Donnerstag, 30. Januar 2014

Rezension: "Wer Schatten küsst" von Marc Levy

Allgemeine Infos:
Verlag: Blanvalet
Reihe: nein
Originaltitel: Le voleur d'ombres
Erscheinungsdatum: 20.01.2014
Seitenzahl: 255
ISBN: 9783442380268


Klappentext:
Liebe hat viele Gesichter – doch nur eines werden wir nie vergessen …

Als Kind stiehlt er die Schatten derer, die seinen Weg kreuzen – Freunde, Feinde und seine erste Liebe. Und erhält so Einblick in ihre Träume, Wünsche und Sorgen. Was soll er aber mit dieser Gabe anfangen, die ihn so verwirrt? Jahre später ist aus dem Schattendieb ein Arzt geworden. Hat er immer noch die Fähigkeit, die Sehnsüchte derer zu erahnen, die ihn umgeben? Erneut wird er mit der Frage konfrontiert: Kann er den Menschen dabei helfen, ihre Träume zu leben, statt ihr Leben zu träumen – und selbst das Glück und die Liebe finden?


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich wirklich schön und stellt einen wesentlichen Teil des Inhalts dar. Der Titel gefällt mir gut und passt, im übertragenen Sinne, auch zur Geschichte und ist irgendwie schön.
Auch wenn der Klappentext schon etwas von der Geschichte verrät, ist er gut gelungen und macht totale Lust, das Buch selbst zu lesen.
Das Buch ist in zwei Abschnitte unterteilt. Richtige Kapitel gibt es nicht, aber immer mal wieder große Absätze, die auch nicht all zu lang sind. 

...Grundidee & Verlauf:
Die Idee finde ich wirklich schön, eine Liebesgeschichte bzw das alltägliche Leben mit etwas magischem, das eigentlich in uns allen steckt. Ein Junge, der mit den Schatten sprechen kann und so über die Träume, Sorgen und Wünsche der jeweiligen Person weiß.
Zunächst lernen wir einen kleinen Jungen während seiner Schulzeit kennen, der es nicht unbedingt leicht hat. Bald merkt er, dass mit ihm irgendwas anders ist. Er kann mit den Schatten sprechen und manchmal ist der Schatten eines anderen an Stelle seines eigenen.
Viele Jahre vergehen und aus dem kleinen Jungen ist ein Medizinstudent geworden. Seine Gabe hat er längst wieder vergessen, doch schon bald wird er wieder dran erinnert.
Der Verlauf hat mir total gut gefallen und alles war für mich stimmig.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war sehr angenehm, weshalb sich das Buch gut lesen ließ. Die Sätze waren unkompliziert gestaltet und trotzdem hat es mich an den passenden Stellen gepackt, mich zum Weinen gebracht und unglaublich nachdenklich gemacht.
Außerdem gibt es viele schöne Formulierungen, die ich mir definitiv in mein Zitatebüchlein schreibe, weil sie außerdem auch sehr wahr sind und mich zum Nachdenken gebracht haben.

...Charaktere:
Marc Levy hat in dieser Geschichte wundervolle Charaktere geschaffen, die alle irgendwie magisch sind, und so einzigartig und liebevoll gestaltet.
Nicht nur die Hauptperson, ich weiß gerade ihren Namen nicht, war mir zu gleich sympathisch, sondern auch Luc, sein bester Freund, und Clea, sowie fast alle anderen auch.
Besonders toll fand ich auch die liebevollen Nebencharaktere, die so unglaublich weise sind und so toll Beistand geleistet haben, wie Yves. Ihn würde ich auch sofort zum Freund haben wollen!


Zitate:
"Aber weißt du, mit der Zeit kommen manche Dinge wieder ins Lot." (S. 26)

"Das Blatt, wie es heißt, kann sich unglaublich schnell wenden. Alles geht schlecht, und plötzlich verändert ein unvorhersehbares Ereignis den Lauf der Dinge." (S. 92)

"Die Jahre vergehen scheinbar. Die einfachsten Momente bleiben für immer in unserem Gedächtnis verankert." (S. 141)


Fazit:
Ich bin begeistert! Ein traumhaft schönes Buch, das mich zum Nachdenken und zum Weinen gebracht hat und das mehr als ein Mal. Es überzeugt mit liebevollen Charakteren und einem wunderschönen Schreibstil, die dieses magische Geschichte lebendig machen!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der eine schöne Geschichte sucht, die von Liebe und den Träumen und Ängsten erzählt. Lest dieses Buch einfach und hoffentlich werdet ihr auch so von dieser schlichten Schönheit begeistert sein!

