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Dienstag, 12. Januar 2021

Rezension: "What I like about you - Mitten ins Herz" von Marisa Kanter

Halle und Nash sind beste Freunde, zumindest online. Doch dann stehen sie sich plötzlich im wahren Leben gegenüber

Bibliografische Infos:
Verlag: One
Reihe: nein
Originaltitel: What I like about you
Übersetzerin: Barbara Röhl
Erscheinungsdatum: 30.09.2020
Seitenzahl: 476
ISBN: 978-3-8466-0105-1


Klappentext:
Es gibt eine Million Dinge, die Halle Levitt und ihren besten Freund Nash verbinden. Sie lieben Bücher, können stundenlang reden ... Und trotzdem verschweigt Halle ihm, wer sie wirklich ist. Denn online heißt Halle Kels – ist berühmte Buchbloggerin und hat alles, was ihr im echten Leben fehlt: Freunde, eine tolle Community, Selbstvertrauen und natürlich Nash. Dann wechselt sie für ihr Abschlussjahr an eine neue Schule, und plötzlich steht Nash leibhaftig vor ihr – da ist Chaos vorprogrammiert!


Meine Gedanken:
Wer selbst als Blogger:in, auf Bookstagram oder Twitter aktiv ist, wird gleich einen Draht zur Geschichte und somit zu Halle und Nash haben. Denn die Beiden haben sich genau dort kennengelernt, woraus eine gute Freundschaft entstanden ist. Mit diesem Setting habe ich mich sehr wohlgefühlt, denn ich kenne es aus eigener Erfahrung und es hat mich viel auch an die Anfangszeit vom Bloggen erinnert.
Das Schriftbild wird gelegentlich durch Textnachrichten aufgelockert, was ich ebenfalls als sehr passend empfunden habe. 

Dementsprechend stehen nicht nur Halle und Nash im Vordergrund, sondern auch ihre Leidenschaften. Neben Büchern und lesen, sind es zeichnen und Cupcakes backen. Während des Lesens habe ich so Lust bekommen, selbst zu backen. Vor allem Halle brennt wirklich für ihren Blog und dem, was sie sich damit aufgebaut hat. Diese Passion war sehr authentisch dargestellt. 

Aber Halle ist natürlich keine Einzelkämpferin sondern hat Familie, um die es in der Geschichte ebenfalls geht. Gemeinsam mit ihrem Bruder Ollie wohnt sie bei ihrem Gramps und zu dritt bauen sie sich ein Leben auf. Dabei geht es um Trauerbewältigung, was Halle sicherlich auch in Form ihres Blogs macht. 
Ollie fand ich als Nebencharakter sehr gelungen, weil er einen guten Gegenpol zu seiner Schwester darstellt und ihr manchmal auch ein bisschen ins Gewissen redet, wie ich es ebenfalls gern getan hätte.
Zusätzlich sei zu erwähnen, dass man nebenher noch etwas über das Judentum und ihre Bräuche erfährt, was ich sehr interessant fand und mir bisher noch nicht so häufig in Jugendbüchern begegnet ist.

Nun zum Knackpunkt der Geschichte, dem im Klappentext angekündigten Chaos. Zwischendurch hätte ich Halle echt schütteln können und hätte komplett anders gehandelt als sei. Gleichzeitig konnte ich sie und ihre Entscheidung auch gut verstehen und nachvollziehen. Die Autorin hat diese Zwickmühle sehr geschickt und authentisch beschrieben. 
Für Halle war es die richtige Entscheidung, so zu handeln. Das mag man als Leser:in gut finden oder eben nicht. Dementsprechend wird man auch die Geschichte mögen oder nicht. 
Ich persönlich mochte es, denn Bücher und Geschichten brauchen auch unperfekte Protagonisten/-innen, die nicht immer die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt treffen.
Trotz des ganzen Chaos ging es mir am Ende vielleicht einen Tuck zu schnell. Ich fand es schön und habe mich sehr gefreut, aber möglicherweise hätten hier ein oder zwei Kapitel mehr auch nicht geschadet. 


Fazit:
Insgesamt eine schöne, niedliche Liebesgeschichte rund um Bookstagram, Blogs & Co. 
Mit Halle und Nash begegnen wir zwei tollen jungen Erwachsenen, die ihre eigenen Ecken, Kanten und Geschichten haben und natürlich ihre Leidenschaften. Ergänzt wird das ganze durch eine Portion Familie, Verlust und natürlich Liebe. 
Mir hat die Geschichte und ihr Verlauf gut gefallen. Auch wenn ich mich persönlich wahrscheinlich anders entschieden hätte, konnte ich Halle verstehen und mit ihr mitfühlen. Das wird vielleicht nicht jedem so gehen, aber hey wer möchte schon immer von perfekten Charakteren in Büchern lesen?

Mittwoch, 29. Juli 2020

Rezension: "Wild - Sie hören dich denken" von Ella Blix

"Ein Wald, in dem alles möglich ist!"

Allgemeine Infos:
Verlag: Arena
Reihe: nein
Originaltitel: Wild - Sie hören dich denken
Altersempfehlung: ab 12 Jahre
Erscheinungsdatum: 01.05.2020
Seitenzahl: 376
ISBN:
978-3-401-60510-4


Klappentext:
Während einer Exkursion verschwindet die fünfzehnjährige Noomi auf rätselhafte Weise. Erst einen Tag später wird sie endlich gefunden: angsterfüllt und ohne Gedächtnis.

Verstörende Erinnerungsfetzen an eine blutige Jagd und massive Felsgipfel führen sie schließlich in ein abgelegenes Waldcamp. Was ist dort mit ihr geschehen? Auf der Suche nach Antworten folgt sie einer Spur tief ins Herz des Waldes. Doch ist sie bereit für die Wahrheit, die dort lauert?

Ein einsames Camp.
Ungezähmte Natur.
Ein Wald voller Mysterien.
Ein Geheimnis von zerstörerischer Kraft.

An dieser Stelle vielen Dank an den Arena Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Meine Meinung:
In der Geschichte begleiten wir vier Jugendliche in das Feel-Nature Camp für jugendliche Straftäter mitten im Wald. Jeder ist aus verschiedenen Gründen dort, die wir anfangs überhaupt nicht kennen und die vier untereinander auch nicht. Erzählt wird immer abwechselnd aus Sicht jedes Jugendlichen, was ich sehr gelungen fand. Wobei es mich gerade am Anfang noch verwirrt hat, bis ich die vier einander zuordnen konnte. Jedoch hat man da schnell den Bogen raus, denn die vier könnten unterschiedlicher nicht sein. So sollte eigentlich jeder seinen Liebling finden, wobei ich mit der Zeit mit allen ganz gut konnte.

Ein Lob für die Beschreibungen der Natur und vom Camp selbst. So bildhaft, lebendig und atmosphärisch, dass ich mich selbst gefühlt habe, als würde ich mitten im Wald stehen.  
Zusätzlich mochte ich den Verlauf der Geschichte, die kleinen Cliffhanger und Andeutungen an den Kapitelenden und wie langsam die Spannung aufgebaut wurde und ich unbedingt mehr erfahren wollte. 

Bis zum letzten Drittel der Geschichte hatte ich diverse Theorien, aber tatsächlich nur eine wage Vermutung, die auch nur in Teilen richtig war. Leider muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich den Klappentext der ersten Auflage nicht so gelungen finde, da er einem möglicherweise viel vorweg, wenn man einmal eine Vorahnung hat. 
Der oben eingefügte Klappentext ist von der zweiten Auflage, der deutlich besser und so spoilerfrei ist und einfach nur Spannung aufbaut. 

Die Auflösung selbst war zwar gut und rund, aber mir persönlich fehlte etwas. Selbstverständlich kann das Thema auch nur grob angerissen werden, aber dennoch finde ich, dass man hier hätte mehr ins Detail gehen können. Der Teil fiel also für meinen Geschmack zu kurz aus bzw wurde zu schnell erzählt.  

Vielleicht mag meine Einschätzung aber auch daran liegen, dass ich mit meinem Alter nicht mehr Original-Zielgruppe bin und allein der Tatsache wegen höhere Ansprüche habe. Oder aber natürlich, dass ich durch mein Studium eh Interesse an diesem Thema habe und da super viel zu wissen möchte.

Fazit:
Wen der Klappentext anspricht, sollte unbedingt mal rein lesen und und sich hoffentlich von der Geschichte und ihrer Spannung in den Bann ziehen lassen. Mich konnte beides überzeugen.

Spannung sowie eine spürbar tolle Atmosphäre bringen tolle Lesestunden. Die Grundidee fand ich gut umgesetzt. Jedoch hat mich gerade im letzten Drittel die Umsetzung ein bisschen enttäuscht. Das mag aber auch meinem Alter oder dem Interesse am Thema geschuldet sein. 

Übrigens finde ich es echt toll, dass das Buch auf Umweltpapier gedruckt wurde, quasi auch passend zum Thema Natur. Hat inhaltlich absolut nichts zu sagen, aber ich finde es gut und erwähnenswert vom Verlag! 

Mittwoch, 3. Juni 2015

Rezension: "Delirium" von Lauren Oliver

Wenn die Liebe eine Krankheit ist, und eine Heilung möglich ist. Aber was ist, wenn du das gar nicht möchtest?

Allgemeine Infos:
Verlag: Carlsen
Reihe: Teil 1 von 3
Originaltitel: Delirium
Erscheinungsdatum: 26.10.2011
Seitenzahl: 336
ISBN: 9783551582324


Klappentext:
Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.


