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Montag, 1. Juni 2015

Rezension: "Mit uns der Wind" von Bettina Belitz

Wie schaffst du es unter 80.000 Menschen jemanden zu finden, den du noch nie zuvor gesehen hast? Und wie willst du das ganze bewältigen, wenn du bei extremen Gefühlen einfach einschläfst, weil du unter Narkolepsie leidest?

Allgemeine Infos:
Verlag: Script 5
Reihe: nein
Originaltitel: Mit uns der Wind
Erscheinungsdatum: 09.03.2015
Seitenzahl: 398
ISBN: 9783839001608


Klappentext:
Wie findet man unter den 80.000 Besuchern von Rock am Ring den einen, den man liebt? Bestsellerautorin Bettina Belitz, bekannt durch ihre Splitterherz-Trilogie erzählt eine Liebesgeschichte über Hingabe und Kontrolle und die Lust am Fliegen.

Mona kennt ihn nur von den Videos auf YouTube. Es berührt sie tief, wenn er sich mit seinem Power-Kite der Willkür des Windes überlässt. Als sie herausfindet, dass ihr „Drachenreiter“ ein populäres Rockmusikfestival besuchen will, überredet Mona ihren Bruder Manuel, sie dorthin mitzunehmen. Keine Selbstverständlichkeit für Mona, denn sie leidet unter einer seltenen Form von Narkolepsie: Sie schläft bei aufregenden Gefühlen regelmäßig ein. Eigentlich fährt Adrian nur zu dem Festival, weil er endlich bei der schönen Helen landen will. Doch dann läuft ihm dieses zierliche Mädchen mit dem Drachentatoo über den Weg. Ziemlich hübsch die Kleine, aber als sie endlich in seinen Armen liegt, schläft sie plötzlich ein. Wie merkwürdig ist das denn?


"Manchmal muss man loslassen, weil jedes weitere Festhalten Unglück bringt. Das ist keine Schande oder Feigheit, sondern - der eigentliche Mut und das eigentliche Vertrauen." (Seite 243/244)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist eigentlich ganz niedlich, aber passt nicht so super zum Inhalt. Der Titel hingegen passt total gut zum Inhalt. Der Klappentext hat mich wirklich total neugierig auf die Geschichte gemacht, so dass ich es mir auf der Messe direkt kaufen musste.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem Zeitpunkt, bevor Mona mit ihrem Bruder und dessen Freundin zu Rock am Ring aufbricht. Man merkt deutlich, dass sich alle große Sorgen um sie machen und keiner so richtig von dieser Idee begeistert ist, aber dennoch lassen sie sie gehen. Adrian ist derweil schon mit seinen Freunden auf dem Festivalgelände und denkt über die kommenden Tage nach. Nach dem ersten Kapitel war ich eigentlich schon sofort in der Geschichte drin.
Die Idee fand ich ja schon bei der Lesung auf der Buchmesse total interessant. Mona leidet unter schwerer Narkolepsie und möchte trotzdem auf Rock am Ring, um zum einen ihre Lieblingsband live zu sehen und zum anderen, um den Jungen zu treffen, den sie bisher nur von YouTube kennt. Das hat mich einfach total fasziniert mit der Krankheit und dann sozusagen so ein Risiko auf sich zu nehmen.
Wie gesagt war ich sofort im Bann der Geschichte drin und wollte auch unbedingt weiter lesen. Irgendwie hat mich die Geschichte um Mona, ihre Krankheit, ihre Träume und Wünsche so fasziniert und gefesselt.
Aber nicht nur das, auch die Liebesgeschichte fand ich wunderschön. Sie war irgendwie gar nicht so platt, wie man es manchmal liest, sondern einfach durch die ganze Situation so außergewöhnlich. Ich konnte mir das total gut vorstellen und es hat mich total glücklich gemacht, davon zu lesen.
Es gab viele Momente, die mich echt überrascht haben. Die Geschichte hatte wirklich ein gutes Erzähltempo und es wurde kein Stück langweilig. Ganz im Gegenteil ich hätte echt noch mehr lesen können.
Das Ende kam teilweise echt überraschend. Diese ganze Thematik mit dem Drachen und dem Fliegen war so schön und hat so gut einfach zur Geschichte gepasst und diese Auflösung war einfach so toll. Andererseits habe ich es mir genau so gewünscht und teilweise auch geahnt.

