!


Zitate:
"Liebe war eine schöne Form von Angst." (S. 51)

"Es ist einfach so. Wie ein Naturgesetz. Der Himmel ist blau, die Sonne ist hell und Aspen liebt America." (S. 93)


Fazit:
Eine tolle Fortsetzung! Die Geschichte rund um America und Maxon geht weiter und nimmt Veränderungen an, die ziemlich unvorhersehbar waren und das auch mehr als ein Mal. Zu keiner Zeit war es langweilig, im Gegensatz ich war vollkommen gefesselt. Die Liebesgeschichte und das Hin und Her finde ich keinesfalls nervig sondern wahnsinnig interessant außerdem gibt es Abwechslung zwischendrin. Ich bin schon wahnsinnig gespannt auf den letzten Band!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der auch schon den ersten Band "Selection" gelesen hat und gut fand. Ansonsten fangt erst damit an. Ich empfehle es generell jedem, der eine Mischung aus Dystopie und Liebesgeschichte sucht, die ziemlich interessant ausgearbeitet ist!

Sonntag, 23. November 2014

Rezension: "Tanz auf Glas" von Ka Hancock

Allgemeine Infos:
Verlag:
Droemer Knaur
Reihe: nein
Originaltitel: Dancing on broken glas
Erscheinungsdatum: 02.09.2013
Seitenzahl: 517
ISBN: 9783426653227


Klappentext:
Vielleicht hätten Lucy Houston und Mickey Chandler sich nie verlieben dürfen. Und erst recht nicht heiraten. Denn beide haben ein schweres Schicksal zu tragen. Doch die Liebe geht ihre eigenen Wege, und so führen Lucy und Mickey eine ungewöhnliche, aber glückliche Ehe. Als ihr Leben eine dramatische Wendung nimmt, wird die Kraft ihrer Gefühle einer harten Prüfung unterzogen.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover gefällt mir sehr gut, auch wenn ich Personen auf Covern nicht so gern mag, passt es hier perfekt. Der Titel ist super gewählt und bekommt eine ganz tolle Bedeutung. Auch der Klappentext ist toll, aber bleibt doch etwas wage.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einem Rückblick in Lucys Kindheit, zu dem Tag, an dem sie zum ersten Mal die Todesfee gesehen hat. Ich muss zugeben, dass ich nach dem Prolog etwas verwirrt war und nicht recht wusste, wie das im weiteren Zusammenhang steht, also habe ich weiter gelesen.
Dann geht es auch schon unmittelbar mit Lucys Leben um jetzigen Zeitpunkt weiter, wie sie auf ihre Ärztin wartet und den Verlauf des weiteren Tages durchgeht. Jetzt war ich vollkommen drin in der Geschichte und wollte mehr erfahren, über Lucy, warum sie beim Arzt ist, warum Mickey in der Klinik ist...
Die Idee ist unheimlich schön, aber gleichzeitig auch so tragisch. Ein Paar, das sich gefunden hat und sich gegenseitig Kraft gibt, auch in schwierigen Zeiten, die leider sehr regelmäßig kommen. Doch eines Tages eine überraschende Nachricht, aber kurz drauf auch eine sehr schockierende. Wie kommen die beiden damit klar?
Die Themen, die behandelt werden, also die Krankheiten, fand ich ziemlich interessant und waren gut mit der Geschichte verknüpft. Es hat dem Ganzen einfach diese Spannung und vor allem Tragik gegeben. Recht schnell war ich in der Geschichte drin und hätte nie mit den ganzen Wendungen gerechnet. Ab einem gewissen Punkt war es jedoch vorhersehbar, aber das hat der tollen Geschichte keinen Abbruch getan.
Das Ende war einfach nur toll und traurig und wunderschön! Einfach genau passend für dieses wunderbare Buch.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war sehr angenehm und ich konnte mich gut in die Geschichte einfinden. Sehr gelungen fand ich die Perspektive. Hauptsächlich ging es aus Lucys Sicht, doch zu Beginn eines jeden Kapitels gab es Abschnitte aus Mickeys Sicht. So konnte ich mich einfach unglaublich gut in beide hineinversetzen und war der Geschichte noch viel näher.
Sehr schön fand ich auch die Rückblenden, wie Mickey und Lucy sich überhaupt kennen gelernt haben und was sie dabei empfunden haben.