"Man kann nicht glücklich sein, wenn man nicht manchmal auch unglücklich ist. Das weißt du doch, oder?" (Seite 22)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich bis auf das Gesicht eigentlich echt schön und passt super. Der Titel ist ok, aber der Untertitel gefällt mir besser. Der Klappentext hat mich total neugierig auf die Geschichte gemacht und deshalb musste ich es unbedingt lesen.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt eigentlich mit einem recht allgemeinen Kapitel, in dem es um die Krankheit geht und dass es dagegen ein Heilmittel gibt und wie Lena darüber nachdenkt, dass sie bald geheilt sein wird und wie ihr Leben dann ist. Der Einstieg hat mir eigentlich ganz gut gefallen, da man so überhaupt erst mal ein bisschen wusste, worum es geht.
Die Idee gefällt mir eigentlich total gut. Klar es ist mal wieder eine Dystopie, aber mal mit einem anderen Ansatz, nämlich dass die Liebe eine gefährliche Krankheit ist, von der man aber geheilt werden kann und soll.
Der Einstieg gibt einem schon mal einen ziemlich guten Einblick in die Thematik und die Krankheit an sich. Dennoch hätte ich mir an manchen Stellen vielleicht noch etwas mehr Infos gewünscht. Was kann ich gar nicht mal so genau sagen. Aber irgendwie fehlte mir was.
Ansonsten war es wirklich spannend bzw gut durchdacht. Stellenweise hat die Autorin einen echt in die Irre geleitet mit meinen Vermutungen und den vorherrschenden Tatsachen. Spannungsbogen und Erzähltempo haben mir auf jeden Fall gefallen.
Besonders ab der Mitte und zum Ende hat die Geschichte noch mal ordentlich zugelegt. Irgendwie habe ich mir das Ende fast gedacht, aber dennoch habe ich total mitgefiebert und gehofft und gebangt. Fest steht, dass ich die anderen beiden Teile auch unbedingt lesen muss. Denn so kann die Geschichte nicht enden.

...Schreibstil:
Die Geschichte ließ sich auf alle Fälle wirklich gut lesen, auch die Erklärungen zur Krankheit. Aber ich kann jetzt auch nicht unbedingt sagen, dass es was besonderes war. Zur Geschichte hat er jedenfalls gepasst.

...Charaktere:
Lena ist eine recht starke Person, aber denkt manchmal auch einfach viel zu viel über ein und den selben Punkt nach. Klar hat sie mit ihrer Mutter einen schweren Schicksalsschlag erlitten und ist deshalb in der Gesellschaft gestempelt, aber dennoch hat sie immer noch ihr Leben und muss wirklich nicht dauernd über die Vergangenheit nachdenken. Ansonsten fand ich sie super dargestellt mit ihrer Hoffnung, der Skepsis, der Angst, einfach ihr ganzer Charakter.
Aber auch Alex hat mir als Person sehr gut gefallen. Man merkt einfach direkt zu Anfang, dass irgendwie mehr hinter ihm steckt, als er anfangs zugeben möchte. Das macht ihn natürlich gleich geheimnisvoll und man möchte unbedingt mehr erfahren.
Generell waren die wichtigen Personen recht gut dargestellt und man konnte sich in sie hineinversetzen. Leider hatte ich Probleme damit, Lenas Familienmitglieder auseinander zu halten. Über die bekam man immer nur so bruchstückhafte Infos, die ich immer wieder durcheinander geworfen habe.


Fazit:
Mal eine andere Dystopie mit einer tollen Grundidee, die mich begeistert hat. Dennoch hätte ich mir stellenweise mehr Hintergrundinfos gewünscht, aber vielleicht bekomme ich die noch in den beiden folgenden Teilen. Die Charaktere fand ich super, auch wenn ich die Nebencharaktere etwas durcheinander geworfen habe. Vom Spannungsbogen und Erzähltempo her war es toll und ich freue mich auf die Fortsetzung!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne Dystopien liest aber da vielleicht mal etwas anderes lesen möchte. Ansonsten jedem, der sich für Liebesgeschichte unter schwierigen Bedingungen interessiert.

Montag, 1. Juni 2015

Rezension: "Mit uns der Wind" von Bettina Belitz

Wie schaffst du es unter 80.000 Menschen jemanden zu finden, den du noch nie zuvor gesehen hast? Und wie willst du das ganze bewältigen, wenn du bei extremen Gefühlen einfach einschläfst, weil du unter Narkolepsie leidest?

Allgemeine Infos:
Verlag: Script 5
Reihe: nein
Originaltitel: Mit uns der Wind
Erscheinungsdatum: 09.03.2015
Seitenzahl: 398
ISBN: 9783839001608


Klappentext:
Wie findet man unter den 80.000 Besuchern von Rock am Ring den einen, den man liebt? Bestsellerautorin Bettina Belitz, bekannt durch ihre Splitterherz-Trilogie erzählt eine Liebesgeschichte über Hingabe und Kontrolle und die Lust am Fliegen.

Mona kennt ihn nur von den Videos auf YouTube. Es berührt sie tief, wenn er sich mit seinem Power-Kite der Willkür des Windes überlässt. Als sie herausfindet, dass ihr „Drachenreiter“ ein populäres Rockmusikfestival besuchen will, überredet Mona ihren Bruder Manuel, sie dorthin mitzunehmen. Keine Selbstverständlichkeit für Mona, denn sie leidet unter einer seltenen Form von Narkolepsie: Sie schläft bei aufregenden Gefühlen regelmäßig ein. Eigentlich fährt Adrian nur zu dem Festival, weil er endlich bei der schönen Helen landen will. Doch dann läuft ihm dieses zierliche Mädchen mit dem Drachentatoo über den Weg. Ziemlich hübsch die Kleine, aber als sie endlich in seinen Armen liegt, schläft sie plötzlich ein. Wie merkwürdig ist das denn?


"Manchmal muss man loslassen, weil jedes weitere Festhalten Unglück bringt. Das ist keine Schande oder Feigheit, sondern - der eigentliche Mut und das eigentliche Vertrauen." (Seite 243/244)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist eigentlich ganz niedlich, aber passt nicht so super zum Inhalt. Der Titel hingegen passt total gut zum Inhalt. Der Klappentext hat mich wirklich total neugierig auf die Geschichte gemacht, so dass ich es mir auf der Messe direkt kaufen musste.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem Zeitpunkt, bevor Mona mit ihrem Bruder und dessen Freundin zu Rock am Ring aufbricht. Man merkt deutlich, dass sich alle große Sorgen um sie machen und keiner so richtig von dieser Idee begeistert ist, aber dennoch lassen sie sie gehen. Adrian ist derweil schon mit seinen Freunden auf dem Festivalgelände und denkt über die kommenden Tage nach. Nach dem ersten Kapitel war ich eigentlich schon sofort in der Geschichte drin.
Die Idee fand ich ja schon bei der Lesung auf der Buchmesse total interessant. Mona leidet unter schwerer Narkolepsie und möchte trotzdem auf Rock am Ring, um zum einen ihre Lieblingsband live zu sehen und zum anderen, um den Jungen zu treffen, den sie bisher nur von YouTube kennt. Das hat mich einfach total fasziniert mit der Krankheit und dann sozusagen so ein Risiko auf sich zu nehmen.
Wie gesagt war ich sofort im Bann der Geschichte drin und wollte auch unbedingt weiter lesen. Irgendwie hat mich die Geschichte um Mona, ihre Krankheit, ihre Träume und Wünsche so fasziniert und gefesselt.
Aber nicht nur das, auch die Liebesgeschichte fand ich wunderschön. Sie war irgendwie gar nicht so platt, wie man es manchmal liest, sondern einfach durch die ganze Situation so außergewöhnlich. Ich konnte mir das total gut vorstellen und es hat mich total glücklich gemacht, davon zu lesen.
Es gab viele Momente, die mich echt überrascht haben. Die Geschichte hatte wirklich ein gutes Erzähltempo und es wurde kein Stück langweilig. Ganz im Gegenteil ich hätte echt noch mehr lesen können.
Das Ende kam teilweise echt überraschend. Diese ganze Thematik mit dem Drachen und dem Fliegen war so schön und hat so gut einfach zur Geschichte gepasst und diese Auflösung war einfach so toll. Andererseits habe ich es mir genau so gewünscht und teilweise auch geahnt.

...Schreibstil:
Ich mochte den Schreibstil von Bettina Belitz echt gerne. Man konnte sich einfach so in die Geschichte fallen lassen und dem Alltag entfliehen. Außerdem fand ich es von den Perspektiven her total schön, dass immer erst aus Monas Sicht erzählt wurde und dann aus Adrians und sich das teilweise auch etwas überschnitten hat. Das hat einfach richtig gut zur Geschichte gepasst.

...Charaktere:
Mona hat definitiv kein leichtes Leben mit ihrer Narkolepsie, die sich absolut nicht beeinflussen kann. Doch sie möchte unbedingt zu Rock am Ring und widersetzt sich den Regeln und erlebt endlich, was es heißt, frei zu sein. Ich konnte ihre Einstellung zum Leben und ihre Wünsche echt gut nachvollziehen. Sie war einfach so toll und detailiert beschrieben, dass ich mich total gut in sie hineinversetzen konnte.
Adrian ist Kiter und auf YouTube recht bekannt. Doch eigentlich ist er ganz anders, als er sich im Internet gibt und das wird dem Leser auch bald recht deutlich und da durch ist er mir gleich viel sympathischer geworden. Auch ihn fand ich echt gut beschrieben.
Generell waren auch die Nebenpersonen mit viel Liebe beschrieben, besonders die Beiden von Rock am Ring waren total nett.

Fazit:
Ein schönes Jugendbuch über eine ernsthafte Krankheit und den Wunsch nach Leben und den Träumen! Dazu noch eine tolle Liebesgeschichte, authentische Charaktere und ein total anziehender Schreibstil. Die Idee hat mich echt begeistert und die Thematik, die dahinter stand. Dennoch fehlt mir so eine Kleinigkeit zum Highlight, auch wenn ich nicht genau sagen kann, was.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine Geschichte über Narkolepsie oder Rock am Ring lesen möchte. Ansonsten für jeden, der eine schöne Liebesgeschichte mit etwas ernsterem Hintergrund für den Sommer sucht.

Montag, 11. Mai 2015

Rezension: "Atemlos" von Ashley Elston

Sie denkt, sie hätte es endlich aus dem Zeugenschutzprogramm geschafft, doch dann kehrt er zurück...