...Schreibstil:
Ich mochte den Schreibstil von Bettina Belitz echt gerne. Man konnte sich einfach so in die Geschichte fallen lassen und dem Alltag entfliehen. Außerdem fand ich es von den Perspektiven her total schön, dass immer erst aus Monas Sicht erzählt wurde und dann aus Adrians und sich das teilweise auch etwas überschnitten hat. Das hat einfach richtig gut zur Geschichte gepasst.

...Charaktere:
Mona hat definitiv kein leichtes Leben mit ihrer Narkolepsie, die sich absolut nicht beeinflussen kann. Doch sie möchte unbedingt zu Rock am Ring und widersetzt sich den Regeln und erlebt endlich, was es heißt, frei zu sein. Ich konnte ihre Einstellung zum Leben und ihre Wünsche echt gut nachvollziehen. Sie war einfach so toll und detailiert beschrieben, dass ich mich total gut in sie hineinversetzen konnte.
Adrian ist Kiter und auf YouTube recht bekannt. Doch eigentlich ist er ganz anders, als er sich im Internet gibt und das wird dem Leser auch bald recht deutlich und da durch ist er mir gleich viel sympathischer geworden. Auch ihn fand ich echt gut beschrieben.
Generell waren auch die Nebenpersonen mit viel Liebe beschrieben, besonders die Beiden von Rock am Ring waren total nett.

Fazit:
Ein schönes Jugendbuch über eine ernsthafte Krankheit und den Wunsch nach Leben und den Träumen! Dazu noch eine tolle Liebesgeschichte, authentische Charaktere und ein total anziehender Schreibstil. Die Idee hat mich echt begeistert und die Thematik, die dahinter stand. Dennoch fehlt mir so eine Kleinigkeit zum Highlight, auch wenn ich nicht genau sagen kann, was.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine Geschichte über Narkolepsie oder Rock am Ring lesen möchte. Ansonsten für jeden, der eine schöne Liebesgeschichte mit etwas ernsterem Hintergrund für den Sommer sucht.

Sonntag, 12. April 2015

Rezension: "Nach dem Sommer" von Maggie Stiefvater

Stell dir vor, in dem Wald neben deinem Haus leben Wölfe, besser gesagt, dein Wolf, der dich damals gerettet hat. Und du wartest jedes Jahr auf ihn, bis du ihn wiedersiehst. Und plötzlich steht er als Mensch vor dir...

Allgemeine Infos:
Verlag: Script 5
Reihe: Teil 1 von 3
Originaltitel: Shiver
Erscheinungsdatum: 06.09.2010
Seitenzahl: 421
ISBN: 9783839001080


Klappentext:
Jeden Winter wartet Grace darauf, dass die Wölfe in die Wälder von Mercy Falls zurückkehren – und mit ihnen der Wolf mit den goldenen Augen. Ihr Wolf.

Ganz in der Nähe und doch unerreichbar für sie, lebt Sam ein zerrissenes Leben: In der Geborgenheit seines Wolfsrudels trotzt er Eis, Kälte und Schnee, bis die Wärme des Sommers ihn von seiner Wolfsgestalt befreit. In den wenigen kostbaren Monaten als Mensch beobachtet er Grace von fern, ohne sie jemals anzusprechen – bevor die Kälte ihn wieder in seine andere Gestalt zwingt.