...Charaktere:
Lucy ist eine unglaubliche Frau mit einem großen Willen. Sie lässt sich nicht unterkriegen und kämpft immer weiter, auch wenn es sehr schwer ist. Dabei hat sie immer den Rückhalt ihrer zwei Schwestern, die meistens zusammen halten aber immer für einander da sind.
Mickey ist krank, hat sich gelegentlich nicht unter Kontrolle, und ist trotz allem Lucys große Liebe. Auch er kann stark sein, aber ist doch meistens sehr verletzlich.
Insgesamt fand ich alle Charaktere unheimlich toll dargestellt und ich konnte mich wahnsinnig gut in sie hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Ich hatte von allen ein genaues Bild vor Augen, selbst von den Nebencharakteren.


Zitate:
"Lucy, jede Ehe ist ein Tanz - mal kompliziert, mal wunderschön, meistens wenig aufregend. Aber mit Mickey werden Sie manchmal auf Glasscherben tanzen. Das wird weh tun. Und entweder fliehen Sie vor diesem Schmerz, oder Sie halten sich noch besser fest und tanzen weiter, bis Sie wieder Parkett unter den Füßen haben." (S. 152)

"Der Tod ist nicht das Ende, Lulu. Und er tut nicht weh. Und wenn du keine Angst vor dem Tod hast, kannst du nach ihm Ausschau halten und vorbereitet sein..." (S. 263)


Fazit:
So ein unglaublich tolles Buch! Ich habe geweint und mitgefiebert, wie schon lange nicht mehr. Die Idee ist einfach grandios, aber gleichzeitig auch so lebensnah. Die Charaktere sind wunderbar dargestellt und man kann sich ziemlich gut in sie hineinversetzen. Auch wenn es um sehr ernste Themen geht, konnte man es einfach total gut lesen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine etwas andere Liebes-/ Lebensgeschichte sucht. Es geht um ernste Krankheiten, aber auch um die Schönheiten einer Ehe und der Hoffnung, aber auch um Angst. Einfach ein ganz tolles Buch, das tief berührt und zum Nachdenken bringt.

Montag, 27. Oktober 2014

Rezension: "Erebos" von Ursula Poznanski

Allgemeine Infos:
Verlag: Loewe
Reihe: nein
Originaltitel: Erebos
Erscheinungsdatum: 2011
Seitenzahl: 486
ISBN9783785573617