Allgemeine Infos:
Verlag: Mixtvision
Reihe: Teil 2 von 2
Originaltitel: The rules of breaking
Erscheinungsdatum: 14.04.2015
Seitenzahl: 350
ISBN: 9783958540231


Klappentext:
Anna Boyd hat das Geheimnis hinter dem Zeugenschutzprogramm gelüftet und hofft auf ein unbeschwertes Leben mit ihrer Familie und ihrem Freund Ethan. Doch dann tauchen ihre Verfolger wieder auf und entführen sie, Ethan und ihre kleine Schwester. Schaffen sie es ein zweites Mal, zu entkommen?


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover hat irgendwie einen Wiedererkennungswert, aber es gefällt mir nicht sonderlich gut. Klar es passt, aber leider finde ich das Foto etwas körnig. Der Titel passt hingegen gut. Der Klappentext ist kurz und knapp und macht total Lust auf die Geschichte.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt relativ seicht. Anna verbringt Zeit mit Ethan und denkt über die zurückliegende Zeit nach. Sie lässt noch einmal alles Revue passieren und möchte sich gerne darauf vorbereiten, falls sie noch ein mal in so eine Situation kommt. Ich war sofort in der Geschichte drin, hatte alles wieder im Kopf parat und war gespannt, wie es weiter gehen würde.
Die Idee rund um das Zeugenschutzprogramm konnte mich ja im ersten Teil total begeistert. Klar war es dieses Mal auch immer noch irgendwie Thema, aber hauptsächlich ging es doch eher vom Verschwörung und fiese Machenschaften, was mich aber auch gereizt hat.
Die Spannung war eigentlich ziemlich früh wieder da und ich mitten drin in der Geschichte und gefesselt am Lesen. Dennoch gab es trotz der sozusagen ständigen Bedrohung ein paar Stellen, wo es hätte etwas spannender sein können. Also nicht, dass es langweilig war, das auf keinen Fall. Denn es gab immer mal wieder unverhoffte Wendungen.
Das Ende konnte mich voll und ganz überzeugen. Alles hat sich zusammen gefügt, es wurde noch einmal spannend, und es hat mich zufrieden zurück gelassen.

...Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin hat mir ja schon im ersten Teil "Atemlos" recht gut gefallen. Auch wenn er nicht unbedingt was besonderes ist, hat sie es mit wenigen Seiten geschafft, Spannung zu vermitteln und mich in ihren Bann zu ziehen. Das war hier natürlich auch wieder der Fall.

...Charaktere:
Die Charaktere kannte man ja dieses Mal eigentlich schon, trotzdem fand ich es an anfangs etwas verwirrend, dass sie plötzlich wieder ihre alten Namen zum Teil hatten. Klar irgendwie logisch, aber am Anfang etwas ungewohnt.
Anna mochte ich im ersten Teil ja total gerne und auch dieses Mal war das weitestgehend der Fall. Sie hat ziemlich viel Mut gewiesen, aber war teilweise auch etwas dumm und naiv. Aber vielleicht war das auch einfach aus Angst.
Ethan ist nach wie vor mein Favorit. Er tut einfach alles für Anna und versucht sie abzulenken, ihr zu helfen, steht es einfach zusammen mit ihr durch und ist für sie da. Einfach der perfekte Freund, den man sich in der Situation eben wünscht.
Generell waren die Personen gut dargestellt, so auch Thomas und die Anderen.


Fazit:
Eine solide Fortsetzung und ein gelungener Abschluss! Auch wenn das Thema Zeugenschutzprogramm nicht mehr so allgegenwärtig ist wie im ersten Teil, geht es dennoch drum und eben viel um Hinterhalt und Verschwörung. Man kommt ziemlich gut in die Geschichte rein und auch die Spannung ist fast sofort da. Das Ende konnte mich zufrieden stellen und es hat Spaß gemacht, zu lesen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der auch schon "Atemlos" gelesen hat und schon gespannt auf die Fortsetzung bzw den Abschluss wartet. Ansonsten empfehle ich jedem "Atemlos", der gerne etwas über das Zeugenschutzprogramm oder über Hinterhalt und Verschwörung lesen möchte oder der einfach nur ein spannendes Jugendbuch sucht.

Montag, 20. April 2015

Rezension: "Der Sommerfänger" von Monika Feth

Vor zwei Jahren hat Jette einen Fehler begangen und sich in den Falschen verliebt. Was hat es mit Luke auf sich? Hat er seinen Freund ermordet?

Allgemeine Infos:
Verlag: cbt
Reihe: Teil 5 von 7
Originaltitel: Der Sommerfänger
Erscheinungsdatum: 11.04.2011
Seitenzahl: 444
ISBN: 9783570307212


Klappentext:
Der Sommer ist da, und Jette schwebt auf Wolke Sieben: Sie hat ihrem Freund Luke eine neue Chance gegeben und ist endlich wieder glücklich verliebt. Doch dann wird Lukes Mitbewohner tot aufgefunden, und Luke, der unter Mordverdacht gerät, verschwindet spurlos. Überzeugt von seiner Unschuld beginnt Jette, auf eigene Faust nachzuforschen – und kommt allmählich dahinter, dass Luke sich einen mächtigen, gefährlichen Feind gemacht hat, der ein skrupelloses Katz-und-Maus-Spiel mit ihm und allen treibt, die Luke etwas bedeuten …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover passt mal wieder gut zu den vorherigen Bänden der Reihe und ist eigentlich ganz gut gewählt. Der Titel passt toll zum Inhalt. Der Klappentext klingt spannend und macht Lust, das Buch zu lesen.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einem kleinen Fest, das Jette und ihre Freunde in ihrem neuen Bauernhaus mit ihren Freunden und Verwandten veranstalten. Ich war einfach sofort wieder in der Geschichte drin, hatte alles aus den vorherigen Bänden wieder genau vor Augen, und fühlte mich mit den Personen wie mit alten Bekannten.
Die Idee war mal wieder sehr spannend gestaltet, einfach auf der Tatsache beruhend, dass sich Jette damals im ersten Teil schon in einen Mörder verliebt hat. Hat sie dieses Mal wieder die falsche Wahl getroffen? Immerhin weiß sie so gut wie nichts über Luke.
Der Spannungsbogen war mal wieder so, wie man erwartet hat und schon von den vorherigen Teilen her kennt. Durch die Perspektivwechsel kommt die meiste Spannung auf, auch wenn man ja irgendwie weiß, was passiert, war es trotzdem total spannend zu lesen.
Das Ende war sehr spannend und hat die ganze Geschichte zu einem würdigen Abschluss gebracht. Mal sehen, was in den nächsten Bänden noch passieren wird. Irgendwie erwischt Jette und Merle ja immer das Pech.

...Schreibstil:
Ich mag den Schreibstil der Autorin eigentlich ganz gerne und genau deshalb werde ich auch die weiteren Bücher lesen. Monika Feth schafft es sehr gut, Spannung zu erzeugen durch die Wahl der verschiedenen Perspektiven.

...Charaktere:
Jette ist und bleibt einfach am besten dargestellt, da es meistens doch immer um sie geht. Aber auch Merle hat ihren Stellenwert als beste Freundin und zusammen meistern sie auch wieder dieses Ereignis.
Neu dazu gekommen ist dieses Mal Luke. Ich wusste nicht wirklich, was ich von ihm halten soll. Man erfährt ziemlich wenig über ihn, aber Jette selbst weiß ja auch nicht mehr. Er macht sich sehr geheimnisvoll und genau das macht den Reiz der Geschichte aus, weil darauf ziemlich viel aufbaut.
Generell waren die Charaktere sehr gut dargestellt und von ihnen leben diese Bücher einfach.


Fazit:
Ein typischer Jugendthriller von Monika Feth, wie man ihn kennt. Die Geschichte lebt einfach durch Jette und ihre Freunde. Direkt zu Anfang ist man super in der Geschichte drin und fühlt sich einfach, als würde man zu alten Bekannten zurück kehren. Durch die Perspektivwechsel kommt Spannung auf, die bis zum Ende bleibt.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der schon die vorherigen Jette-Thriller gelesen hat. Ansonsten jedem, der einen Jugendthriller sucht, der nicht allzu blutig ist, aber dafür sehr spannend.

Freitag, 3. April 2015

Rezension: "Schlusstakt" von Arno Strobel

Eine Castingshow der besonderen Art. Das Vorfinale findet auf einer einsamen Insel statt, doch dann gerät es außer Kontrolle...


Allgemeine Infos:
Verlag: Loewe
Reihe: nein
Originaltitel: Schlusstakt
Erscheinungsdatum: 09.03.2015
Seitenzahl: 222
ISBN: 9783785578650


Klappentext:
Sing um dein Leben!
Für Vicky scheint ein Traum wahr geworden zu sein: Sie hat es bei der neuen Castingshow in die letzte Runde auf einer abgelegenen Südsee-Insel geschafft und hat nun die Chance auf 2 Millionen Euro und einen Plattenvertrag. Aber der Wettbewerb ist nicht nur hart, sondern tödlich. Vickis Mitbewohnerin Carolin wird am Strand gefunden – erschlagen. Wer ist zu so einer Tat fähig? War es einer der Kandidaten, die Carolin in den Fights aus dem Wettbewerb gedrängt hat? Die Anspannung wird zu einem wahren Nervenkrieg, denn der Mörder muss noch auf der Insel sein …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover wirkt sehr düster mit dem Himmel und der einsamen Insel im Meer. Der Titel passt zur Geschichte und ist recht prägnant. Der Klappentext klingt wirklich gut und verspricht eine spannende Geschichte.