Doch in diesem Jahr ist alles anders: Sam weiß, dass es sein letzter Sommer als Mensch sein wird. Es ist September, als Grace den Jungen mit dem bernsteinfarbenen Blick erkennt und sich verliebt. Doch jeder Tag, der vergeht, bringt den Winter näher – und mit ihm den endgültigen Abschied.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover mit den Farben finde ich wunderschön. Besonders gut gefällt mir, dass man das Mädchen und den Wolf auch unter dem Umschlag wieder findet. Der Titel passt ziemlich gut zur Geschichte und zur Situation. Der Klappentext ist zu lang, aber verrät nicht unbedingt zu viel.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt damit, wie Grace von den Wölfen in den Wald gezerrt wurde und von einem von ihnen gerettet wurde. Seit dem hat wartet sie immer wieder auf ihn und erkennt ihn, an seinen gelben Augen, wenn er am Waldrand steht und zu ihr rüber sieht. Irgendwie hat mich das fasziniert, dass er sie gerettet hat, obwohl seine Artgenossen sie fressen wollten.
Die Idee war total interessant, wenn auch nicht unbedingt neuartig. Es gab und gibt viele Werwolfgeschichten, aber diese hier ist meiner Meinung nach etwas ganz Besonderes. Es gibt Fantasyelemente, eine tragische Liebesgeschichte und eine Menge Spannung.
Der Hintergrund hinter den Werwölfen wurde sehr gut in die Geschichte eingebaut und Stück für Stück aufgeklärt. Es war für mich vollkommen schlüssig und konnte mich überzeugen.
Die Geschichte wurde zu keiner Zeit langweilig und ich wollte die ganze Zeit weiter lesen und wissen, wie es mit Grace und Sam weiter geht.
Das Ende war grandios. Es wurde noch einmal richtig spannend und emotional. Ich habe so gehofft und gebangt und dann das. Ich muss einfach die nächsten beiden Teile lesen und herausfinden, was noch so passiert.

...Schreibstil:
Der Schreibstil hat mir total gut gefallen. Immer abwechselnd gab es ein Kapitel aus Grace Sicht und eines aus Sams. Die Autorin konnte sowohl Gefühle als auch Spannung sowie den Fantasyaspekt einfach unglaublich gut rüber bringen und hat die Seiten nur so verfliegen lassen.

...Charaktere:
Grace wurde damals von den Wölfen entführt und seitdem üben sie eine große Faszination auf sie aus und sie wartet immer sehnsüchtig darauf, ihren Wolf wieder zu sehen. Währenddessen geht sie zur Schule und kümmert sich zu Hause im Haushalt und Essen, da ihre Eltern recht beschäftigt sind.
Sam ist ein Wolf und hat Grace damals gerettet. Seither sieht er sie im Garten sitzen und warten. Bis er eines Tages verletzt wird und Hilfe bei ihr sucht. Er erzählt ihr von seinem Geheimnis und verliebt sich in sie.
Die Charaktere waren allesamt gut dargestellt. Ich hatte ein recht gutes Bild von ihnen im Kopf und konnte mich gut in sie hineinversetzen. Die meisten waren wirklich liebenswürdig und sind mir ans Herz gewachsen, ganz besonders Grace, Sam und Beck.


Fazit:
Eine tolle facettenreiche Geschichte! Neben dem Fantasyaspekt der Werwölfe erwartet einen Spannung, Tragik und eine wunderschöne Liebesgeschichte. Die Idee hat mich wirklich total begeistert und der Schreibstil hat perfekt gepasst. Die Charaktere waren gut dargestellt und man konnte sich in jeden gut rein versetzen. Jedem, der jetzt vor dem Fantasyaspekt zurückschreckt, sei gesagt, es sind wirklich nur die Wölfe, die etwas anders sind, aber ansonsten eine ganz normale Geschichte. Also wirklich toll gemacht und super erklärt.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne eine Liebesgeschichte mit etwas Fantasy und Spannung lesen möchte. Oder auch jedem, der gerne etwas über Werwölfe liest.