Klappentext:
In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Wer es startet, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Regeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und wer gegen die Regeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann Erebos auch nicht mehr starten.
Erebos lässt Fiktion und Wirklichkeit auf irritierende Weise verschwimmen: Die Aufgaben, die das Spiel stellt, müssen in der realen Welt ausgeführt werden.
Auch Nick ist süchtig nach Erebos – bis es ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist sehr prägnant, aber nur deswegen hätte ich es mir nicht gekauft. Der Titel ist ebenfalls sehr prägnant und passend, immerhin der Name des Spiels. Den Klappentext finde ich sehr gelungen und macht neugierig auf die Geschichte.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem normalen Schultag von Nick. Eigentlich nichts spektakuläres, aber sein Freund Colin verhält sich seltsam und redet mit Mitschülern, über die er sich sonst immer nur lustig macht. Und irgendwas haben sie getauscht. Er fühlt sich etwas außen vor, doch bald ist er mehr drin, als er anfangs dachte und er bekommt auch das Spiel "Erebos"...
Die Idee ist einfach mega genial und auch wenn ich selbst nicht der Zocker bin, weil mir dazu die Geduld fehlt, konnte mich die Idee in ihren Bann ziehen und mich faszinieren. Ein Spiel das mit dir spricht, also dir wirklich antwortet, und dir Aufträge in der Realität gibt, die ziemlich weit gehen.
Die Entwicklung der Geschichte fand ich genau passend so, auch wenn ich anfangs dachte, wann es denn endlich um das Spiel geht. Immerhin braucht es ein paar Seiten, bis Nick das Spiel bekommt. Auch im späteren Verlauf habe ich mich einmal gefragt, was jetzt die restlichen Seiten passiert, aber es ging genauso spannend weiter, wenn auch von einer anderen Seiten als vorher.
Die Wendungen der Geschichte fand ich sehr gut und genau im passenden Tempo. Als Nick das Spiel selbst spielt, kommen nur Geschehnisse aus dem Spiel selbst. Anfangs hatte ich gedacht, dass das vielleicht irgendwann langweilig oder eintönig wird, aber ich fand es überraschenderweise unheimlich spannend einfach nur von diesem Spielgeschehen zu lesen. Ich war förmlich selbst in diesem Spiel und habe auf jede neue Aktion von Erebos gewartet, auf den Boten oder einen neuen Gegner.
Es hat sich eine richtig tolle Spannung in diesem ganzen Buch aufgebaut, ab dem Moment, wo Nick das Spiel bekommen hat. Ich war so gefesselt und musste einfach weiter lesen, und habe gar nicht gemerkt, wie die Zeit verging. Die Wendungen, die das Buch genommen hat, waren wirklich überraschend und haben es noch spannender gemacht. Sowohl die im Spiel als auch in der Realität. Beides war einfach so raffiniert miteinander verknüpft, dass es schon wieder erschreckend war.
Das Ende, oder besser gesagt das, worauf es später hinauslief, hatte ich so niemals erwartet. Ich hatte es noch nicht mal ansatzweise vermutet. Die ganze Erklärung wurde sogar noch recht kompliziert, aber man konnte es ganz gut verstehen, sodass es den Gesamteindruck nur noch bestätigt hat.  Ansonsten ein grandioses und sehr zufriedenstellendes Ende, bei dem ich wirklich Tranchen in den Augen hatte.

...Schreibstil:
In diesem Buch habe ich ihren Schreibstil noch einmal ganz anders wahrgenommen. Viel fesselnder und spannender als bei "Saeculum". Direkt nach den ersten Seiten war ich so gefesselt und die Spannung ging teilweise wirklich unter die Haut. Die Beschreibung vom Spielgeschehen fand ich unheimlich interessant und überhaupt nicht langweilig oder zäh.
Gleichzeitig gab es auch ein paar Szenen, die sie so unheimlich niedlich geschrieben oder emotional geschrieben hat, dass ich wirklich Tranchen in den Augen hatte.

...Charaktere:
Nick, ein relativ normaler Junge, fühlt sich außen vor. Aber bald schon wird er Teil es Ganzen und ist fasziniert. Ich konnte mich das ganze Buch über gut in ihn hineinversetzen und fand ihn sehr sympathisch. Seine Wünsche waren gut überlegt und nicht allzu oberflächlich oder egoistisch. Zumindest hatte er nachher ein schlechtes Gewissen, was ihn sympathisch machte.
Auch die anderen Personen fand ich sehr gut dargestellt, auch wenn nicht alle sympathisch waren. Aber das müssen sie ja auch nicht. Manche sind mir leider etwas blass geblieben, aber dafür waren es einfach zu viele. Immerhin die Wichtigsten waren ausreichend dargestellt.

Fazit:
So ein geniales Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen! Es war unglaublich spannend und fesselnd, vor allem durch die Verknüpfung von Realität und Spiel. Das hat es für mich einfach einmalig und unheimlich realistisch und erschreckend gemacht. Die Seiten flogen nur so dahin und ich war wirklich wie gebannt, als würde ich selbst "Erebos" spielen, so sehr habe ich auf Neuigkeiten gewartet. Die Idee ist einfach mega, ein Spiel, was mit dir spricht und dir Aufträge in der Realität gibt und dich kontrolliert. Irgendwie ziemlich gruselig, aber auch sehr faszinierend.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der etwas Spannendes und Fesselndes sucht, das gleichzeitig erschreckt aber auch fasziniert. Man muss selbst kein 'Zocker' sein, um an diesem Buch seinen Spaß zu haben, das kann ich vollkommen bestätigen. Definitiv auch ein gutes Buch für Jungs, die ja in der Jugendliteratur eher zu kurz kommen. Aber auch für Erwachsene ein spannendes Lesevergnügen!