...Grundidee & Verlauf:
Das Buch beginnt mit einer Szene am Strand. Jemand findet ein totes Mädchen und bettet es zur letzten Ruhe auf Palmblätter und singt ein Abschiedslied. Danach kommt die eigentliche Geschichte: Die Kanditaten sitzen im Flugzeug auf dem Weg zum Vorfinale. Jeder macht sich so seine Gedanken, was sie erwarten wird und wer wohl weiter kommt. Eigentlich ein guter und recht ruhiger Einstieg in die Geschichte. Mal sehen, wie der Prolog mit dem restlichen Geschehen zusammen hängt, wie es dazu kommt und wer es war.
Die Idee einer Castingshow ist nicht unbedingt neu, sondern recht allgegenwärtig. Aber das ganze in einem Buch, noch besser in einem Thriller, zu thematisieren, fand ich sehr interessant und ich war gespannt auf die Geschichte. Was verbirgt sich sozusagen hinter den Kulissen und wie läuft es ab, wenn die Kamera aus ist?
Der Einblick hinter die Kulissen, die ganze 'Vetternwirtschaft' und die Bevorzugung (mir fehlt das passende Wort) fand ich wirklich super dargestellt und teilweise auch sehr erschreckend. Was einfach getan wird, damit die Show perfekt ist und wenig an den Einzelnen gedacht wird.
Leider habe ich mir außerdem noch etwas anderes vorgestellt. Es war von 'besonderen Aufgaben' die Rede, aber irgendwie waren die nicht so besonders. Ich dachte, weil es auf einer einsamen Insel ist und man auf das harte Leben vorbereitet werden sollte, aber dem war nicht so. Klar es waren strenge Regeln und eine sehr ungewohnte Umgebung, aber eben nicht so wie vermutet.
Zwischendrin gab es immer wieder kurze Kapitel aus der Vergangenheit einer Person. Die fand ich echt immer total interessant zu lesen und die Erwartung war riesig, zu sehen, wie die zur restlichen Geschichte passen. In dem Punkt gab es einen sehr runden und schönen Abschluss.
Das Ende bzw die Auflösung war an sich ganz gut, aber irgendwie hätte die Geschichte mehr Potential gehabt. Mit 222 Seiten war es ja recht kurz gehalten und ich glaube, dass man aus der Idee hätte mehr rausholen können. Die Auflösung war dann doch etwas abrupt und es blieb für mich auch etwas unlogisch.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war recht einfach gehalten, eben passend für einen Jugendthriller. Es wurde alles gut beschrieben, aber manchmal fehlte man dann doch etwas die Spannung. Klar es gab spannende Stellen und Nervenkitzel, aber eben auf einem niedrigeren Niveau. Dennoch ließ es sich sehr gut lesen.

...Charaktere:
Zunächst hatte ich etwas die Sorge, dass zu viele Personen vorkommen und diese zu detailiert beschrieben werden, immerhin sind noch 50 im Vorfinale. Aber dem war zum Glück nicht so.
Hauptsächlich lernt man Vicky kennen und erfährt viel über ihre Gedanken und Gefühle bei der ganzen Sache. Sie war mir auch die Sympathischste von allen, weil sie teilweise noch Zweifel hatte und über das Ganze nachgedacht hat, ob das alles so ist, und das man das doch so nicht machen kann.
Dann gab es noch Maike, Carolin und Ivana, mit denen sich Vicky ein Zimmer geteilt hat und die für sie sowas wie Freunde geworden sind. Auch sie fand ich gut dargestellt, jeder mit seiner Persönlichkeit und etwas eigen.
Die Charaktere generell fand ich gut dargestellt, die Jury etwas arrogant und kalt, und die Teilnehmer unterschiedlich fokussiert und dementsprechend nett oder arrogant. Man hat nicht alle kennen gelernt, viele sind einfach blass geblieben, aber das war auch gut so. Sonst wäre es einfach für die paar Seiten zu viel Info gewesen.


Fazit:
Irgendwie bin ich unentschlossen. Auf der einen Seite war es ein kurzweiliger Lesespaß für zwischendurch, mit einer recht geringen Seitenzahl, von der man nicht so viel Spannung erwarten kann. Auf der anderen Seite hatte ich recht hohe Erwartungen was die Spannung angeht. Die Grundidee fand ich sehr gut, aber man hätte deutlich mehr aus der Geschichte rausholen können, mit ein paar mehr Seiten. Der Blick hinter die Kulissen war recht authentisch, was einfach gemacht wird, damit die passenden Leute gewinnen und woraus Profit und Einschaltquoten bezogen werden. Vielleicht war ich auch einfach zu alt für die Geschichte, immerhin ist es ein Jugendthriller.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der mal hinter die Kulissen einer Castingshow blicken möchte, denn das wird wirklich gut und erschreckend dargestellt. Ansonsten ein Lesetipp für jeden, der einen leichten Jugendthriller sucht, der nicht allzu grausam und blutig ist.

Montag, 16. März 2015

Rezension: "Scherbenmädchen" von Liz Coley

Manche Ereignisse kannst du alleine nicht ertragen und du zersplitterst innerlich...


Allgemeine Infos:
Verlag: Bastei Lübbe / One
Reihe: nein
Originaltitel: Pretty Girl 13
Erscheinungsdatum: 12.02.2015
Seitenzahl: 251
ISBN: 9783846600061


Klappentext:
Angie ist dreizehn Jahre alt, als sie entführt wird. Erst drei Jahre später taucht sie wieder auf. Doch sie kann sich an nichts erinnern. Auch nicht daran, woher die Narben an ihren Fußgelenken stammen. Kleine Frau, Pfadfinderin und Engel könnten ihr helfen, die Vergangenheit Stück für Stück wieder zusammenzusetzen. Denn jede von ihnen trägt einen kleinen Teil von Angies dunklem Geheimnis in sich. Doch sie wissen, dass Angie das gesamte Ausmaß des Erlebten nicht ertragen kann. Sie würde zerbrechen ...


"Einen kurzen Augenblick lang hast du dich zu einem winzigen festen Lichtpunkt zusammengeballt und gespürt, wie du von deinem Körper abgetrennt wurdest. Du hast dich versteckt. Und wir haben dich verborgen gehalten, bis du wieder in Sicherheit warst." (Seite 10)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover fällt mit seinem roten Hintergrund und dem Mädchen direkt ins Auge und ich finde, so bildlich passt es gut zur Geschichte. Auch der Titel in Kombi mit dem Cover ist gut gewählt. Der Klappentext macht neugierig und zeigt schon gleich, um welches Thema es sich handelt.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem Verschwinden von Angie, damals als sie im Zeltlager war. Dann macht die Geschichte einen Zeitsprung, drei Jahre sind vergangen und Angie schließt die Haustür auf und ist endlich wieder zu Hause. Ich war sofort in der Geschichte drin, und wollte wissen, was dem Mädchen damals zugestoßen ist und warum es jetzt plötzlich nach Hause kommt.
Die Idee ist auf der einen Seite nicht unbedingt neu und auf der anderen Seite wahnsinnig interessant. Mich fasziniert die Krankheit der mulitplen Persönlichkeitsstörung und deshalb wollte ich das Buch auch unbedingt lesen. Die Krankheit wurde ziemlich gut erklärt und war sehr spannend mit der Geschichte verknüpft und sehr bildhaft dargestellt, so dass man das, was in Angies Kopf vorgeht, sehr gut nachvollziehen konnte.
Die Geschichte war von Anfang an spannend und man wollte, musste einfach weiterlesen. Zwar hatte ich vorneherein meine Vermutung, was mit Angie während der drei Jahre passiert ist, womit ich auch richtig lag, doch trotzdem hält das Buch noch die ein oder andere Überraschung bereit, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne.
Letztendlich lag der Fokus der Geschichte nicht auf der Entführung selbst sondern vor allem auf der Verarbeitung der Ereignisse von Angie mithilfe ihrer Therapeutin, wo es dann eben um die multiple Persönlichkeitsstörung ging. In diesem Bereich lag einfach die Hauptspannung der Geschichte und es war auf jeden Fall sehr gut gemacht!
Das Ende wurde noch einmal richtig spannend und konnte mich zu Tränen rühren. Ein wirklich würdiger Abschluss für die Geschichte.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war wirklich ganz wunderbar zu lesen und hat mich richtig an das Buch gefesselt. An den passenden Stellen sehr spannend und dann wiederum sehr bildhaft, wenn es um Angies Gedankenwelt und die Krankheit ging. Sehr schön fand ich es, dass es immer mal wieder Passagen der Persönlichkeiten gab, die kursiv hervorgehoben waren. Das hat es für mich irgendwie noch authentischer gemacht.

...Charaktere:
Angie ist eine unheimlich starke Person, was vor allem am Ende noch einmal ganz deutlich wird und mir Tränen in die Augen getrieben hat. Sie hat drei Jahre Entführung hinter sich, wo sie Dinge erlebt hat, die niemand erleben sollte, und aufgrund dessen, sich Teile ihrer Persönlichkeit abgespalten haben, um leichter damit leben zu können. Sie selbst ist ein sehr faszinierender Charakter, aber auch die verschiedenen Teile ihrer Persönlichkeiten sind mir teilweise wirklich ans Herz gewachsen. Klingt vielleicht komisch, aber beim Lesen werdet ihr das verstehen.
Angies Therapeutin fand ich eine wahnsinnig nette Person, bei der man einfach das Gefühl hatte, man kann ihr alles erzählen und sie fragt nicht unnötig nach sondern wartet ab. Also eigentlich die Traumtherapeutin, die riesigen Einsatz zeigt, um Angie und ihren Persönlichkeiten zu helfen.


Fazit:
Ein tolles, spannendes Buch, auch wenn die Spannung auf einer anderen Ebene ist, als man das bisher gewohnt ist, nämlich auf der psychologischen, sozusagen im Kopf der Protagonistin. Diese leidet nämlich an einer multiplen Persönlichkeitsstörung. Außerdem überzeugt die Geschichte durch einen tollen, teilweise recht bildhaften Schreibstil, eine interessante Idee und eine sehr mutige Protagonistin.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne etwas zur multiplen Persönlichkeitsstörung lesen möchte, oder jedem, der einen spannenden Jugendthriller sucht, bei dem die Spannung mal auf einer anderen Ebene liegt.

Mittwoch, 4. März 2015

Rezension: "Endgame. Die Auserwählten" von James Frey

Mehrere Meteoriten schlafen auf der Erde ein und die 12 Spieler wissen genau, dass das Ende gekommen ist und nur einer von ihnen überleben kann...


Allgemeine Infos:
Verlag: Oetinger
Reihe: Teil 1 von 3
Originaltitel: Endgame - The Calling
Erscheinungsdatum: 10.2014
Seitenzahl: 522
ISBN: 9783789135224


Klappentext:
ENDGAME. Zwölf Meteoriten. Zwölf Spieler. Nur einer kommt durch.