Freitag, 18. April 2014

Rezension: "Rot wie das Meer" von Maggie Stiefvater

Allgemeine Infos:
Verlag:
Script 5
Reihe: nein
Originaltitel: The Scorpio Races
Erscheinungsdatum: 12.11.2012
Seitenzahl: 426
ISBN9783839001479


Klappentext:
Jedes Jahr im November wird die Insel Thisby von Capaill Uisce heimgesucht, Meereswesen, die in Gestalt wunderschöner Pferde Tod und Verderben bringen. Schnell wie der Seewind und tückisch wie das Meer, ziehen sie die Menschen in ihren Bann.
Wie viele junge Männer der Insel fiebert auch Sean Kendrick dem Skorpio-Rennen entgegen, bei dem sie auf Capaill Uisce gegeneinander antreten. Nicht wenige bezahlen dafür mit ihrem Leben.
Das diesjährige Rennen aber wird sein wie keines zuvor: Als erste Frau wagt Puck Connolly, sich einen Platz in dieser Männerwelt zu erkämpfen. Sie gewinnt den Respekt von Sean Kendrick, der ihr anfangs widerwillig, dann selbstlos hilft. Schließlich fällt der Startschuss und auch diesmal erreichen viele Reiter nicht das Ziel.
Ihr Blut und das ihrer Capaill Uisce färben die Wellen des Meeres rot …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover gefällt mir wirklich gut und auch unter dem Schutzumschlag irgendwie hübsch, wenn auch ziemlich schlicht. Auch der Titel passt sehr gut zum Buch und wird öfters erwähnt. Der Klappentext macht neugierig, ist mir aber zu lang.

...Grundidee & Verlauf:
Die Idee gefällt mir richtig gut, da sie auf einem Mythos beruht und ich das eigentlich immer ganz spannend finde. Es geht um die Wasserpferde, die jedes Jahr im Oktober/November nach Thisby kommen. Darauf hin wird das Skorpiorennen veranstaltet, an dieses Jahr zum ersten Mal auch ein Mädchen, Puck, teilnimmt.
Ich bin ziemlich gut in die Geschichte rein gekommen und habe mich auch relativ schnell in der Geschichte und auf der Insel zurecht gefunden.
Eigentlich weiß man von vornherein schon, dass sich eine Liebesgeschichte entwickeln wird. Ich habe nur gehofft, dass sie nicht zu aufdringlich wird, aber genau das Gegenteil war der Fall: Die Liebesgeschichte ist genau passend, entwickelt sich erst spät, aber hat mich trotzdem sehr berührt.
Auch wenn ich normalerweise mit Pferden nicht allzu viel anfangen kann, konnte mich das Buch trotzdem begeistern. Klar nehmen die Pferde und das Reiten den größten Teil der Geschichte ein, aber es ist wirklich stimmig.
Leider brauchte die Geschichte nach dem Anfang wieder etwas, um in Fahrt zu kommen. Es hat sich nicht wirklich gezogen, aber irgendwie fehlte so ein bisschen der Schwung.

...Schreibstil:
Der Schreibstil von Maggie Stiefvater ist wirklich angenehm und lässt sich sehr gut lesen, aber er war jetzt nicht unbedingt so was besonderes. Dennoch konnte sie mich emotional berühren vor allem zum Ende hin.
Sehr schön fand ich die abwechselnde Perspektive von Puck und Sean jeweils aus der Ich-Perspektive. Da durch hat die Autorin mir die Geschichte sehr nah gebracht.

...Charaktere:
Puck & Sean, Finn & Gabe... In dieser Geschichte gibt es wirklich tolle Charaktere, die was ganz besonderes sind. Angefangen bei Puck, die sich plötzlich entschließt, das Rennen mitzureiten, nur um ihr Leben auf der Insel zu retten. Weiter geht es mit Sean, der eine harte Schale aber einen weichen Kern hat, und der sich ziemlich toll entwickelt.
Außerdem sind da noch Pucks Brüdern Finn und Gabe, die beide zwar ziemlich unterschiedlich sind, aber im Notfall immer hinter ihr stehen.
Aber auch die anderen Nebencharaktere sind ziemlich gut gelungen.


