Freitag, 31. Oktober 2014

Rezension: "Die Eheprobe" von Melanie Gideon

Allgemeine Infos:
Verlag:
btb
Reihe: nein
Originaltitel: Wife 22
Erscheinungsdatum: 19.08.2013
Seitenzahl: 505
ISBN: 9783442753444


Klappentext:
»Habe ich das tatsächlich getan? Ikea-Fleischbällchen als meine eigenen ausgegeben? Und vor unseren Freunden zugegeben, dass wir nur einmal im Monat Sex haben?«

Vielleicht lag es daran, dass ich die zusätzlichen Kilos nicht mehr loswurde. Oder daran, dass ich das Alter erreicht hatte, in dem meine Mutter starb. Vielleicht aber auch daran, dass mein Mann und ich uns irgendwie nichts mehr zu sagen hatten. Als die Online-Studie ›Die Ehe im 21. Jahrhundert‹ in meiner Inbox landete, ahnte ich nicht, wie sehr sie mein Leben verändern sollte. Plötzlich vertraute ich unter dem Pseudonym ›Ehefrau 22‹ irgendeinem ›Forscher 101‹ intimste Geheimnisse über meine Ehe an. Vor der Studie war ich schlicht Alice Buckle: Ehefrau, Mutter, begeisterte Facebook-Userin, bekennender Internetjunkie. Jetzt bin ich auch noch ›Ehefrau 22‹. Und mein E-Mail-Austausch mit ›Forscher 101‹ hat sich irgendwie verselbständigt. Wir sind uns ziemlich nahe gekommen. Ich muss eine Entscheidung treffen. Eine Entscheidung, die meine Familie, meine Ehe, mein ganzes Leben verändern wird. Gerade bin ich allerdings zu sehr damit beschäftigt, Fragen zu beantworten. So ein Geheimnis kann ein ziemlich gutes Aphrodisiakum sein ...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich eigentlich ziemlich süß gemacht, genau so wie den Titel. Wobei ich sagen muss, dass der englische Titel besser zum Inhalt passt. Den Klappentext finde ich persönlich viel zu lang und verrät leider auch zu viel.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mitten in Alice Leben. Oder besser gesagt, in einer Krise. Zunächst gibt es Googleeinträge und dann beginnt die eigentliche Geschichte. Warum die Einträge? Ich las interessiert weiter. Später wurde es dann erklärt und man war mitten drin in Alice Geschichte oder besser gesagt ihrem Leben mit sämtlichen Höhen und Tiefen.
Die Idee fand ich eigentlich ziemlich originell. Die Studie klang interessant und ich an ihrer Stelle, hätte auch daran teilgenommen. Man konnte immer Alice Antworten lesen, aber die Fragen nicht. Aber dennoch fand ich es wahnsinnig interessant ihre Antworten zu lesen. Sie schreibt teilweise nämlich wirklich Dialoge dazu und man bekommt alleine da durch ein sehr detailiertes Bild von ihr und ihrem Leben.
Leider hat mir manchmal der Zusammenhang zwischen den einzelnen Kapiteln gefehlt, da es häufig Googleeinträge, Facebook-Postings oder Mails gibt. Und manchmal schien es mir einfach irgendwie aneinander gehangen. Später hat es dann Sinn gemacht, aber im Moment des Lesens nicht.
Vieles im Buch konnte man erahnen, aber dennoch wurde ich beim Lesen des öfteren überrascht, ganz besonders zum Ende hin, auch wenn ich es irgendwie geahnt hatte. Aber trotzdem hat es Lesespaß geboten.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Zwar ist er eigentlich sehr leicht und locker gehalten und insgesamt lässt sich die Geschichte auch sehr schnell lesen. Aber gelegentlich fand ich das Lesen irgendwie anstrengend, auch wenn ich nicht genau sagen kann, warum. Alice Antworten oder Erzählungen generell fand ich wahnsinnig toll geschrieben. Sie haben sich richtig vom restlichen Buch abgehoben.

...Charaktere:
Alice schien mir anfangs die typische Frau in ihrer Midlife-Crises zu sein, und ich dachte mir, hoffentlich jammert sie nicht so viel. Ganz im Gegenteil das tat sie nämlich nicht. Klar ab und zu mal, aber sehr schnell hat sie mich in ihre Gedanken und Gefühle blicken lassen, nicht zuletzt durch den Fragebogen, und ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen.
Auch die anderen wie William, Peter, Zoe und Nedra konnte ich mir sehr gut vorstellen. Entweder waren sie gut dargestellt, oder wurden es spätestens durch Alice Erzählungen.


Zitate:
"Egal wohin ich gehe, egal wie weit ich vom Weg abkomme, egal wie lange ich bereits weg bin, du würdest immer nach mir suchen und mich nach Hause bringen." (S. 322)


Fazit:
Ein toller Roman über das Leben und die Ehe! Ich wurde sehr gut unterhalten, auch wenn ich manchmal etwas verwirrt war oder mit dem Schreibstil nicht ganz klar kam. Die Charaktere werden unglaublich gut dargestellt und die Idee ist einfach genial! Es gibt überraschende Wendungen und einen Höhenpunkt, der sich gewaschen hat.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der etwas aus dem wahren Leben lesen möchte, in dem es um Ehe, Familie, Freunde und einfach das Leben geht. Einfach ein unterhaltsames Buch!

Montag, 27. Oktober 2014

Rezension: "Erebos" von Ursula Poznanski

Allgemeine Infos:
Verlag: Loewe
Reihe: nein
Originaltitel: Erebos
Erscheinungsdatum: 2011
Seitenzahl: 486
ISBN9783785573617


Klappentext:
In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Wer es startet, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Regeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und wer gegen die Regeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann Erebos auch nicht mehr starten.
Erebos lässt Fiktion und Wirklichkeit auf irritierende Weise verschwimmen: Die Aufgaben, die das Spiel stellt, müssen in der realen Welt ausgeführt werden.
Auch Nick ist süchtig nach Erebos – bis es ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen …


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist sehr prägnant, aber nur deswegen hätte ich es mir nicht gekauft. Der Titel ist ebenfalls sehr prägnant und passend, immerhin der Name des Spiels. Den Klappentext finde ich sehr gelungen und macht neugierig auf die Geschichte.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem normalen Schultag von Nick. Eigentlich nichts spektakuläres, aber sein Freund Colin verhält sich seltsam und redet mit Mitschülern, über die er sich sonst immer nur lustig macht. Und irgendwas haben sie getauscht. Er fühlt sich etwas außen vor, doch bald ist er mehr drin, als er anfangs dachte und er bekommt auch das Spiel "Erebos"...
Die Idee ist einfach mega genial und auch wenn ich selbst nicht der Zocker bin, weil mir dazu die Geduld fehlt, konnte mich die Idee in ihren Bann ziehen und mich faszinieren. Ein Spiel das mit dir spricht, also dir wirklich antwortet, und dir Aufträge in der Realität gibt, die ziemlich weit gehen.
Die Entwicklung der Geschichte fand ich genau passend so, auch wenn ich anfangs dachte, wann es denn endlich um das Spiel geht. Immerhin braucht es ein paar Seiten, bis Nick das Spiel bekommt. Auch im späteren Verlauf habe ich mich einmal gefragt, was jetzt die restlichen Seiten passiert, aber es ging genauso spannend weiter, wenn auch von einer anderen Seiten als vorher.
Die Wendungen der Geschichte fand ich sehr gut und genau im passenden Tempo. Als Nick das Spiel selbst spielt, kommen nur Geschehnisse aus dem Spiel selbst. Anfangs hatte ich gedacht, dass das vielleicht irgendwann langweilig oder eintönig wird, aber ich fand es überraschenderweise unheimlich spannend einfach nur von diesem Spielgeschehen zu lesen. Ich war förmlich selbst in diesem Spiel und habe auf jede neue Aktion von Erebos gewartet, auf den Boten oder einen neuen Gegner.
Es hat sich eine richtig tolle Spannung in diesem ganzen Buch aufgebaut, ab dem Moment, wo Nick das Spiel bekommen hat. Ich war so gefesselt und musste einfach weiter lesen, und habe gar nicht gemerkt, wie die Zeit verging. Die Wendungen, die das Buch genommen hat, waren wirklich überraschend und haben es noch spannender gemacht. Sowohl die im Spiel als auch in der Realität. Beides war einfach so raffiniert miteinander verknüpft, dass es schon wieder erschreckend war.
Das Ende, oder besser gesagt das, worauf es später hinauslief, hatte ich so niemals erwartet. Ich hatte es noch nicht mal ansatzweise vermutet. Die ganze Erklärung wurde sogar noch recht kompliziert, aber man konnte es ganz gut verstehen, sodass es den Gesamteindruck nur noch bestätigt hat.  Ansonsten ein grandioses und sehr zufriedenstellendes Ende, bei dem ich wirklich Tranchen in den Augen hatte.

...Schreibstil:
In diesem Buch habe ich ihren Schreibstil noch einmal ganz anders wahrgenommen. Viel fesselnder und spannender als bei "Saeculum". Direkt nach den ersten Seiten war ich so gefesselt und die Spannung ging teilweise wirklich unter die Haut. Die Beschreibung vom Spielgeschehen fand ich unheimlich interessant und überhaupt nicht langweilig oder zäh.
Gleichzeitig gab es auch ein paar Szenen, die sie so unheimlich niedlich geschrieben oder emotional geschrieben hat, dass ich wirklich Tranchen in den Augen hatte.

...Charaktere:
Nick, ein relativ normaler Junge, fühlt sich außen vor. Aber bald schon wird er Teil es Ganzen und ist fasziniert. Ich konnte mich das ganze Buch über gut in ihn hineinversetzen und fand ihn sehr sympathisch. Seine Wünsche waren gut überlegt und nicht allzu oberflächlich oder egoistisch. Zumindest hatte er nachher ein schlechtes Gewissen, was ihn sympathisch machte.
Auch die anderen Personen fand ich sehr gut dargestellt, auch wenn nicht alle sympathisch waren. Aber das müssen sie ja auch nicht. Manche sind mir leider etwas blass geblieben, aber dafür waren es einfach zu viele. Immerhin die Wichtigsten waren ausreichend dargestellt.

Fazit:
So ein geniales Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen! Es war unglaublich spannend und fesselnd, vor allem durch die Verknüpfung von Realität und Spiel. Das hat es für mich einfach einmalig und unheimlich realistisch und erschreckend gemacht. Die Seiten flogen nur so dahin und ich war wirklich wie gebannt, als würde ich selbst "Erebos" spielen, so sehr habe ich auf Neuigkeiten gewartet. Die Idee ist einfach mega, ein Spiel, was mit dir spricht und dir Aufträge in der Realität gibt und dich kontrolliert. Irgendwie ziemlich gruselig, aber auch sehr faszinierend.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der etwas Spannendes und Fesselndes sucht, das gleichzeitig erschreckt aber auch fasziniert. Man muss selbst kein 'Zocker' sein, um an diesem Buch seinen Spaß zu haben, das kann ich vollkommen bestätigen. Definitiv auch ein gutes Buch für Jungs, die ja in der Jugendliteratur eher zu kurz kommen. Aber auch für Erwachsene ein spannendes Lesevergnügen!


Samstag, 25. Oktober 2014

Rezension: "Die Spione von Myers Holt - Eine gefährliche Gabe" von Monica M. Vaughan

Allgemeine Infos:
Verlag: dtv
Reihe: Teil 1 von 3
Originaltitel: The Ability
Erscheinungsdatum: 18.08.2014
Seitenzahl: 366
ISBN9783423760805


Klappentext:
Der zwölfjährige Chris Lane kann es kaum fassen: Ausgerechnet er, der Halbwaise aus ärmlichsten Verhältnissen, soll über ein außergewöhnliches Talent verfügen: Er kann Gedanken lesen und in das Bewusstsein anderer Menschen eindringen! Dank dieser Gabe wird er auf die Myers Holt Academy aufgenommen. Was zunächst nach renommiertem Eliteinternat klingt, entpuppt sich als Sitz des MI 18, einer Sektion des britischen Geheimdienstes, in dem Kinder als Nachwuchsagenten ausgebildet werden. Dort ist Chris' Hilfe bitter nötig: Ein unbekannter Junge hat kürzlich nämlich Anschläge auf wichtige Mitglieder der Regierung ausgeübt. Für Chris und seine Freunde beginnt ein gefährliches Abenteuer...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist ziemlich gut gewählt, da es sehr geheimnisvoll wirkt und auch den Jungen finde ich wirklich passend. Der Titel passt ebenfalls sehr gut zum Buch genauso wie der Klappentext.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte mit einem Einblick in die Geschehnisse vor 25 oder 30 Jahren, auf die sich die restliche Geschichte bezieht. Eine Nacht und Nebel Aktion, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat. Was hat es damit auf sich und warum? Fragen über Fragen, die mich zum Weiterlesen animiert haben.
Die Idee fand ich ziemlich gut, auch wenn es durchaus seine Parallelen zu Harry Potter hatte. Ein armer Junge mit einer sehr außergewöhnlichen Gabe, Freunde, die ihm treu zur Seite stehen. Sagen wir mal so, das Grundgerüst war irgendwie ähnlich, aber trotzdem hatte es seinen eigenen, individuellen Touch. Ich fand einfach unheimlich spannend, etwas über die GABE zu erfahren und ihre einzelnen Bereiche. Diese Stellen im Buch waren auch wahnsinnig gut geschrieben und erklärt, sodass ich es mir wirklich sehr gut vorstellen konnte.
Da das Grundgerüst wie schon gesagt etwas an Harry Potter erinnerte, wusste man irgendwie auch, wie die Geschichte verlaufen wird zumindest im Groben. Dennoch gab es sehr häufig Momente, in denen ich vollkommen überrascht wurde. Die Spannung war von Anfang an irgendwie da und ist auch bis ziemlich zum Ende geblieben.
Das Ende konnte mich vollkommen überzeugen. Es war irgendwie in sich abgeschlossen, aber lässt durchaus Spekulationen für den nächsten Band, den ich auf jeden Fall lesen werde.

...Schreibstil:
Den Schreibstil hatte ich mir ganz anders vorgestellt, was jetzt aber absolut nicht negativ sein soll. Das Buch hat eine Altersempfehlung am 10 und deshalb habe ich auch mit einem etwas einfacheren Schreibstil und insgesamt mit einer etwas seichteren Handlung gerechnet. Ich wurde positiv überrascht: Der Schreibstil lässt sich so angenehm lesen, zwar recht zügig, aber keine komischen kurzen Sätze oder einfache Formulierungen. Hätte ich die Altersempfehlung nicht gewusst, wäre ich nicht auf ein Kinderbuch gekommen.
Die Erklärungen zur GABE haben mir besonders gut gefallen, weil es so schön beschrieben war, und ich es mir ziemlich gut vorstellen konnte. Es war eben sehr bildlich beschrieben und wurde auch im Buch den Kindern sehr bildlich vermittelt.
Auch Spannung konnte unheimlich gut vermittelt werden und hat mich wirklich mitgerissen.

...Charaktere:
Chris ist 12 und für sein Alter schon ziemlich vernünftig und verantwortungsbewusst, was einfach an seinen Lebensumständen liegt. Der Vater im Krieg gefallen, die Mutter depressiv, muss er also für sich und seine Mutter sorgen. Ich konnte mich gut in ihn hineinversetzen und mit ihm fühlen. Einige Entscheidungen von ihm fand ich sehr bemerkenswert. Einfach ein mutiger Junge, der es nicht leicht im Leben hat und über eine tolle GABE verfügt und vielleicht deshalb etwas an Harry Potter erinnert.
Aber auch die anderen Charaktere fand ich gut dargestellt, auch wenn ich mir ab und zu mehr Details zu seinen Mitschülern gewünscht hätte, warum sie so sind und was sie für eine Vergangenheit haben. Vielleicht kommt das ja noch im zweiten Teil.


Fazit:
Ein Kinderbuch, was auch die Bezeichnung Jugendfantasybuch verdient hat! Es hat eine Altersempfehlung ab 10, aber das merkt man beim Lesen überhaupt nicht. Ein super Schreibstil, teilweise bildlich und sehr spannend, den man nicht erwartet. Ein sehr mutiger, junger Protagonisten, der leichte Parallelen zu Harry Potter hat. Generell konnte man da gewisse Ähnlichkeiten feststellen, aber dennoch bleibt es einzigartig und individuell! Einfach eine tolle Idee einer besonderen GABE, die mich begeistern konnte.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der ein spannendes Kinder-/Jugendbuch sucht, in dem ein mutiger Junge die Hauptrolle in einer spannenden Agentengeschichte spielt, die sich rund um die GABE dreht. Vielleicht auch etwas für jeden, dem Harry Potter gefallen hat und der nun etwas ähnliches sucht!