Als zwölf Meteoriten nahezu gleichzeitig an unterschiedlichen Orten der Erde einschlagen, gibt es keinen Zweifel mehr: Die Zeit ist gekommen. ENDGAME hat begonnen! Jeder der Meteoriten überbringt eine Nachricht, die die zwölf Auserwählten entschlüsseln müssen und die sie schließlich an einem geheimnisvollen Ort zusammenführt. Dort stehen sie ihren Gegnern zum ersten Mal gegenüber. Ein Wettkampf auf Leben und Tod beginnt und eine rücksichtslose Jagd um den gesamten Globus. Die Spieler müssen zu allem bereit sein. Wird Arroganz Bescheidenheit schlagen? Klugheit Stärke übertreffen? Wird Gnadenlosigkeit am Ende siegen? Schönheit von Nutzen sein? Muss man ein guter Mensch sein, um zu überleben? ENDGAME wird es zeigen. Aber nur wer die Hinweise richtig deutet und die drei Schlüssel findet, geht als Gewinner hervor. Und nur seine Linie wird überleben, wenn die gesamte Menschheit vernichtet wird.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das goldene Cover mit dem Symbol in der Mitte sticht wirklich mal hervor. Zu dem ist es beprägt, wenn man drüber fühlt.  Auch der Titel ist wirklich gut gewählt. Den Klappentext finde ich allerdings etwas lang, auch wenn er nichts verrät.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt zunächst einmal mit einem Aufruf an den Leser. Die Geschichte enthält ein Rätsel und wer es löst und sich zum genannten Ort begibt, wird Gold gewinnen.
Dann geht es genau so geheimnisvoll weiter mit allgemeinen Infos über Endgame, in denen man sich als Leser erst mal zurecht finden muss. Es ist recht viel Information auf einmal, ehe die eigentliche Geschichte beginnt, nämlich mit dem erste Spieler und wo er sich gerade befindet und was er tut, als der Meteorit einschlägt.
Grob wusste man schon mal Bescheid, was einen erwartet, aber so richtig greifbar fand ich die Geschichte zu dem Zeitpunkt noch nicht. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Die Idee, das die Welt untergeht ist nicht wirklich neu und eigentlich die Grundlage aller Dystopien. Doch dieses Mal schlägt ein Meteorit oder besser gesagt mehrere ein, und die sogenannten Spieler wissen, dass jetzt ihre Zeit gekommen ist, um drei Schlüssel zu finden und ihr Geschlecht zu retten. Also mal ein neuartiger Ansatz, der mich neugierig gemacht hat.
Leider fehlte mir irgendwie die Spannung und die Erklärungen. Viel passierte einfach so und aus heiterem Himmel heraus, ohne dass großartig was erklärt wurde, wie der Spieler jetzt auf die Lösung gekommen ist oder warum er jetzt gerade da hin fährt. Manches erschien mir einfach etwas willkürlich und ich bin nicht wirklich mitgekommen. Außerdem war die Spannung nach wirklich spannenden Stellen sehr schnell wieder abgeflaut.
Es ist zwar ein Spiel auf Leben und Tod und nur wer überlebt, kann am Ende gewinnen. Dennoch fand ich es manchmal etwas eintönig und brutal. Da wurde einfach so getötet, um ans Ziel zu kommen, und nicht mal irgendwie nachgedacht, was einem der eigene Hinweis sagen soll.
Das Ende hatte ich so oder so ähnlich erwartet, also zumindest dass es irgendwie so enden würde, damit es in den folgenden Bänden weiter gehen kann. Leider fand ich es nicht so unglaublich spannend gestaltet und ich bin mir auch noch nicht ganz sicher, ob die anderen Teile lesen werde.

...Schreibstil:
Der Schreibstil hat mir nicht so gut gefallen. Irgendwie war die Geschichte nicht sehr fesselnd geschrieben. Zwar gab es einige spannende Stellen, aber danach war die Spannung auch erst mal wieder weg. Das Problem lag an den Perspektivwechseln. Zu Beginn eines jeden Kapitels wurde die Namen der vorkommenden Personen sowie eine Ortsangabe genannt, was an sich recht positiv war. Aber plötzlich war man mitten im Geschehen drin und dann ging es im nächsten Kapitel wieder um jemanden, den man vollkommen vergessen hatte und wo in dem Moment auch nicht wirklich was Spannendes passiert ist.
An sich fand ich die unterschiedlichen Perspektiven super, aber manchmal wurden sie einfach so zerstückelt, das man eher verwirrt als gespannt war.

...Charaktere:
Da kann ich dieses Mal gar nicht so viel sagen. Es gab insgesamt 12 Spieler, von denen man die meisten anfangs kennen gelernt hat, sozusagen in ihrem alten Leben bevor oder als der Meteorit einschlug. So hat man einen ersten Eindruck von ihnen bekommen. Aber dann gab es auch die, von denen man gar nichts wusste, die zwar bei der Eröffnung kurz genannt wurden und irgendwann auch mal wieder aufgetaucht sind, über die man aber sonst nichts wusste. Das fand ich ziemlich seltsam. Andere 'unwichtige' Personen hingegen hatten eine eigene Perspektive, was sich mir nicht so ganz erschließt.
Ansonsten fand ich es einfach zu viel. Ich habe teilweise viel zu viel Information bekommen und konnte es mir einfach nicht merken und war dann verwirrt, wenn darauf zurück gegriffen wurde.
Jago und Sarah fand ich beispielsweise sehr gut dargestellt und die hat man auch die meiste Zeit begleitet, so dass ich mir da auch Infos merken konnte. Beide sind recht unterschiedlich und doch irgendwie gleich. Auf der einen Seite haben sie mich fasziniert, aber auf der andere Seite auch sehr erschreckt, wie skrupellos sie sein konnten.

Fazit:
Ich weiß nicht ganz, was ich davon halten soll. Die Idee ist eigentlich richtig gut, spannend und einfach mal etwas anderes, dazu die Idee mit der realen Verknüpfung. Leider ist die Spannung immer sehr schnell abgeflaut und manche Handlungen waren mit nicht ersichtlich. Über die wenigsten Charaktere hat man etwas erfahren und meistens hat man es einfach wieder vergessen, weil es so viele Infos gab oder die Person nicht wieder auftauchte oder nur ganz kurz.
Insgesamt ist es kein schlechtes Buch, da ich die Idee, wie schon gesagt, wirklich gut fand. Aber leider sind mir zu viele Fragen offen geblieben oder es gab keine Infos oder aber einfach viel zu viele.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der mal eine etwas andere Dystopie mit einer tollen Grundidee sucht, der sich nicht von vielen Infos abschrecken und verwirren lässt. Oder jedem, der selbst gerne knifflige Rätsel lösen möchte und sich dabei selbst auf die Suche nach dem Schlüssel macht.

Samstag, 28. Februar 2015

Rezension: "Love Letters to the Dead" von Ava Dellaira

Über ein Mädchen, das einen schweren Verlust erlitten hat, und dank Briefen an tote Persönlichkeiten wieder zu sich selbst findet und lernt, den Schmerz und das Geschehen zu verarbeiten.


Allgemeine Infos:
Verlag: cbt
Reihe: nein
Originaltitel: Love Letters to the Dead
Erscheinungsdatum: 23.02.2015
Seitenzahl: 231
ISBN: 9783570163146


Klappentext:
Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …


"Ich glaube, wenn man etwas verliert, das einem wirklich viel bedeutet, ist das so, als würde man ein Stück von sich selbst verlieren." (Seite 11)

"Man muss sich im Leben auch mal selbst ans Steuer wagen, statt immer nur Passagier zu bleiben." (Seite 15)

"Warum glaubst du, ist die Liebe das tiefste Gefühl, das Menschen empfinden? Weil sie beides zugleich ist. Solange wir lieben, fühlen wir uns beschützt und haben dabei doch trotzdem ständig Angst." (Seite 108)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich unglaublich schön gemacht und es hat mich sofort angesprochen. Der Titel passt ziemlich gut zum Inhalt und der Klappentext gibt einen guten Eindruck vom Buch und zeigt, worauf das Buch hinaus läuft.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt direkt mit einem Brief an Kurt Cobain, in dem Laurel erklärt, warum sie ihm schreibt. Sie fängt dann auch direkt an zu erzählen, von der Highschool und ihrem Leben. Doch es bleibt nicht bei diesem einen Brief. Den Einstieg in die Geschichte fand ich sehr gut, einfach direkt mit der Tür ins Haus sozusagen, aber ich hätte es mir nicht anders gewünscht. Ich war sofort in der Geschichte drin und wollte mehr über Laurels Leben erfahren.
Die Idee war echt toll und konnte mich irgendwie von Anfang an begeistern: Laurel schreibt Briefe an tote Persönlichkeiten, und erzählt diesen von ihrem Leben und ihren Problemen. Und wir dürfen das Ganze ebenfalls lesen.
Die komplette Geschichte ist in Briefform geschrieben, aber das vergisst man zwischendrin einfach komplett. Die Briefe sind so toll geschrieben, als wäre es einfach eine ganz normale Geschichte. Außerdem gibt es erstaunlich viele Dialoge und nicht nur indirekte Rede.
Ich muss gestehen, dass ich viele der Persönlichkeiten, an die Laurel geschrieben hat, nicht wirklich kannte. Aber Laurel hat in ihren Briefen immer zu dem jeweiligen Leben etwas geschrieben und so hatte man eine ungefähre Ahnung und konnte das alles besser nachvollziehen. Auch die Lieder, die genannt wurden, kannte ich nicht, aber sie hatten sicherlich immer zur Situation gepasst, wenn man sie dazu gehört hätte.
Die Entwicklung und das Tempo haben mir sehr gut gefallen. Man merkt, dass Laurel anfangs ihre Probleme hat und sehr zu kämpfen hat mit dem Tod ihrer Schwester und dem Verlustgefühl. Doch es ist wunderschön zu sehen, wie die Briefe ihr dabei helfen, das Geschehene zu verarbeiten und wieder zu sich selbst zu finden. Bis sie irgendwann so weit ist, die Nacht noch einmal Revue passieren zu lassen und darüber zu reden, was passiert ist.
Das Ende war wirklich gut gelungen und genau darauf hatte ich die ganze Zeit gehofft. Es war richtig passend und hat sehr gut zum Rest der Geschichte gepasst, damit Laurel und auch wir als Leser damit abschließen können.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war trotz des ernsten Themas wirklich angenehm zu lesen. Wie schon geschrieben, hat man gar nicht gemerkt, dass das ganze Buch nur aus Briefen bestand. Außerdem gab es viele tolle Gespräche, die auch wirklich als Dialoge und nicht in indirekter Rede geschrieben waren, was ich sehr positiv fand.