Fazit:
Mein erstes Buch von Maggie Stiefvater und eindeutig nicht das Letzte! Die Autorin bringt den Mythos um die Wasserpferde sehr nah und verknüpft es in einer sehr lebendigen und berührenden Geschichte.
Auch wenn man nicht viel mit Pferden anfangen kann, wird das Buch trotzdem nicht langweilig. Durch den angenehmen Schreibstil und die liebevollen Charaktere konnte mich das Buch gut unterhalten und zum Ende hin ziemlich berühren. Leider hat es ihm nach dem guten Anfang etwas an Schwung gefehlt, aber der kam nach einigen Kapiteln wieder!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne eine schöne Geschichte über Freundschaft und Liebe mit mythischem Hintergrund lesen möchte oder auch einfach nur über Pferde.

Dienstag, 15. Oktober 2013

Rezension: "Linna singt" von Bettina Belitz

Klappentext:
Seit fünf Jahren hat Linna sie nicht mehr gesehen: Maggie, Simon, Jules und Falk, die ehemaligen Mitglieder ihrer Band. Nun treffen sie sich in einer Hütte in den Bergen wieder, um für einen Auftritt zu proben.
Linna hatte eigentlich keinen Grund, Maggies Einladung zu folgen, denn was die anderen nicht wissen: Seit damals hat sie keinen Ton gesungen. Doch etwas treibt sie an, sich ihrem alten Leben zu stellen: die Erinnerung an eine Nacht mit Falk, dem Gitarristen. Linna muss sagen, was für vor fünf Jahren unausgesprochen blieb, und sie muss hören, ob Falk eine Antwort hat.


Meinung:
Der Titel ist nicht unbedingt spektakulär, aber er passt zum Buch. Das Cover finde ich etwas seltsam, weil es nicht wirklich zur Geschichte passt. Höchstens der Schnee in der Kugel. Jedoch muss ich sagen, dass es unter dem Schutzumschlag wunderschön ist, weiß mit roten Schnörkeln, wie auf der Rückseite. Der Klappentext ist in Ordnung, wobei mir der direkt auf dem Buch besser gefällt und der auch neugieriger macht.

Die Idee war gut, wenn in manchen Teilen auch nicht so unbedingt einmalig, wie die abgeschiedene Berghütte. Aber die Bandprobe und die Band an sich dann wiederum schon.

Die Umsetzung lässt mich etwas zwie gespalten zurück. Anfangs hatte ich wirklich mit den langen Kapiteln zu kämpfen. Vielleicht bin ich auch nur verwöhnt, aber die meisten waren über 20 Seiten lang, meist sogar 30. Das hat mich dann doch etwas demotiviert zum Lesen. Vielleicht lang es aber auch noch mit an der kleinen Schrift.
Zudem gab es bestimmte Dinge, Äußerungen, Geschehnisse, die oft vor kamen. So zum Beispiel das Schlafen. Ja man kann in so einer Hütte bei Schnee nicht viel anderes machen, aber es wurde doch sehr häufig erwähnt und da durch erschien es ein wenig langatmig.
Dennoch muss ich sagen, dass Spannung vorhanden war. Zwar hat es auch etwas gedauert, bis diese merklich spürbar war, aber dann auch wirklich bis zum Ende hin. Das ganze hat sich als "Psychospiel" entwickelt, das wirklich spannend war und mir manchmal den Atem geraubt hat.
In dem ganzen Buch dreht es sich um die Band "Linna singt" und deren Lieder. Deshalb ging es auch viel darum, Titel und Interpreten wurden genannt und teilweise auch Songtexte zitiert. Fand ich an sich sehr schön, aber leider kannte ich die wenigsten Lieder. Vielleicht wäre einem bei bekannteren oder neueren Liedern der Zusammenhang zur Geschichte (Gedanken und Emotionen) noch deutlicher gewesen.
Die Charaktere fand ich gut durch dacht und tiefgründig genug. Jeder hatte so sein Päckchen zu tragen, von dem man immer mehr erfahren hat, wie er zu dem Mensch wurde, der er ist. Selbst die, die anfangs nicht ganz so sympathisch waren, fand ich am Ende klasse. Mit jedem von ihnen konnte ich mitfühlen und mich in sie hineinversetzen.
Das Ende hat mich absolut geplättet. Es war emotional, also für mich. Es war schön, realistisch und irgendwie perfekt. Aber auch zum Ärgern. Und genau diese Mischung hat mich dann innehalten lassen und zum Nachdenken angeregt.