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Samstag, 25. Januar 2014

Rezension: "Eine handvoll Worte" von Jojo Moyes

Allgemeine Infos:
Verlag: Rowohlt
Reihe: nein
Originaltitel: The Last Letter from your Lover
Erscheinungsdatum: 04.10.2013
Seitenzahl: 592
ISBN: 9783499267765


Klappentext:
Du sollst wissen, dass du mein Herz in deinen Händen hältst.


1960. Jennifer Stirling müsste eigentlich glücklich sein: Sie führt ein sorgloses Leben an der Seite ihres wohlhabenden Mannes. Doch ihr Herz gehört einem anderen – und er bittet sie, alles für ihn aufzugeben.

2003. Ellie Haworth hat ihren Traumjob gefunden: Sie ist Journalistin bei einer der führenden Zeitungen Londons. Eigentlich müsste sie glücklich sein. Doch der Mann, den sie liebt, gehört einer anderen.

Eines Tages fällt Ellie im Archiv ein Jahrzehnte alter Brief in die Hände: Der unbekannte Absender bittet seine Geliebte, ihren Ehemann zu verlassen und mit ihm nach New York zu gehen. Als Ellie diese Zeilen liest, ist sie erschüttert. Was ist aus den beiden und ihrer Liebe geworden? Sie stellt Nachforschungen an und stößt auf Jennifer: eine Frau, die alles verloren hat. Alles, außer einer Handvoll kostbarer Worte.

Wer die Liebe nicht kennt, kennt nichts. Wer sie hat, hat alles.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover gefällt mir richtig gut mit dem Scherenschnitt, wie schon von "Ein ganzes halbes Jahr" bekannt. Es wirkt sehr verträumt und ergibt zusammen mit dem Titel und dem Klappentext eine tolle Harmonie, die wirklich Lust macht, das Buch zu lesen. Hier passt einfach alles zusammen!
Bei der Gestaltung gibt es allerdings schon einen großen Minuspunkt: In diesem Buch gibt es mehrere Zeitebenen, Jennifer vor dem Unfall und nach dem Unfall. Allerdings waren diese "Sprünge" nicht gekennzeichnet und mir ist es erst im Nachhinein aufgefallen. Das fand ich wirklich schade, diese Kennzeichnung wäre wirklich sinnvoll gewesen.


...Grundidee & Verlauf:
Die Idee, dass Ellie Briefe im Archiv findet und die Geschichte der Menschen hinter den Briefen erfahren möchte, finde ich wirklich schön, wenn auch nicht einzigartig. War in manchen Familiensagen schon mal da. Aber in dieser Kombination noch nicht!
Im Prolog lernt mal Ellie und ihr Leben kennen, bis zu dem Zeitpunkt, wo sie den Brief findet. Dann ist man nicht mehr im Jahr 2003 sondern im Jahr 1960 (was sogar da stand) und lernt Jennifer kennen, in unterschiedlichen Zeitebenen. Dann kommt lange Zeit, ca 200-300 Seiten nichts mehr von Ellie, bis man wieder in die Gegenwart wechselt.
Insgesamt fand ich Idee und Verlauf sehr schön, wenn ich auch ca 150 Seiten brauchte, um mit dem Buch und den Zeitebenen warm zu werden. Aber alles wirkt realistisch, auch wenn manchmal viel Pech dabei ist.
Es gab wirklich eine Wendungen und Ereignisse, mit denen ich nicht gerechnet hätte und die mich wirklich überrascht haben. 


...Schreibstil:
Die Geschichte hat spielt sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit. Mit ihrem Schreibstil schafft sie es, sich den 60er Jahren perfekt anzupassen und diese ihren Lesern so nah zu bringen. Damalige Irrtümer, über die wir heute ganz anders denken, stellt sie sehr realistisch da und man kann sich perfekt in die damalige Zeit hinein versetzen.
Sehr gut gelungen ist ihr, dass sie die damaligen Probleme und Risiken als Erzählung schildert und dem Leser durch bestimmte Geschehnisse aber auch zeigt, was so ein Verhalten für Folgen haben kann.
Kaum blättert man eine Seite um, ist man von Geschehnissen und Wortwahl her wieder in der Gegenwart. Das hat mich wirklich begeistert, dieser so authentisch angepasste Schreibstil.
Außerdem haben mir wirklich viele Dialoge sehr gut gefallen, weil sie so schön schlagfertig oder ironisch waren. Natürlich haben mir auch die Briefe an Jennifer sehr gut gefallen und ich wünschte, mir würde auch jemand solche Briefe, bzw überhaupt Briefe, schreiben.
Dennoch muss ich sagen, dass mir manche Stellen zu unemotional waren. Ich weine gerne bei Büchern, vor allem bei Liebesgeschichten. Hier gab es auch viele Szenen, wo ich gerne Tränen vergossen hätte, aber es kamen einfach keine. Noch nicht einmal am Schluss, den ich mir genau so gewünscht hatte. Er hat mich zwar berührt, aber nicht tief genug.


...Charaktere:
Ich mochte sie alle, nun ja fast alle! Ellie war mir im Prolog absolut sympathisch und ich war enttäuscht, dass es auf einmal um Jennifer ging. Aber auch sie fand ich total toll, genau so wie Anthony. Alle waren gut und realistisch dargestellt, selbst die Unsympathischen konnte ich verstehen.
Sie alle hatten ihre Gedanken und Motive, die sehr gut dargestellt wurden, selbst von den Nebencharakteren.


Zitate:
"Ein Leben ohne Komplikationen gibt es nicht, Rory. Am Ende schließen wir alle Kompromisse." (S. 501)

"Wissen Sie, man kann nicht erzwingen, wiedergeliebt zu werden. Ganz gleich, wie sehr man es sich wünscht. Manchmal hat man einfach den richtigen Zeitpunkt verpasst." (S. 509)


Fazit:
Mir fällt diese Rezension irgendwie schwer, meine Meinung auszudrücken, ohne zu spoilern.
Aber insgesamt fand ich es ein wirklich gutes Buch, mit einer schönen Liebesgeschichte und vielen unerwarteten Wendungen und traumhaften Charakteren! Allerdings sind die Zeitsprünge nicht gekennzeichnet und die emotionalen Szenen haben bei mir keine Emotionen hervorgelöst.
Ich empfehle dieses Buch allen, die eine schöne Liebesgeschichte suchen, aber nicht auf die Tränen hoffen. Wer die ersten 150 Seiten geschafft hat, wird begeistert sein, auch wenn zum perfekten Buch doch noch ein wenig fehlt!

Donnerstag, 16. Januar 2014

Rezension: "Schändung" von Jussi Adler-Olsen

Allgemeine Infos:
Verlag: dtv
Reihe: Teil 2 von 5?
Originaltitel: Fasandræberne
Erscheinungsdatum: September 2010
Seitenzahl: 464
ISBN: 9783423247870


Klappentext:
»Der Blutdurst der Jäger. Wie würden sie es machen? Ein einzelner Schuss? Nein. So gnädig waren die nicht, diese Teufel, so waren sie nicht ...«
Ein Leichenfund in einem Sommerhaus in Rørvig. Zwei Geschwister sind brutal ermordet worden. Der Verdacht fällt auf eine Gruppe junger Schüler eines exklusiven Privatinternats, die für ihre Gewaltorgien bekannt sind. Einer von ihnen gesteht.

Zwanzig Jahre später. Nachdem Carl Mørck aus dem Urlaub zurückkommt, stößt ihn sein Assistent Assad mit der Nase auf die verstaubte Rørvig-Akte. Doch von oberster Stelle werden ihnen weitere Ermittlungen verboten. Carl und Assad ist klar, dass hier etwas zum Himmel stinkt: Die Spuren führen hinauf bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft, in die Welt der Aktienhändler, Reeder und Schönheitschirurgen - und sie führen ganz weit nach unten, in die Abgründe der Gesellschaft, zu einer Obdachlosen: äußerlich hart wie Granit, doch mit einer blutenden Seele ...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich gut, relativ schlicht, aber aussagekräftig, vor allem die großen Buchstaben. Außerdem hat es einen gewissen Wiedererkennungswert zum ersten Teil "Erbarmen". Der Titel passt perfekt zum Buch und ist eigentlich Programm, zumindest meistens.
Mir persönlich ist der Klappentext viel zu lang. Entweder ein Zitat oder eine Inhaltsangabe, aber nicht beides. Es wird nicht unbedingt zu viel verraten, er ist einfach nur zu lang. Dennoch macht er neugierig.
Von der Gestaltung her würde ich mir wünschen, dass gekennzeichnet ist, aus wessen Sicht das Kapitel nun ist. Außerdem hatte ich manchmal Schwierigkeiten, Rückblenden zu erkennen.

...Grundidee & Verlauf:
Teilweise hatte ich ein paar Probleme mit der Handlung, weil ich immer die Namen durcheinander gebracht habe. Dennoch fand ich den Unterschied zwischen arm und reich wirklich sehr gut dargestellt und die ganze Geschichte absolut super erzählt.
Die Geschichte spielte in der Gegenwart und wurde immer wieder durch Rückblenden gespickt, die aber leider nicht als solche gekennzeichnet waren. Aber sonst war es gut umgesetzt.
Das ganze Buch drehte sich immer wieder um das Thema Gewalt, Rache und Missbrauch. An sich wirklich schwierige Themen waren spannend und erschreckend verarbeitet.
Anfangs hat es etwas gedauert, bis ich in die Geschichte gefunden hatte, aber schon bald war Spannung spürbar, wenn auch nur wenig. Die meisten gab es leider erst zum Ende des Buchs.

...Schreibstil:
Jussi Adler-Olsen hat einen sehr angenehmen Schreibstil und hat es geschafft, mir die Verhältnisse, gut zu schildern. Ich konnte mir alles sehr genau vorstellen. Außerdem hat er es geschafft, selbst am Schluss noch einige Wendungen und Ereignisse einzubauen, mit denen ich am Anfang nicht gerechnet hätte. Letztendlich hat er mich manchmal wirklich in die Irre führen können, mit meinen Vermutungen. 

...Charaktere:
Carl ist ein sympathischer Mann mit einer tollen Ermittlungstechnik. Ich mochte ihn schon im vorherigen Teil. Aber am besten finde ich immer noch Assad. Was er alles für Carl tut und wie er arbeitet und sich verhält, ist einfach nur herrlich. Aber auch Carls neue Sekretärin fand ich ganz nett.
Aber auch die aktuellen Personen aus diesem Fall, vor allem Kimmie, fand ich super dargestellt und absolut realistisch. 


Weitere Teile:
1.) Erbarmen
2.) Schändung
3.) Erlösung
4.) Verachtung
5.) Erwartung


Zitate:
"Man muss die Dinge tun, solange Zeit dafür ist." (S. 320)

Fazit:
Ein Thriller in dem wirklich schwierige und erschreckende Themen verarbeitet werden. Insgesamt sehr brutal, aber nicht sonderlich blutig. Mir waren es allerdings zu viele Personen, die ich nur schwer auseinander halten konnte. Auch die Spannung kam leider erst am Ende so richtig, dafür dann aber sehr intensiv.
Ich finde, dass diese Thriller-Reihe vor allem durch die Ermittler Carl und Assad ausgemacht wird. Die Fälle sind zwar auch spannend, aber ich finde her ihre Arbeit interessant und die beiden sehr sympathisch.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der einen Thriller über Rache, Missbrauch und Gewalt lesen möchte, bei dem nach und nach alles Schlechte ans Licht kommt. Allerdings sollte man nicht gegen Gesellschaftskritik abgeneigt sein. Es wird zwar nicht direkt kritisiert, aber es dreht sich sehr viel um Gesellschaft.