...Charaktere:
Laurel hat einen sehr schweren Verlust erlitten und versucht anfangs, wie ihre tote Schwester zu sein, um besser in ihrem Leben klar zu kommen und das Geschehene zu vergessen. Doch dabei verdrängt sie eigentlich nur alles und irgendwie wird es nicht besser. Das fand ich anfangs etwas schwierig, dass sie in sich immer ihre Schwester sieht und genau so sein möchte, wie diese. Irgendwo fand ich das zwar nachvollziehbar und wahrscheinlich würden viele an ihrer Stelle genau so handeln, aber da durch wirkte sie auf mich nur noch verzweifelter und trauriger.
Hannah und Nathalie waren mir anfangs etwas unsympathisch. Ich dachte, sie seien arrogant und würden sich über Laurel lustig machen. Aber letztendlich haben sie sich als wirklich tolle Freunde entpuppt, mit denen sie viel Spaß haben konnte, was sie abgelenkt hat, aber auch einiges Problematisches erlebt hat.
Generell habe ich viele der Personen, also die Nebencharaktere, anfangs falsch eingeschätzt. Irgendwie wirkten sie alle am Anfang einfach anders und klischeehaft. Aber das waren sie nicht. Die Autorin hat sich wirklich tolle Personen ausgedacht, die viel mehr in sich bergen, als man denkt. Jeder hat irgendwie sein eigenes Problem und seine eigene Art, damit umzugehen. Das war wirklich interessant und hat auch mal etwas von Laurel abgelenkt und die Geschichte vielfältiger gemacht.


Fazit:
Diese Buch nimmt einen einfach mit und beschäftigt einen, weil man sich dem ganzen Ausmaß gar nicht bewusst ist. Es ist ganz sicher kein leichtes Buch und auch kein leichtes Thema, sonders sehr ernst und tiefgründig. Ich hatte anfangs nicht gedacht, dass so viel hinter diesem Buch steckt. Die Charaktere sind sehr vielfältig und wurden von mir alle am Anfang falsch eingeschätzt, aber ich habe sie schätzen gelernt. Der Schreibstil ist sehr toll und man merkt gar nicht, dass man eigentlich nur Briefe liest. Außerdem ist das Ende unglaublich toll und genau, wie ich es mir vorgestellt habe.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der ein mitreißendes, ernsthaftes Buch lesen möchte, über ein Mädchen, das ihre Schwester verloren hat und lange braucht, um mit diesem Verlust und dem, was damals passiert ist, klar zu kommen. Jeder, der sie bei diesem Weg begleiten möchte, sollte das tun, denn es ist wirklich empfehlenswert!

Donnerstag, 26. Februar 2015

Rezension: "Eleanor & Park" von Rainbow Rowell

Wenn aus einer gemeinsamen Busfahrt mit Comics und Musik die erste große Liebe wird. Wären da nicht die anderen Probleme...


Allgemeine Infos:
Verlag: Hanser
Reihe: nein
Originaltitel: Eleanor & Park
Erscheinungsdatum: 02.02.2015
Seitenzahl: 399
ISBN: 9783446247406


Klappentext:
Sie sind beide Außenseiter, aber grundverschieden: Die pummelige Eleanor und der gut aussehende, aber zurückhaltende Park. Als er ihr im Schulbus den Platz neben sich frei macht, halten sie wenig voneinander. Park liest demonstrativ und Eleanor ist froh, ignoriert zu werden. In der Schule ist sie das Opfer übler Mobbing-Attacken und zu Hause hat sie mit vier Geschwistern und einem tyrannischen Stiefvater nur Ärger. Doch als sie beginnt, Parks Comics mitzulesen, entwickelt sich ein Dialog zwischen den beiden. Zögerlich tauschen sie Kassetten, Meinungen und Vorlieben aus. Dass sie sich ineinander verlieben, scheint unmöglich. Doch ihre Annäherung gehört zum Intensivsten, was man über die erste Liebe lesen kann.


" 'Eleanors Hand zu halten war, als würde man einen Schmetterling halten. Oder einen Herzschlag. Als würde man etwas Vollkommenes und vollkommen lebendiges halten." (Seite 86)

"Du glaubst, wenn du jemanden ganz fest hälst, bist du ihm näher. Du glaubst, du kannst ihn so fest halten, dass du ihn immer noch spürst, eingeprägt in dir, wenn du dich von ihm löst." (Seite 381)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist recht schlicht gehalten, aber mir gefällt es sehr gut und es passt zur Geschichte. Ebenso der Titel ist sehr schlicht, aber ist einfach super passend. Den Klappentext finde ich schön geschrieben und sagt ziemlich viel über die Geschichte aus, aber verrät nicht unbedingt schon alles.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt an einem ganz normalen Schultag. Park sitzt im Bus und hört den alltäglichen Gesprächen seiner Mitschüler zu. Als Eleanor an der nächsten Haltestelle einsteigt und keinen Platz findet, bietet Park ihr mehr oder weniger widerwillig ihren Nebensitz an. Den Einstieg fand ich unglaublich angenehm, weil man irgendwie alle wichtigen Personen kennen gelernt hat und von allen schon mal einen ersten Eindruck hatte.
Die Idee war wirklich niedlich, aber nicht nur das. Eleanor wird von ihren Mitschülern gemobbt und ihr Stiefvater tyrannisiert die Familie und keiner wehrt sich dagegen. Park ist ein schüchterner Außenseiter, der erst recht distanziert gegenüber Eleanor ist, dann aber doch ihr wahres Ich erkennt und lieben lernt.
Das Buch bietet also nicht nur eine wunderschöne Liebesgeschichte zwischen zwei 'Außenseitern', sondern auch ernsthafte Probleme wie Gewalt und Mobbing. Ich fand beides sehr gut miteinander verknüpft und es gab nur sehr wenige Momente, wo beides klar voneinander getrennt war.
Die Liebesgeschichte fand ich unheimlich niedlich, weil sich alles sehr schön und gemächlich entwickelt hat. Es hatte genau das passende Tempo, so wie die ganze Geschichte eigentlich. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass irgendeine Szene unwichtig gewesen wäre.
Ich fand es unglaublich niedlich, dass das ganze in den 80er Jahren gespielt hat, weil es Mixtapes gab und den Walkman und Comichefte. Das hatte für mich irgendwie noch mal etwas besonderes an sich, auch wenn ich die meisten Lieder leider nicht kannte.
Das Ende ist absolut anders, als ich es erwartet hätte, nämlich doch recht offen. Aber es hat mir gefallen. Klar war ich anfangs etwas enttäuscht, dass das jetzt wirklich das Ende ist. Aber wenn ich so darüber nachdenke, bin ich doch ganz glücklich damit. Eine kleine Information fehlt mir jedoch zu meinem Glück, nämlich was aus den Anderen geworden ist.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war ein Traum. Man konnte das Buch so unglaublich gut lesen und die Seiten sind wirklich nur so verflogen. Abschnitte aus Parks Sicht haben sich mit denen von Eleanor abgewechselt, manchmal auch wie ein kleiner Schlagabtausch. Aber so wusste man von beiden die Gedanken und das war wirklich toll umgesetzt. Sonst ist das ja meist nur einseitig, was das Kennen der Gedanken betrifft.

...Charaktere:
Park ist ein Außenseiter, der irgendwie von allen mehr oder weniger in Ruhe gelassen wird, aber auch nicht richtig dazu gehört. Es scheint ihn jedoch auch nicht großartig zu stören.
Eleanor ist von vorne herein ein Außenseiter mit ihrem auffälligen Kleidungsstil, hinter dem sie sich versteckt, und ihren lockigen, roten Haaren. Nicht nur, dass sie von ihren Mitschülern nicht unbedingt geliebt wird, sie hat es auch zu Hause mit ihrem Stiefvater nicht gerade sehr leicht. Irgendwie kommt sie trotzdem mit ihrem schwierigem Leben klar, auch wenn sie dafür einiges in Kauf nehmen muss.
Ich fand die Charaktere wirklich toll, einfach mal was anderes. Nicht das klischeehafte hübsche, schüchterne Mädchen und der draufgängerische Bad Boy sondern mal authentische Personen, wie es sie viel häufiger geben sollte. Mit Ecken und Kanten und alltäglichen Problemen.
Die restlichen Personen waren dann schon eher wieder klischeehaft, aber das war okay und eigentlich auch ganz gut so. Können ja nicht alle besonders sein. Jedenfalls konnte ich mich sehr gut in alle hineinversetzen und ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen, meistens jedenfalls. In manchen Situationen hätte ich an Eleanors Stelle anders gehandelt und es mir auch von ihr gewünscht.


Fazit:
Eine tolle Liebesgeschichte, wie man sie nicht alle Tage liest. Alleine schon die Hauptpersonen sind mal etwas besonderes. Der Schreibstil ist perfekt und lässt sich unglaublich gut lesen. Aber nicht nur die Liebesgeschichte steht im Vordergrund, sondern auch ernsthafte Themen wie Mobbing und Gewalt sind immer gegenwärtig. Das Ende ist anders, als man es erwartet und kennt, aber ich fand es total klasse. Es hat für mich sehr gut gepasst. Wenn schon die Charaktere anders sind, dann auch das Ende.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine niedliche Liebesgeschichte lesen möchte, die durch ihre besonderen Hauptpersonen und den wunderbaren, leichten Verlauf und die ernsthaften Themen überzeugt. Nicht nur für Jugendliche, sondern für jeden, der Liebesgeschichte mag!

Mittwoch, 25. Februar 2015

Rezension: "Selection - Der Erwählte" von Kiera Cass

Nur noch vier Mädchen sind übrig, die Prinzessin werden können. Für wen wird sich Maxon entscheiden und vor allem für wen America?


Allgemeine Infos:
Verlag: Fischer
Reihe: Teil 3 von 4?
Originaltitel: Selection - The One
Erscheinungsdatum: 19.02.2015
Seitenzahl: 252
ISBN: 9783737364980


Klappentext:
35 perfekte Mädchen waren angetreten. Nun geht das Casting in die letzte Runde: Vier Mädchen träumen von der Krone Illeás und einer Märchenhochzeit. America ist noch immer die Favoritin des Prinzen, doch auch ihre Jugendliebe Aspen umwirbt sie heftig. Sie zögert, denn sie liebt beide. Doch jetzt ist der Moment der Entscheidung gekommen: America hat ihr Herz vergeben, mit allen Konsequenzen. Komme, was wolle …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist mal wieder traumhaft schön und ich finde, das schönste der Reihe. Auch der Titel passt mal wieder sehr gut. Den Klappentext finde ich toll geschrieben und macht richtig Lust, das Buch zu lesen.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mitten im Geschehen, nämlich mit einem Rebellenangriff während einer Unterrichtsstunde. Da durch war ich eigentlich sofort wieder mitten im Geschehen, auch wenn noch nichts wirklich wiederholt bzw aufgegriffen wurde. Aber das kam natürlich ziemlich schnell danach.
Von der Idee bin ich nach wie vor begeistert. Ein Casting für die Frau des Prinzen und mittlerweile sind nur noch vier Mädchen über, von denen eine vom Prinzen ausgesucht wird. Was vielleicht recht oberflächlich klingt, ist eigentlich total spannend, weil es auch um die ganze Gesellschaftsordnung geht.
Auch wenn ich die ganze Zeit eine Vermutung hatte, wie die Geschichte enden wird, kamen mir doch immer wieder Zweifel. Besonders im letzten Drittel war die Geschichte unglaublich spannend, ziemlich verzwickt und total unerwartet. Ich habe geweint und mitgelitten und gehofft, dass alles gut wird. Es ist einfach noch so viel passiert, was ich nicht unbedingt erwartet hätte und was mich sehr gefesselt hat.
Die Liebesgeschichte ist nicht mehr so klischeehaft, wie sie noch zu Anfang war, und ich fand sie sehr gut dargestellt und beschrieben.
Das Ende war sehr nervenaufreibend, weil kurz vorher noch so viel passiert ist. Aber es ist einfach so ein schöner Abschluss, den ich mir nicht besser hätte vorstellen können.
Dennoch wird es noch ein oder zwei weitere Bände geben, die aber ein paar Jahre später spielen. Auch wenn ich dem etwas skeptisch gegenüber stehe, werde ich sie trotzdem mit Freude lesen.

...Schreibstil:
Der Schreibstil gefällt mir nach wie vor ziemlich gut. Die ganze Geschichte lässt sich einfach unglaublich gut lesen und alles wird sehr anschaulich beschrieben, sodass man sich die Gesellschaft und die Umgebung so gut vorstellen kann, auch wenn es in unserer Zukunft spielt.

...Charaktere:
Die restlichen vier Mädchen wurden dieses Mal wirklich gut dargestellt und von jeder von ihnen hat man noch mal was erfahren, was man noch nicht wusste oder etwas, das schon längst wieder in Vergessenheit geraten war.
Außerdem erfährt man von Maxon, Aspen und America noch mal ein paar andere Seiten und ich habe noch einmal einen anderen Eindruck von ihnen bekommen.
Insgesamt kann man gut sagen, dass sich die Personen alle weiter entwickelt haben und sich im Laufe der Geschichte, vom ersten Teil bis jetzt, verändert haben.


Fazit:
Ein ganz wunderbarer Reihenabschluss bzw ein vorzeitiges Ende! Dieses Ende hat mich begeistert. Es ist so viel noch passiert, was ich nicht erwartet hätte. Ich musste weinen, mitfiebern, leiden und einfach weiter lesen, weil ich so gefesselt war. Es ging nicht nur um die Liebesgeschichte, sondern auch viel um die Gesellschaft. Und genau dieser Mix macht das Buch bzw die Reihe für mich aus. Die Charaktere haben sich super weiter entwickelt und es war einfach nur toll zu lesen!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der auch schon die anderen beiden Bände von "Selection" gelesen hat und unbedingt wissen möchte, wie das Ganze endet. Ansonsten würde ich euch empfehlen, mit dem ersten Teil zu beginnen.
Eine tolle Reihe für jeden, der eine tolle Dystopie mit einer wunderschönen Liebesgeschichte sucht!

Sonntag, 22. Februar 2015

Rezension: "Zeitenzauber - Die goldene Brücke" von Eva Völler

Wenn dein Freund plötzlich im 17. Jahrhundert in Paris feststeckt und denkt, er sei ein Musketier, wird es Zeit, dass du dich auf den Weg machst, ihn vom Gegenteil zu überzeugen und Schlimmeres zu verhindert, das die Gegenwart gefährden könnte...


Allgemeine Infos:
Verlag: Baumhaus
Reihe: Teil 2 von 3
Originaltitel: Zeitenzauber - Die goldene Brücke
Erscheinungsdatum: 14.03.2013
Seitenzahl: 278
ISBN: 9783833901683


Klappentext:
Nachdem Anna sich dem Geheimbund der Zeitwächter angeschlossen hat, lässt das nächste Abenteuer nicht lange auf sich warten. Mitten in ihrer Abiturprüfung ereilt sie eine Schreckensnachricht aus Paris: Sebastiano ist verschollen – und zwar im 17. Jahrhundert! Anna begibt sich auf eine gefährliche Reise und findet ihren Freund tatsächlich in Paris wieder. Doch es gibt ein neues Problem: Er hält sich für einen Musketier und hat keine Ahnung, wer Anna ist. Schafft sie es, seinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen?


" 'Habe ich dir schon gesagt, dass ich verrückt nach dir bin?' 'In diesem Jahrhundert noch nicht.' " (Seite 18)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover gefällt mir echt gut und passt super zum ersten Teil und generell zur Geschichte. Auch den Titel finde ich gut gewählt, wie schon beim ersten Teil. Der Klappentext ist auch wirklich toll, macht neugierig und verrät nicht zu viel.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt in Venedig, wo Anna und Sebastiano noch einen letzten Auftrag erledigen. Danach geht es weiter mit Annas normalem Leben als Abiturschülerin in Frankfurt, bis sie die Nachricht bekommt, dass Sebastiano in der Zeit feststeckt. Den Einstieg fand ich super gewählt. Erst war ich im kalten Wasser, doch dann kam ich recht schnell damit klar und war wieder super in der Geschichte drin.
Die Idee finde ich nach wie vor toll. Es gibt die sogenannten Zeitwächter, die in der Zeit reisen müssen und irgendein Ereignis verhindern oder abändern sollen, da sonst die Welt aus ihrem Gleichgewicht gerät.
Die Thematik wurde noch einmal aufgegriffen und erklärt, so dass man mit der Fortsetzung gut mitkam, außerdem hat man noch einmal tolle neue Infos bekommen, die die Geschichte für mich so besonders machen.
Im Laufe der Geschichte erwarten einen viele Intrigen und überraschende Wendungen, die einen wirklich an das Buch fesseln und für viel Spannung sorgen. Man muss einfach weiter lesen.
Zum Schluss gab es ein tolles in sich geschlossenes Ende, das ganz viel Lust auf Band 3 macht!

...Schreibstil:
Der Schreibstil hat mir super gefallen. An den passenden Stellen spannend und wenn mal gerade nichts passiert, wird die Umgebung ganz toll beschrieben, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Ich bin förmlich selbst durch die Straßen in Paris gelaufen und über die Seine spaziert.

...Charaktere:
Anna war mir nach wie vor sympathisch. Sie ist eigentlich eine sehr mutige Person, die sofort nach Paris reist, um ihren Freund zu retten. In der Vergangenheit gab es jedoch die ein oder andere Handlung, wo sie etwas naiv und blind vor Liebe gehandelt hat. Aber wahrscheinlich kann man das in der Situation auch verschmerzen.
Über Sebastiano hat man dieses Mal nicht wirklich viel erfahren, außer von seinem Musketierdasein, in dem er wirklich sehr gut aufgegangen ist.
Insgesamt waren alle sehr authentisch dargestellt, auch die in der Vergangenheit mit den Verhaltensweisen und so.


Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung der tollen Zeitreisetrilogie um Anna und Sebastiano. Ein Buch voller Spannung, Intrigen und überraschenden Wendungen. Ein toller Schreibstil mit wundervollen Beschreibungen der Umgebung und der Personen trägt zum Lesespaß bei. Außerdem wurde das Wichtigste aus dem ersten Teil wiederholt und man kam super in die Geschichte rein.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine schöne Zeitreisegeschichte sucht, auch gerne als Reihe. Allerdings kann man die Bücher auch einzeln lesen, da sie alle ineinander abgeschlossen sind und das Wichtigste noch einmal aufgegriffen wird.

Samstag, 14. Februar 2015

Rezension: "Krähenmann" von Corina Bomann

Clara ist neu im Internat Rotensand und zur gleichen Zeit ereignet sich der erste Mord, bei dem es nicht bleiben wird. Den Opfern werden Krähenflügel angenäht und sie findet einen toten Spatz auf ihrem Bett.. Und schon bald erreichen sie Hinweise zum Täter...


Allgemeine Infos:
Verlag: Coppenrath
Reihe: Teil 1 von ?
Originaltitel: Krähenmann
Erscheinungsdatum: 08.2014
Seitenzahl: 412
ISBN: 9783649616764


Klappentext:
Ein totes Mädchen, ein Grab voller Krähen ...

Rügen/Eliteinternat Rotensand: Ein Serienmörder tötet auf grausame Weise. Seine Spur reicht weit in die Vergangenheit zurück. Auf der fieberhaften Suche nach dem unheimlichen "Krähenmann" kämpft sich die 16-jährige Stipendiantin Clara durch ein Labyrinth aus Verdächtigen und falschen Fährten. Die Mordserie reißt nicht ab und schließlich gerät Clara selbst ins Visier des rachedurstigen Killers ...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover passt unglaublich gut zum Inhalt mit der Krähe und dem Hintergrund. Dazu kommt der ebenfalls sehr passende Titel. Auch den Klappentext finde ich gut und spannend gestaltet, und er hat mir Lust auf das Buch gemacht.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt in einem dunklen Raum. Ein Mädchen ist gefesselt und sieht wenig später ihrem Peiniger ins Gesicht. Sie kennt ihn. Er bringt sie um und näht ihr Krähenflügel an die Schultern. Der Prolog endet und das erste Kapitel beginnt mit Claras Ankunft in Rotensand. Durch den Prolog war ich sofort in der Geschichte drin und wollte wissen, wie es dazu kam und überhaupt. Außerdem natürlich auch, wie Clara sich einlebt.
Die Idee hat mir ziemlich gut gefallen, auch wenn es sowas ähnliches bestimmt schon mal gab. Jemand, der seine Opfer umbringt und ihnen Flügel annäht, ziemlich morbide, aber klar erkennbar. Einfach der ganze Zusammenhang zwischen dem Internat, Claras neuem Leben und den Morden, hat mir unglaublich gut gefallen und mich sofort in seinen Bann gezogen.
Ich war die ganze Zeit in der Geschichte drin und direkt schon war die Spannung da, die das ganze Buch über geblieben ist. Als Clara dann irgendwann Botschaften bekommt, wurde es noch besser. Ich hatte einfach zu keiner Zeit das Gefühl, dass es sich irgendwie zieht oder dass etwas unwichtig gewesen wäre. Immer wollte ich wissen, wie es weiter geht und so habe ich fast den Großteil des Buches an einem Abend gelesen.
Außerdem entwickelt sich eine klitzekleine sehr schöne Liebesgeschichte, die aber definitiv im Hintergrund bleibt und nicht vom eigentlichen Geschehen ablenkt. Zumindest nicht zur falschen Zeit.
Das Ende war wirklich gut gelungen, alles hat sich nahtlos aufgeklärt. Also fast alles. Ein Punkt ist geblieben, weshalb ich schon dem nächsten Band entgegenfiebere. Dennoch hatte diese Geschichten einen runden Abschluss und man kann es zuklappen und weiß, dass meiste wurde geklärt und ergibt Sinn.

...Schreibstil:
Der Schreibstil hat mir echt gut gefallen. Die Geschichte ließ sich einfach so unglaublich gut lesen. Spannung war perfekt eingebaut und konnte mich fesseln. Auch die Perspektive von Clara fand ich sehr gut gewählt, da man so einfach am besten alles mitbekommen hat. Ab und zu gab es mal kurze Kapitel aus der Sicht des Täters, die natürlich auch nicht fehlen dürfen, aber immer recht kurz gehalten waren, dass es mir gut gefallen hat.

...Charaktere:
Clara hat es wirklich nicht leicht im Leben und hofft endlich, irgendwo angekommen zu sein und sich möglichst unsichtbar machen zu können. Denn Auffallen will sie um gar keinen Fall, aber das tut sie. Sie macht sich daran, irgendetwas über den Mord herauszufinden bzw generell über Rotensand und beweist dabei Mut und springt über ihren Schatten.
Alex ist eine sehr interessante Person. Ich konnte ihn anfangs nicht so gut einschätzen und wusste nicht so recht, ob ihm zu trauen ist. Man erfährt auch gar nicht so viel über ihn, was sich aber im folgenden Band noch ändern kann und hoffentlich wird.
Generell waren die Personen gut dargestellt. Manche mehr manche weniger detailliert, aber immer passend.

Fazit:
Ein wirklich spannendes Buch! Ich habe mich von Anfang an wohlgefühlt mit diesem Buch und es voller Begeisterung gelesen und durch den tollen Schreibstil gar nicht gemerkt, wie die Seiten verflogen sind. Die Idee hat mir auch echt gut gefallen, zwar irgendwie brutal, aber auch mit einem Hintergrund. Das Ende war schlüssig und in sich abgeschlossen, auch wenn ein Knackpunkt offen bleibt für die Folgebände. Außerdem gibt es neben dem ganzen Grausamen noch eine leichte Liebesgeschichte im Hintergrund als Ablenkung.
Auch wenn ich es nicht genau fest machen kann, fehlte mir so eine Kleinigkeit zum wirklich perfekten Thriller.
Einfach ein spannender Thriller, dem man ziemlich gut folgen kann, aber mit viel Spannung.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der einen spannenden Jugendthriller sucht, der nicht ganz so verzwickt und kompliziert geschrieben ist. Außerdem jedem, der schon mal etwas von Corina Bomann gelesen hat und nun mal eine andere Seite ihres Schreibens kennen lernen möchte.

Montag, 2. Februar 2015

Rezension: "Zertrennlich" von Saskia Sarginson

Zwei Schwestern, ein Herz und eine Seele. Doch was passierte damals in diesem Sommer? Was führte dazu, dass sie sich so von einander entfernt haben...


Allgemeine Infos:
Verlag:
Script 5
Reihe: nein
Originaltitel: The twins
Erscheinungsdatum: 21.07.2014
Seitenzahl: 412
ISBN: 9783839001523


Klappentext:
Eine bewegende und fesselnde Reise zu den dunklen Geheimnissen einer Kindheit, die aus einem unzertrennlichen Ganzen zwei Schwestern machte, die einander wie Fremde erscheinen.

Ein flirrender Sommer an Englands Ostküste. Die Zwillingsschwestern Viola und Isolte sind durch duftende Kiefernwälder gestreift, haben auf nebelüberfluteten Lichtungen längst vergessene Sagengestalten beschworen und den scharfen, salzigen Wind des Meeres geatmet. Doch nun, fünfzehn Jahre später, scheinen die beiden nichts mehr gemein zu haben. Während Isolte sich mit verzweifelter Lebensfreude der Welt entgegenwirft, hungert Viola sich in den sicheren Tod. Während eine der Schwestern sich verbissen an ihre Ziele und Pläne klammert, wünscht die andere nichts sehnlicher, als sich aufzulösen und ihrer Vergangenheit zu entkommen.
Welcher unaussprechliche Schrecken ist geschehen in jenem Sommer, als alles möglich schien und der das Erwachsenwerden zweier Zwillingsschwestern so unerbittlich bestimmt?


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich wirklich schön und passt gut zu den Sommern von damals. Auch der Titel passt zur Geschichte, ebenso wie der Klappentext, der wirklich neugierig auf das Buch macht.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einer allgemeineren Einführung über das Leben der beiden Schwestern und das Zwillingsein generell. Dann eine Szene von einem Polizeiverhör. Irgendwie fand ich den Anfang ziemlich eingängig und ich wusste nicht wirklich, was ich von der Geschichte halten sollte, aber ich habe ihr eine Chance gegeben.
Die Idee war wirklich interessant. Zwei unzertrennliche Schwestern, doch dann passiert etwas, dass sie weiter auseinander bringt als jemals zuvor. So etwas habe ich bisher noch nicht gelesen und fand es generell wirklich gut durchdacht.
Die Abschnitte in der Vergangenheit fand ich wirklich gut und interessant. Wie die beiden Schwestern ihre Sommer bzw generell ihr Leben verbracht haben. Besonders als das andere Zwillingspaar John und Michael dazu kam. Irgendwie wirkte die Zeit so magisch. Aber nach ein paar Seiten ist es etwas eintönig geworden, weil jeder Tag ähnlich aufgebaut war. Nur die Jungs haben etwas Abwechslung rein gebracht. Interessant wurde es aber auch, als sich Gegenwart und Vergangenheit vermischt haben.
Manche Ereignisse konnte man gut vorhersehen, den großen Wendepunkt jedoch nicht. Von dem war ich wirklich überrascht und hätte das auch nicht erwartet. Ich wusste zwar, dass irgendwas passiert sein muss, aber nicht was.
Das Ende war zwar irgendwie gut und passend, aber leider auch etwas zu offen. Mir hätte irgendwie noch so ein kleiner Epilog gefehlt, wie es mit Viola weiter geht.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Irgendwie war gar nichts besonderes oder komisches an ihm, aber trotzdem habe ich mich nicht wirklich wohl gefühlt am Anfang.
Was ich richtig gut fand, waren die Perspektiven von Viola und Isolte. Einfach der Wechsel der Beiden und dann noch der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart fand ich sehr gelungen.

...Charaktere:
Die Charaktere haben mir wirklich gefallen und waren sehr gut dargestellt und ausgearbeitet.
Viola leidet an Magersucht. Während sie in der Klinik liegt, denkt sie über die Vergangenheit bzw die Kindheit nach. Sie erinnert sich an viele schöne Nachmittage und lässt einiges Revue passieren.
Isolte hat einen tollen Job und einen wunderbaren Freund. Nebenher ist immer noch etwas Sorge um ihre kranke Schwester. An ihre Vergangenheit wird sie immer wieder durch böse Albträume erinnert, aber sie versucht das Geschehene zu verdrängen.
John und Michael, ebenfalls Zwillinge, wachsen unter anderen Umständen auf, aber trotzdem verbindet die vier etwas und sie verbringen viel Zeit miteinander.


Fazit:
Ein interessantes Buch, auch wenn ich nicht genau weiß, was ich davon halten soll. Teilweise waren die Beschreibungen von Viola wirklich heftig und auf der anderen Seite so magisch. Die Personen waren richtig gut dargestellt und ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Die Idee fand ich eigentlich ganz gut, leider fehlte mir am Ende noch ein Epilog oder so. Außerdem haben sich manche Kapitel etwas gezogen und wiederholt und es fehlte der Reiz zum Weiterlesen. Auf der anderen Seite gab es aber auch spannende Wendungen, die mich wirklich überrascht haben.
Ich weiß nicht wirklich, wem ich dieses Buch empfehlen soll. Es ist eben nicht das typische Jugendbuch, sondern eher ein Roman mit Tiefgang und Familiengeschichte, aber auch mit Dramatik und einer Liebesgeschichte.