Fazit:
Ein wirklich tolles spannendes Buch. Leider hat es am Anfang etwas Anlauf gebraucht. Die Charaktere waren sehr gut durch dacht und tiefgründig, und auch das Ende konnte mich vollkommen überzeugen. Lest dieses Buch, wenn ihr bereit für ein kleines "Psychospiel" seid und nicht gegen Musik und Songtextzitate habt.

Montag, 4. März 2013

Rezension: Das Mädchen mit den gläsernen Füßen von Ali Shaw

Inhalt:
Als Midas eines Tages durch den Wald geht, um Fotos zu machen, sieht er Ida. Sie sitzt auf einem Stein und macht auf ihn einen seltsamen Eindruck. Er hat den Drang, sie zu fotografieren, aber er tut es doch nicht. Sie trägt zu große Stiefel und sie humpelt. Warum, weiß Midas zu dem Zeitpunkt noch nicht. Sie sucht jemanden, den er kennt, aber er sagt es ihr nicht.
Kurz drauf findet er heraus, warum Ida humpelt: Sie verwandelt sich von den Füßen an zu Glas.
Es wird immer wieder von einem Tier erzählt, dass alles mit seinem Blick zu Glas verwandeln kann.
Doch wird es eine Rettung für Ida geben?


Meinung:
Um es mit einem Wort zu beschreiben: Es ist anders. Jetzt könnte ich eigentlich schon mit der Rezension aufhören, weil alles gesagt wurde.

Die Geschichte ist anders: Ein Mädchen mit gläsernen Füßen. Ein Tier, das mit seinem Blick Dinge zu Glas verwandelt. Eine seltsame Insel. Ich kann es auch nur schwer einem Genre zu ordnen. Aber da es bei Script 5 erschienen ist, kann man es als Jugendbuch bezeichnen.

Die Charaktere sind ebenfalls anders: Midas ist Fotograf, der das ganze Leben damit kämpft, nicht so zu sein, wie sein Vater. Ida verwandelt sich zu Glas und sucht Henry Fuwa, der ihr möglicherweise helfen kann. Henry Fuwa ist seltsam; er züchtet eigenartige Tiere. Carl sieht in Ida immer nur ihre Mutter und möchte ihr um jeden Preis der Welt helfen..
Alle Charaktere haben irgendeine Hintergrundgeschichte, die sie besondern macht. Alle haben irgendeinen Schicksalsschlag erlitten oder so was in der Art. Ihr Leben ist geprägt, von diesem Vergangenen.
Auch wenn sie seltsam scheinen, sind sie mir trotzdem ans Herz gewachsen, weil sie interessant waren. Außerdem hat es mich gereizt, zu erfahren, was mit ihnen passiert ist, damals.

Das Cover finde ich übrigens wunderschön. Die Pflanzen auf dem Boden findet man auch zu Beginn eines neuen Kapitels wieder.

Auch die Perspektive ist anders: Ich glaube, ich hatte noch nie ein Buch mit so vielen Perspektivwechsel, das mir auch gefallen hat. (House of Night hatte das auch, aber das kann man eh vergessen)
So ziemlich jeder Charakter erzählt mal das Geschehen aus seiner Sicht, mal im Hier und Jetzt und mal aus der Vergangenheit. Allerdings hatte man nie das Gefühl, dass es zu viel war, irgendwie unnötig. Es war genau passend.

