Dienstag, 21. Oktober 2014

Rezension: "Halb drei bei den Elefanten" von Kyra Groh

Allgemeine Infos:
Verlag: Blanvalet
Reihe: nein
Originaltitel: Halb drei bei den Elefanten
Erscheinungsdatum: 18.08.2014
Seitenzahl: 477
ISBN9783442380763


Klappentext:
Lieber Schmetterlinge im Bauch als Hummeln im Hintern

Die Zwillingsschwestern Max und Jo sind sich gar nicht ähnlich. Max hat nur die Gene abbekommen, die keinen interessieren … Sie ist rothaarig, klein – und ihre BHs sind von der Marke Zauberflöte: Zieht man sie aus, geht der ganze Zauber flöten. Sie ist auch klug und musikalisch – aber wen interessiert's? Auch Moritz hat sein Päckchen zu tragen. Er ist klug, aber ohne Ausbildung, wäre gerne Fotograf, versauert aber als Fahrradkurier. Und er ist für jemanden verantwortlich – seinen vierjährigen Sohn ... Doch als sich Max und Moritz um halb drei bei den Elefanten im Opel Zoo treffen, ändert sich ihr Leben für immer ...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover finde ich eigentlich ganz süß, ohne dass es zu kitschig wirkt. Der Titel hat mich sofort angesprochen und hat definitiv auch Bezug zum Buch. Den Klapptext finde ich wirklich süß gemacht und erweckt genau den richtigen Eindruck und hebt die Vorfreude.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einem Einblick in Max Lebenssituation, das Zusammenwohnen mit ihrer Schwester Jo, deren Wohnung, ihre Beziehung zu den Eltern und die Vorbereitungen für ein Treffen mit ihrem besten Kumpel Jonas.
Die Idee hat mir sehr gut gefallen. Einfach, dass jeder der Beiden sein Päckchen zu tragen hat, und nicht nur einer. Das hat die ganze Geschichte für mich so sympathisch und authentisch gemacht. Vor allem sind so irgendwie auch die Probleme vorprogrammiert und es gab etwas Spannung bzw unerwartete Wendungen.
Da es sich um einen Frauen- bzw Liebesroman handelt, darf bzw muss es auch ein wenig klischeehaft sein und das war es auch. Es war ein angenehmes Maß an Klischees, sowohl von den Personen als auch vom Verlauf her. Aber irgendwie gab es immer noch diesen etwas anderen Touch, den Kyra Groh für mich hat.
Von den Themen her geht es auch nicht so behaglich zu, immerhin hat Moritz bereits einen Sohn und ist dabei, sein Hobby zum Beruf zu machen. Also es geht auch durchaus um ernsthafte Themen.
Besonders zum letzten Drittel gab es noch einmal einige unerwartete Momente und Wendungen. Dass es solche Momente geben wird, war klar, aber ich konnte mir nicht ganz vorstellen, in welche Richtung sie gehen würden. Deshalb konnte es mich überraschen.
Aber natürlich wird am Ende alles gut, auch wenn es mir ehrlich gesagt etwas zu glatt lief. Aber niedlich und schön war es trotzdem.

...Schreibstil:
Ich mag den Schreibstil von Kyra Groh eigentlich ziemlich gern und deshalb musste ich doch etwas stutzen, als er mich anfangs sogar genervt hat. Ab und zu gab es mal so Bezeichnungen wie beispielsweise xy Slash yz. Das hat mich beim Lesen immer sehr verwirrt und mich sogar teilweise wahnsinnig gemacht. Aber glücklicherweise hatte sich das nach wenigen Seiten wieder gelegt und ich konnte den locker,  leichten Schreibstil einfach nur genießen.

...Charaktere:
Max, die eigentlich Maxime heißt, ist eine junge Frau, die mit ihrer Schwester Jo zusammen wohnt, und seit ewigen Zeiten in ihren besten Kumpel verliebt ist. Der merkt das natürlich überhaupt nicht. Ich mochte Max recht gern. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und mit ihr fühlen. Doch manchmal fand ich sie leicht anstrengend bzw naiv, aber das gehörte zu ihr.
Moritz, der wirklich so heißt, hat einen vierjährigen Sohn und versucht endlich seinen Hobby zum Beruf zu machen. Anfangs fand ich ihn etwas seltsam, immerhin fotografiert er fremde Menschen. Im Laufe der Geschichte jedoch wurde er mir sympathischer und ich konnte mich gut mit ihm anfreunden. Eigentlich doch ein netter Typ.
Insgesamt fand ich die Charaktere sehr gut ausgearbeitet und etwas klischeehaft, aber irgendwie auch so eigenständig. Ich fand sie jedenfalls gut gelungen.


Fazit:
Ein tollerer Lesespaß für kalte Herbsttage oder einfach für jede Lebenslage. Die Idee fand ich wunderschön, dass einfach jeder sein Päckchen zu tragen hat. Die Liebesgeschichte war wirklich niedlich und die Charaktere sehr liebenswürdig. Ich mag ihren Schreibstil einfach unheimlich gern, auch wenn mich eine Formulierung am Anfang doch stark genervt hat. Sie hat einfach so viel Humor, ohne dass es gestellt wirkt.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der Kyra Groh schon von ihrem bisherigen Buch kennt, und ihren Schreibstil einfach mag. Ansonsten jedem, der einen tollen Frauen-/ Liebesroman mit Witz, Humor, einer Portion Kitsch und Klischee aber auch Ernsthaftigkeit sucht!


Vielen Dank an den Blanvalet Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Rezension: "Mein Sommer nebenan" von Huntley Fitzpatrick

Allgemeine Infos:
Verlag: cbj
Reihe: nein
Originaltitel: My life next door
Erscheinungsdatum: 09.04.2013
Seitenzahl: 505
ISBN9783570155721


Klappentext:
Ein warmherziger, sonnendurchfluteter Roman über die erste große Liebe.

Samantha Reed liebt die Garretts heiß und innig – doch nur aus der Ferne. Die 10-köpfige Nachbarsfamilie ist tabu, denn die Garretts sind alles, was Samanthas Mutter verabscheut: chaotisch, bunt und lebensfroh. Aber eines schönen Sommerabends erklimmt der 17-jährige Jase Garrett Samanthas Dachvorsprung und stellt ihr Leben auf den Kopf. Sie verliebt sich mit Haut und Haaren und wird von den Garretts mit offenen Armen aufgenommen. Eine Zeitlang gelingt es Samantha, ihr neues Leben vor der Mutter geheim zu halten. Doch als ein Autounfall die Garretts aus der Bahn wirft , muss Samantha eine schwere Entscheidung treffen


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist zwar passend gewählt, aber ich finde, dass die beiden nicht zu meiner Vorstellung passen, aber ansonsten eigentlich ganz süß. Der Titel passt wie Faust aufs Auge ebenso wie der Klappentext. Wobei ich mir den etwas kürzer und weniger inhaltlich gewünscht hätte.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einem kurzen Einblick in das Alltagsleben von Samantha und ihrer Familie und dem Tag, an dem die Garretts einzogen. Man merkt sofort, wie unterschiedlich die beiden Familien sind und wie Samanthas Mutter über sie denkt. Dann macht die Geschichte einen Sprung von zehn Jahren und Samantha erzählt, dass sie die Garretts immer schon faszinierend fand, eben weil sie so anders sind. Und plötzlich ist sie nicht mehr allein und wird Teil dieser Familie...
Die Idee finde ich wirklich unheimlich schön, erst mal von dieser anderen Art der Familie, also der Gegensatz der Beiden, aber auch die erste Liebe und einfach das ganze Drumherum. Die Atmosphäre im Buch hat mir einfach wahnsinnig gut gefallen, weil sich alles so sommerlich und leicht anfühlte beim Lesen.
Die Entwicklung der Geschichte ist jetzt nicht unbedingt mega überraschend, aber unheimlich niedlich. Wie sich das zwischen Samantha und Jase langsam aber stetig entwickelt, war super schön anzusehen und es hat mich einfach glücklich gemacht.
Wer jetzt allerdings denkt, es herrscht nur eitel Sonnenschein, der irrt sich. Es kommen auch wirklich ernste Themen zum Tragen, die ich sehr gelungen eingebaut fand. Genau die haben der tollen Liebesgeschichte eine gelungene Abwechslung gegeben und haben den Lesespaß erhalten.
Die Wendungen, die die Geschichte genommen hat, fand ich sehr gut und auch realistisch. Dennoch hatte ich dabei etwas, was mich gestört hat, nämlich Jase Reaktion, also dass für ihn alles so schnell wieder gut ist. Also irgendwie auch nicht. Also schön, dass er verzeihen konnte aus Liebe, aber vielleicht doch etwas übereilt. Da hätte ich mir einfach noch so ein zwei Kapitel mehr Dramatik gewünscht.
Am Ende hat mir dann doch wieder so eine Kleinigkeit gefehlt. Aber irgendwie fand ich es auch so ohne diese Kleinigkeit wunderschön und passend.

...Schreibstil:
So ein typischer leichter, angenehmer Sommerbuch-Schreibstil! Ich fand es einfach so schön, dass Buch zu lesen, weil mir der Schreibstil so gut gefallen hat. Nicht, dass er irgendwie besonders war, aber es ließ sich einfach so schön lesen und ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und war mitten in der Geschichte drin.

...Charaktere:
Samantha, das ruhige Mädchen von nebenan, das zusammen mit ihrer Schwester bei der Mutter aufwächst, die sich voll und ganz dem Wahlkampf hingibt. Ich konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren, weil sie mir einfach so wahnsinnig sympathisch war. Wie sie immer die Garretts beobachtet hat, das hätte auch ich sein können. Auch ihr Handeln und ihre Gefühle konnte ich sehr gut nachvollziehen und sie verdient meinen vollsten Respekt.
Jase dagegen kommt aus einer ganz anderen, viel turbulenteren, interessanteren Familie. Ich konnte mich sofort mit ihm anfreunden und wahrscheinlich hätte ich mich auch in ihn verliebt. Er ist einfach so schön klischeehaft nett und zuvorkommend. Dennoch hätte ich mir am Ende eine etwas andere, also verzögerte Reaktion von ihm gewünscht. Ansonsten hat er sich wirklich tadellos verhalten.
Die Nebencharaktere fand ich allesamt super, vor allem Tim, der so toll dargestellt war und ganz anders war, als man ihn anfangs eingeschätzt hat. Clay hingegen konnte ich so überhaupt nicht leiden, so ein unfassbar widerlicher Kerl...

Fazit:
So ein richtig tolles Sommerbuch! Wirklich empfehlenswert. Die Geschichte war einfach wunderschön, aber gleichzeitig auch mit so ernsthaften Elementen, das es mich schon wieder fasziniert hat, wie realistisch es sein kann. Der Schreibstil war einfach nur zum Wohlfühlen so wie die tollen Charaktere! Ich habe auch nur einen klitzekleinen Kritikpunkt, der meiner Begeisterung aber kaum einen Abbruch tut!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der den perfekten Sommerroman über die erste große Liebe, den Alltag und die Ernsthaftigkeit und Schwierigkeiten des Lebens sucht!

Dienstag, 14. Oktober 2014

Rezension: "Von nun an für immer" von Dorothy Koomson

Allgemeine Infos:
Verlag: Ullstein
Reihe: nein
Originaltitel: My best friend's girl
Erscheinungsdatum: 03.04.2009
Seitenzahl: 519
ISBN9783548280554


Klappentext:
Als Kamryn einen Brief von Del bekommt, will sie ihn zunächst nicht öffnen. Zu tief sitzt die Wut und die Trauer über den vermeintlichen Verrat ihrer einstmals besten Freundin. Doch als sie ihn liest, ist sie wie vom Donner gerührt: Del ist todkrank! Sie bittet Kamryn, die Vergangenheit ruhen zu lassen und sich um ihre kleine Tochter zu kümmern.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist mir damals sehr schnell ins Auge gefallen, weil ich es ziemlich schön finde, auch wenn es doch recht schlicht ist. Vom Titel her habe ich auf eine Liebesgeschichte geschlossen, doch der Klappentext sagte etwas anderes. Beides finde ich sehr gut gelungen und passend zum Buch!

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einem sehr erschütternden Prolog, nachdem ich unbedingt weiterlesen musste: Eine Frau blickt darauf zurück, wie sie die Diagnose bekommen hat, dass sie sterben wird, und ihr einziger Gedanke gilt ihrer Tochter. Dann ein Perspektivwechsel zu einer Frau, die mitten in ihrem Leben steht und Geburtstag hat. Alles ist gut, bis sie plötzlich diesen Brief liest, der alles durcheinander bringt und alte Wunden wieder aufreißt. Doch sie fährt zu ihrer ehemals besten Freundin, die sterbenskrank ist und eine Tochter hat...
Die Idee hat mich sofort an ein lange zurück liegendes Buch "Wie ich den kleinen Jack erbte erinnert" und da mir das so super gefallen hat, musste ich dieses hier unbedingt lesen, weil ich so gespannt war. Die Grundidee war wirklich ähnlich: Die Freundin stirbt und bitte ihre Freundin darum, ihr Kind zu adoptieren. Dass das einige Probleme und Wendungen mit sich bringt, ist klar und es wurde super umgesetzt.
Die Entwicklung der Geschichte war vielleicht etwas vorhersehbar, aber trotzdem irgendwie spannend. Vor allem hatte alles das passende Tempo und den richtigen Zeitpunkt. Die ganze Geschichte war sowohl ernst, lustig als auch sehr emotional traurig und jedes Mal wurde ich mitgerissen.
Etwas gestört hat mich die Liebesgeschichte, da mir dabei zu viel Blauäugigkeit und Hinundher war, aber darum ging es eigentlich auch nicht, und war deswegen eher nebensächlich. Außerdem war da noch dieser Zeitsprung am Ende, in dem genau das passiert ist, worauf die ganze Zeit hingefiebert wurde. Das hat mir irgendwie gefehlt, wobei die Überraschung natürlich um so größer war.
Das Ende konnte mich vollkommen überzeugen und hat mich mit einem guten Gefühl zurückgelassen.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war wirklich sehr schön und angenehm. Man konnte die Geschichte sehr gut in einem Zug durchlesen, hätte man denn die Zeit dazu gehabt. Es war einfach so schön, zu lesen. Außerdem konnten die Worte der Autorin die Atmosphäre und vor allem die Emotionen sehr gut vermitteln. Ich habe mit der Protagonistin geweint, gelacht und gehofft - einfach perfekt!

...Charaktere:
Kamryn, an deren Namen ich mich erst mal ein wenig gewöhnen musste, steht vor einer schwierigen Entscheidung und in einer sehr bedrängenden Situation. Dennoch schlägt sie sich tapfer. Ich fand sie unheimlich gut dargestellt, mit all ihren Emotionen und Gedanken. Einzig ihre Blauäugigkeit hat mich manchmal etwas genervt und ich hätte mir mehr Entscheidungen gewünscht. Wobei ich sie durchaus verstehen konnte in ihrer Situation.
Del ist mir schon nach wenigen Zeilen so ans Herz gewachsen. Sie tat mir so unendlich leid, aber sie war auch so endlos tapfer! Auch ihre Tochter war einfach nur ein Traum genauso wie die meisten anderen Charaktere auch.

Fazit:
Ein tolles Buch über ein sehr trauriges Thema, was dennoch Hoffnung schenkt! Die Idee war mir nicht neu, aber unheimlich toll umgesetzt. Der Schreibstil hat sehr gut gepasst, auch an den emotionalen Stellen. Die Charaktere waren super toll gewählt, nur teilweise etwas nervig. Die Geschichte konnte mich einfach begeistern und ich bin froh, es damals vom Wühltisch mitgenommen zu haben!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der einen emotionalen Roman über den Tod der besten Freundin, das Vergeben und die Hoffnung sucht. Ein emotionales, aber auch sehr schönes Buch, bei dem auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen darf!