Außerdem bringt es einen am Ende zum Nachdenken. Ich musste erst einmal schlucken, nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte. Irgendwie fühlte man sich befreit, weil die Geschichte ein Ende gefunden hatte. Aber anderseits fühlte man sich hilflos, weil die Charaktere ja noch immer ihre Probleme haben bzw. mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben.

Es ist wirklich schwer, dieses Buch zu beschreiben.


Fazit:
Dieses Buch ist einfach nur Anders. Wobei anders in diesem Fall nicht schlecht ist sondern gut. Alles war anders, aber genau das hat mir auch gefallen. Genau dieses Anders war perfekt, weil alles in sich schlüssig war.
Ich kann es deshalb nur jedem empfehlen. Auch wenn ich meine wirkliche Begeisterung nicht gut erklären kann, weil einem dazu einfach die Worte fehlen.

Montag, 7. Januar 2013

Rezension: Splitterherz von Bettina Belitz

Inhalt:
Ellie zieht mit ihren Eltern von Köln aufs Dorf, weil ihr Vater einen Job in der nahe gelegenen Klinik als Psychater bekommen hat.
Allerdings behagt es ihr dort gar nicht: Sie hat keine Freunde und scheint auch nicht so recht Anschluss zu finden. Außerdem ist da noch dieser Colin, den sie immer mal wieder trifft.
Niemand im Dorf scheint ihn so wirklich zu kennen geschweige denn zu mögen.
Irgendwann beginnt Ellie allerdings ihn näher kennenzulernen und muss dabei feststellen, dass er anders ist. Sein Verhalten ihr gegenüber ist sonderbar und schon bald bemerkt sie, dass es eine Verbindung zwischen ihm und ihrem Vater gibt....

Meinung:
Auf den ersten Blick sieht es nach einer ganz normalen Geschichte aus, mit einem geheimnisvollen Jungen, der doch dann ganz anders ist, als er scheint.
Hier ist es jedoch etwas anders: Colin wirkt von Anfang an einfach komplett anders und verhält sich auch genau so gegenüber Ellie.

Ellie ist ein sympathisches Mädchen mit normalen Problemen: Sie versucht irgendwie den Anschluss an ihrer neuen Schule zu finden und hat dabei so ihre Schwierigkeiten. Immer wieder wünscht sie sich, zurück in Köln zu sein bei ihren beiden Freundinnen. Irgendwann ist sie aber dann doch ganz glücklich in dem Dorf.
Colin ist ein geheimnisvoller Typ, über den niemand im Dorf so richtig was zu wissen scheint. Viele scheinen sich in seiner Anwesenheit unwohl zu fühlen und meiden ihn deswegen. Jedoch sieht Ellie das anders.

Schon zu Beginn der Geschichte werfen sich haufenweise Fragen auf, von denen die meisten im Laufe der Geschichte geklärt werden. Da immer mehr Fragen hinzukommen, baut sich eine leichte Spannung in dem Buch auf, und man möchte bzw. muss unbedingt weiterlesen, um Antworten zu bekommen. Das Buch zieht einen regelrecht in seinen Bann.

Ich habe recht schnell in die Geschichte gefunden und kam gut zurecht. Irgendwann ist mir allerdings aufgefallen, dass Ellie sehr viel schläft und das auch irgendwie überall. Das machte mich schon stutzig. Aber auch das klärt sich im Laufe der Geschichte.

Insgesamt ist dieses Buch ein guter Auftakt zur Trilogie, auch wenn das Ende zwar in gewisser Weise offen ist, aber auf gar keinen Fall einen Cliffhanger darstellt. Man hat ein sehr gutes Bild von den einzelnen Personen und ihrem Verhalten bekommen.
Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil, da mich dieses Buch schon sehr in seinen Bann gezogen hat.

Zitate:
"Wenn man einen starken Willen hat, kann man einiges erreichen. Das funktioniert allerdings nicht, wenn es nichts im Leben gibt, wofür es sich zu kämpfen lohnt." (S. 259)

Weitere Teile:
Scherbenmond - noch nicht gelesen
Dornenkuss - noch nicht gelesen

Fazit: