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Samstag, 18. April 2015

Rezension: "Auch die Liebe hat drei Seiten" von Susann Rehlein

Eine junge Frau, die versucht, ihr Leben in Berlin zu finden, und dabei irgendwie auch die Liebe findet aber hauptsächlich ein neues Leben...


Allgemeine Infos:
Verlag: Ullstein
Reihe: nein
Originaltitel: Auch die Liebe hat drei Seiten
Erscheinungsdatum: 09.08.2013
Seitenzahl: 299
ISBN: 9783548284880


Klappentext:
Sie hat einen Zahlenfimmel, ein größeres Problem mit menschlicher Nähe und ist auch ansonsten nicht besonders alltagstauglich. Zum Glück stellt Neuberlinerin Lisbeth, dreiundzwanzig Komma sieben Jahre alt, schnell fest, dass Kreuzberg genauso ein gemütliches Dorf ist wie das heimatliche Bückschitz in Brandenburg. Nur ein Problem hat sie noch: Edgar – der einzige Mensch, dessen Nähe sie ertragen kann, ohne ihn sofort durchzählen zu müssen. Zwar bringt er höchstpersönlich ihr Lieblingsschaf Paul nach Berlin. Dann aber lässt er Lisbeth, die gegen jeden Ansturm seinerseits gewappnet ist, viel mehr Raum, als sie eigentlich haben will …


"Liebelein, Liebelein, Liebelein... Das hier ist dein Leben! Ich bin nur zu Gast, du kannst alles so einordnen, wie du lustig bist. Das ist ja das Geile an deinem eigenen Leben, wozu hat man das denn sonst?" (Seite 62)

"Das Geile an einem eigenen Leben war doch verdammt noch mal, dass es groß war und man darin jederzeit Orientierung und Kontrolle verlieren konnte." (Seite 286)


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist irgendwie gar nicht so hübsch, ich finde die Farben etwas seltsam gewählt, besonders bei der Frau unten drauf. Der Titel hingegen ist ganz gut und passt irgendwie. Der Klappentext gefällt mir an sich ganz gut.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit Lisbeths erstem Niederschlag im Puncto Männer. Sie redet mit Paul darüber, der sie auf anderen Gedanken bringt. Dann gibt es eine Rückblende, wie Lisbeth überhaupt nach Berlin kam. Der Anfang war etwas schleppend und ich war noch nicht so überzeugt, aber ich hoffte noch auf die große Liebesgeschichte.
Die Idee an sich war nicht schlecht. Aber man erwartet durch den Klappentext und den Titel einfach mehr, als man später tatsächlich bekommt.
Es war interessant, Lisbeths Leben zu verfolgen, wie sie nach Berlin Kreuzberg kommt und sich erst einmal eingewöhnt und erste Bekanntschaften schließt. Man hat das Kreuzberger Leben und die Menschen unglaublich gut kennen gelernt, was auch echt interessant war. Aber ansonsten passiert stellenweise nicht wirklich was. Außerdem habe ich die ganze Zeit, wie im Klappentext und Titel erwähnt, auf die Liebesgeschichte gewartet. Aber die lässt wirklich auf sich warten und hat mich enttäuscht.
Das Ende hatte noch einmal eine super Wendung und da kam dann auch mal Schwung in die Geschichte. Aber irgendwie hat es mich zwar glücklich zurück gelassen, aber nicht so richtig perfekt. Sagen wir mal so, es war ok.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war irgendwie anstrengend. Teilweise war der Satzbau ziemlich seltsam und anstrengend zu lesen. Irgendwann ist es etwas besser geworden und am Ende war es dann recht normal. Aber vor allem der Anfang war da durch sehr schwierig.

...Charaktere:
Lisbeth lernt man noch am besten kennen, da man die Geschichte auch aus ihrer Perspektive erfährt. Sie ist ein sehr eigenartiger Mensch, vor allem mit ihrem Zahlenfimmel, dass sie alles zählen muss und zwar wirklich alles. Außerdem fand ich sie besonders zu Anfang sehr unselbstständig und naiv. Aber immerhin hat sie eine positive Entwicklung im Laufe der Geschichte durchgemacht und das verdankt man besonders Paul.
Paul ist ein total interessanter Mensch. Er ist Kreuzberger durch und durch und immer offen für jeden. Deshalb nimmt er sich auch Lisbeth an und es entwickelt sich eine seltsame, aber schöne Freundschaft zwischen den Beiden. Man merkt einfach, was er für einen guten Einfluss auf sie hat und nicht nur er, sondern auch seine Wohngemeinschaft.
Generell waren die restlichen Charaktere eher blass gehalten. Stellenweise hätte man sich dann doch ein paar mehr Details gewünscht.

Fazit:
Ich bin enttäuscht. Erwartet hatte ich eine Liebesgeschichte. Bekommen habe ich einen Roman über Kreuzberg und das Leben dort mit einem Hauch Liebesgeschichte. Das generelle Leben wurde unglaublich gut dargestellt, aber leider hat sich die Geschichte an sich etwas gezogen. Lisbeth und Paul waren gut dargestellt, der Rest blieb leider etwas blass.
Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne Romane über Berlin besonders über Kreuzberg liest, in dem es um das typische Leben und die Leute dort geht. Wer einen Liebesroman sucht, sollte definitiv zu einem anderen Buch greifen.

Sonntag, 8. Februar 2015

Rezension: "Voll streng, Frau Freitag" von Frau Freitag

Frau Freitags Klasse hat noch ein Jahr bis zu ihrem Abschluss, aber irgendwie geht scheint ihnen das Thema Abschluss und Ausbildung noch recht egal zu sein. Aber wie gut, dass es Frau Freitag gibt, die sich darum kümmert...


Allgemeine Infos:
Verlag:
Ullstein
Reihe: Teil 2 von 3
Originaltitel: Voll streng, Frau Freitag
Erscheinungsdatum: 13.07.2012
Seitenzahl: 285
ISBN: 9783548374574


Klappentext:
»Ich schwöre, ich habe perfekt deutsch gesprochen. Ich glaube, ich habe sogar gesagt: Ich habe mein Praktikum absolviert. So spreche ich sonst nie. «Frau Freitags Klasse ist jetzt in der Zehnten. Alles dreht sich um den Abschluss. Wirklich alles? Während Frau Freitag ihre Schüler nachts auf Facebook an ihre Bewerbungen erinnert und tagsüber durch die Prüfungen schleust, haben Bilal, Emre und Mariam ganz andere Probleme: »Wie kam man eigentlich ins Internet, als es noch keine Computer gab?« – »Moment noch Frau Freitag, gleich fertig mit Handy.« – »Hab ich Selbstbräuner raufgesprüht und heute Morgen voll Schock: volldunkelbraun.« Aber wie soll eigentlich Frau Freitag ohne ihre Klasse überleben?


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist eigentlich nett und hat den Wiedererkennungswert vom ersten Teil. Der Titel passt genau so gut zum Buch und auch daran erkennt man die Reihenzugehörigkeit. Der Klappentext verspricht mal wieder eine gute Portion Witz und Humor.

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit dem ersten Schultag von Frau Freitag, den sie nach den Sommerferien bestreiten muss. Sie denkt darüber nach, dass es das letzte Jahr mit ihrer Klasse sein wird und was da alles noch so ansteht, Bewerbungen schreiben, Prüfungen, aufs Leben vorbereiten... Direkt nach den ersten Seiten war ich schon wieder gut in der Geschichte drin.
Die Idee finde ich nach wie vor immer noch genial. Eine Lehrerin berichtet ziemlich unverblümt von ihrem Arbeitsalltag als Hauptschullehrerin und plaudert dabei aus dem Nähkästchen.
Manche Dinge haben sich einfach wiederholt, aber nicht jeder Tag ist individuell und gewisse Dinge wiederholen sich einfach. Das war also in so fern ok.
Die Kapitel sind mal wieder relativ kurz gehalten und haben alle eine sehr interessante Überschriften.
Das Ende fand ich irgendwie etwas wenig, da es ja sozusagen das Ende ihrer 10ten Klasse war. Aber trotzdem ein guter Abschluss des Buches.

...Schreibstil:
Der Schreibstil entspricht einfach Frau Freitags Umgebung, nämlich der Jugendsprache ihrer Schüler. Was auf der einen Seite natürlich sehr authentisch ist, kann zum Lesen doch manchmal etwas nervig sein. In manchen Momenten hat es mich etwas genervt, aber so im Großen und Ganzen fand ich es sehr passend.
Die kurzen Kapitel ermöglichen einen schnellen Lesespaß am Stück oder einfach mal ein zwei Kapitel zwischen durch. Man kommt wirklich jedes Mal wieder sehr gut rein.

...Charaktere:
Frau Freitag lernt man natürlich am besten kennen, da es aus ihrer Perspektive berichtet wird. Sie ist mit Leib und Seele Lehrerin, kümmert sich mütterlich um ihre Schüler und hängt ihr Herz an so ziemlich jeden. In ihrem Alltag zeigt sie einfach eine unglaubliche Geduld, kann aber im passenden Moment auch sehr hart durch greifen.
Auch die Schüler werde sehr toll dargestellt und man bekommt trotz der Vielzahl ein ziemlich genaues Bild von jedem. Dabei werde alle etwas aufs Korn genommen und teilweise ein wenig überspitzt und klischeehaft dargestellt. Aber vielleicht macht genau das den Humor aus.


Fazit:
Ein lustiges Buch für zwischendurch aus dem Alltag einer Hauptschullehrerin, die es nicht leicht hat mit ihren Schülern. Die kurzen Kapiteln und der leichte Schreibstil bieten leichte Unterhaltung. Dazu kommt der leicht klischeehafte Humor über das Schülerverhalten, das man sehr gut nachvollziehen kann. Der Schreibstil hat mich manchmal etwas genervt, war aber an sich authentisch. Dennoch ist es nach dem ersten Teil nicht mehr unbedingt viel Neues, nur andere Themenschwerpunkte, die das Schüler- und Lehrerleben beschäftigen.
Ich empfehle dieses Buch jedem, dem auch schon der erste Teil "Chill mal, Frau Freitag" gefallen hat und noch mehr von ihr und ihren Schülern lesen möchte. Ansonsten jedem, der etwas Lustiges über den Schulalltag sucht.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Rezension: "Von nun an für immer" von Dorothy Koomson

Allgemeine Infos:
Verlag: Ullstein
Reihe: nein
Originaltitel: My best friend's girl
Erscheinungsdatum: 03.04.2009
Seitenzahl: 519
ISBN9783548280554


Klappentext:
Als Kamryn einen Brief von Del bekommt, will sie ihn zunächst nicht öffnen. Zu tief sitzt die Wut und die Trauer über den vermeintlichen Verrat ihrer einstmals besten Freundin. Doch als sie ihn liest, ist sie wie vom Donner gerührt: Del ist todkrank! Sie bittet Kamryn, die Vergangenheit ruhen zu lassen und sich um ihre kleine Tochter zu kümmern.


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover ist mir damals sehr schnell ins Auge gefallen, weil ich es ziemlich schön finde, auch wenn es doch recht schlicht ist. Vom Titel her habe ich auf eine Liebesgeschichte geschlossen, doch der Klappentext sagte etwas anderes. Beides finde ich sehr gut gelungen und passend zum Buch!

...Grundidee & Verlauf:
Die Geschichte beginnt mit einem sehr erschütternden Prolog, nachdem ich unbedingt weiterlesen musste: Eine Frau blickt darauf zurück, wie sie die Diagnose bekommen hat, dass sie sterben wird, und ihr einziger Gedanke gilt ihrer Tochter. Dann ein Perspektivwechsel zu einer Frau, die mitten in ihrem Leben steht und Geburtstag hat. Alles ist gut, bis sie plötzlich diesen Brief liest, der alles durcheinander bringt und alte Wunden wieder aufreißt. Doch sie fährt zu ihrer ehemals besten Freundin, die sterbenskrank ist und eine Tochter hat...
Die Idee hat mich sofort an ein lange zurück liegendes Buch "Wie ich den kleinen Jack erbte erinnert" und da mir das so super gefallen hat, musste ich dieses hier unbedingt lesen, weil ich so gespannt war. Die Grundidee war wirklich ähnlich: Die Freundin stirbt und bitte ihre Freundin darum, ihr Kind zu adoptieren. Dass das einige Probleme und Wendungen mit sich bringt, ist klar und es wurde super umgesetzt.
Die Entwicklung der Geschichte war vielleicht etwas vorhersehbar, aber trotzdem irgendwie spannend. Vor allem hatte alles das passende Tempo und den richtigen Zeitpunkt. Die ganze Geschichte war sowohl ernst, lustig als auch sehr emotional traurig und jedes Mal wurde ich mitgerissen.
Etwas gestört hat mich die Liebesgeschichte, da mir dabei zu viel Blauäugigkeit und Hinundher war, aber darum ging es eigentlich auch nicht, und war deswegen eher nebensächlich. Außerdem war da noch dieser Zeitsprung am Ende, in dem genau das passiert ist, worauf die ganze Zeit hingefiebert wurde. Das hat mir irgendwie gefehlt, wobei die Überraschung natürlich um so größer war.
Das Ende konnte mich vollkommen überzeugen und hat mich mit einem guten Gefühl zurückgelassen.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war wirklich sehr schön und angenehm. Man konnte die Geschichte sehr gut in einem Zug durchlesen, hätte man denn die Zeit dazu gehabt. Es war einfach so schön, zu lesen. Außerdem konnten die Worte der Autorin die Atmosphäre und vor allem die Emotionen sehr gut vermitteln. Ich habe mit der Protagonistin geweint, gelacht und gehofft - einfach perfekt!

...Charaktere:
Kamryn, an deren Namen ich mich erst mal ein wenig gewöhnen musste, steht vor einer schwierigen Entscheidung und in einer sehr bedrängenden Situation. Dennoch schlägt sie sich tapfer. Ich fand sie unheimlich gut dargestellt, mit all ihren Emotionen und Gedanken. Einzig ihre Blauäugigkeit hat mich manchmal etwas genervt und ich hätte mir mehr Entscheidungen gewünscht. Wobei ich sie durchaus verstehen konnte in ihrer Situation.
Del ist mir schon nach wenigen Zeilen so ans Herz gewachsen. Sie tat mir so unendlich leid, aber sie war auch so endlos tapfer! Auch ihre Tochter war einfach nur ein Traum genauso wie die meisten anderen Charaktere auch.

Fazit:
Ein tolles Buch über ein sehr trauriges Thema, was dennoch Hoffnung schenkt! Die Idee war mir nicht neu, aber unheimlich toll umgesetzt. Der Schreibstil hat sehr gut gepasst, auch an den emotionalen Stellen. Die Charaktere waren super toll gewählt, nur teilweise etwas nervig. Die Geschichte konnte mich einfach begeistern und ich bin froh, es damals vom Wühltisch mitgenommen zu haben!
Ich empfehle dieses Buch jedem, der einen emotionalen Roman über den Tod der besten Freundin, das Vergeben und die Hoffnung sucht. Ein emotionales, aber auch sehr schönes Buch, bei dem auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen darf!

Freitag, 25. April 2014

Rezension: "Winter People - Wer die Toten weckt" von Jennifer McMahon

Allgemeine Infos:
Verlag:
Ullstein
Reihe: nein
Originaltitel: The Winterpeople
Erscheinungsdatum: 10.03.2014
Seitenzahl: 394
ISBN9783548286099


Klappentext:
Dein größter Wunsch geht in Erfüllung. Dein Kind kehrt von den Toten zurück. Doch weißt du, was dich erwartet?

Durch einen grausamen Mord verliert Sara ihre kleine Tochter Gertie. Ein Brief mit einem uralten Geheimnis hilft ihr, Gertie von den Toten zurückzuholen - für sieben Tage, in denen sie von ihrem geliebten Kind Abschied nehmen kann. Doch sie ahnt nicht, worauf sie sich einlässt. Denn manchmal finden die Toten nicht zurück. Und das Grauen hält Einzug in die Wälder von Vermont ...


Meinung zu...

...Cover, Titel, Klappentext, Gestaltung:
Das Cover gefällt mir wirklich gut und ist etwas besonderes, für so ein Gesichtscover. Der Titel gefällt mir an sich ganz gut, aber ich hätte mir eher was deutsches gewünscht, auch wenn es nicht so hübsch klingt. Der Klappentext ist wirklich gut gelungen und macht richtig Lust, das Buch zu lesen, ohne zu viel zu verraten.

...Grundidee & Verlauf:
Die Idee finde ich wirklich sehr gelungen und mal was ganz anderes. Ich mag übernatürliche Dinge in Büchern sehr gern und war total gespannt, nach dem ich den Klappentext gelesen hatte, da es nicht viele Bücher solcher Art gibt.
Die übernatürlichen Aspekte fand ich wirklich sehr gut dargestellt und auch recht schlüssig erklärt, kurzum es ergab alles Sinn, sofern man das behaupten kann.
Das Buch ist in Vergangenheit, zur Zeit von Sara, und Gegenwart, zur Zeit von Ruthie, unterteilt. Die Vergangenheit dann in die Tagebuchpassagen von Sara, die als Buch in der Gegenwart erscheinen, sowie die Perspektive von Martin. In der Gegenwart gibt es Ruthies und Katherines Perspektive. Ich fand die Perspektiven wirklich gut gewählt und kam auch recht schnell damit klar, dass Sara sozusagen in Tagebuchform berichtet und Martin nicht. Auch das war wirklich wieder mal etwas anderes, was mich überzeugt hat.
Die Entwicklung der Geschichte fand ich wirklich super und überhaupt nicht vorhersehbar, damit hat mich die Autorin wirklich begeistert und überrascht. Auch wenn es spannend geschrieben war und mich fesseln konnte, fehlte mir so das letzte bisschen zum perfekten Sog.

...Schreibstil:
Der Schreibstil war wirklich angenehm, aber für mich nichts besonderes. Jennifer McMahon hat trotz des recht durchschnittlichen Schreibstils geschafft, mich mit ihrer Geschichte zu packen, und mir spannende Lesestunden zu bescheren.
Besonders gut gefallen hat mir die Idee mit Saras Tagebuch, dass als Buch erschienen ist, und so in dieser Form, ihre Geschichte zu erzählen und zwischendrin Martins Perspektive, aber auch die beiden in der Gegenwart. Einzig Gerties Perspektive, auch wenn sie nur einmal vorkam, hätte nicht sein müssen, obwohl sie wirklich gut geschrieben war.

...Charaktere:
Auntie, Sara, Martin & Gertie, Ruthie, Fawn & Katherine..
Die Autorin schafft es, gute Charaktere zu erschaffen, mit denen ich mich gut identifizieren konnte. Angefangen bei denen der Vergangenheit fand ich wohl Auntie und natürlich Sara am Faszinierendstens. Aber Sara war manchmal wirklich naiv und stur, was mir aber sehr gut gefallen hat und mir die Geschichte sehr nah gebracht hat.
Aber auch die Charaktere der Gegenwart fand ich super, hier vor allem Ruthie, weil sie besonders zum Ende hin unglaublich tapfer wurde, sich aber auch vorher vorbildlich verhalten hat, trotz der Situation.


Zitate:
" 'Du sagst immer, dass der Tod kein Ende ist, sondern ein Anfang. Dass die Verstorbenen in die Geisterwelt hinübergehen und auch danach immer noch bei uns sind.' " (S. 138)

"Es gibt Dinge, die man nicht beeinflussen kann. Manchmal geschieht Schreckliches, und man ist vollkommen machtlos dagegen." (S. 248)

"Aber manchmal sitzen die Narben, die am meisten schmerzen, ganz tief im Inneren." (S. 331)


Fazit:
Ein guter Thriller, von dem ich jedoch etwas mehr erwartet hätte. Die Idee fand ich absolut genial und einmalig, die Umsetzung auch spannend gestaltet, aber an manchen Stellen fehlte mir beim Lesen einfach der Sog, also der letzte Tucken zur perfekten Spannung, obwohl sie wirklich durchweg vorhanden war.
Dazu kommen ein angenehmer Schreibstil und super Charaktere.
Wäre dieser letzte Tucken bei der Spannung nicht, wäre es der perfekte Thriller.
Ich empfehle dieses Buch jedem Thrillerfan, der auf der Suche nach etwas anderem, etwas übernatürlichem ist. Aber eben auch jedem, der keinen typischen Thriller lesen möchte, sondern etwas Besonders. 

Vielen Dank an den Ullstein Verlag zur Bereitstellung des Leseexemplars! 

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Rezension: "Chill mal, Frau Freitag" von Frau Freitag

Klappentext:
»Hitler hat die Mauer gebaut«, glauben Abdul und Ronnie. Esra stylt sich im Disco-Islam: rosa oder türkis mit Glitzer und natürlich Kopftuch. Und Samira, die Klassenqueen, kann sich keine Sekunde von ihrem Handy trennen und hält hyperaktive Siebtklässler in Schach. An Frau Freitags Schule geht es immer voll ab. Ihr Alltag als Lehrerin ist absurd-komische Realsatire - verrückt, anrührend und vor allem sehr lustig. Aber Frau Freitag findet: Ich habe den schönsten Beruf der Welt.


Meinung:
Der Titel sowie das Cover passen gut zum Buch, sind aber nicht total spektakulär. Vor allem den Untertitel finde ich genial. Auch der Klappentext ist total ansprechend und witzig. Bei mir hat er total Lust gemacht, das Buch zu lesen.

Die Idee finde ich wunderbar, eine Lehrerin berichtet aus ihrem Schulalltag und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

Die Umsetzung fand ich ebenfalls gut. Die Kapitel haben lustige und passende Überschriften und sind eher kurz gehalten, so dass man oft denkt, ach eins geht noch. Das komplette Buch ist in Abschnitte unterteilt wie "Den Sommerferien entgegen" oder "Nach den Weihnachtsferien". Fand ich eine sehr schöne Idee und gibt dem Buch eine super Struktur.
Frau Freitags Schreibstil ist einfach nur ein Erlebnis. Sie berichtet absolut ehrlich und teilweise auch banal über ihren Arbeitsalltag. Mir war das ganze sehr nah, da ich ja noch nicht so lange der Schule entsprungen bin. Außerdem kommt manchmal wirklich der Wunsch auf, selbst Lehrerin zu werden. (Die Überlegung hatte ich auch vorher schon mal). Insgesamt hat sie eine lustige, sarkastische Art und Weise, die Dinge zu beschreiben.
Aber genau das hatte ich auch erwartet: Humor und Sarkasmus. War auch vorhanden, dennoch hatte ich mir etwas mehr davon erwartet. Ich möchte das jetzt nicht schlecht machen. Aber wahrscheinlich hatte ich etwas zu hohe Erwartungen.
Es geht viel um Integration und Migrationshintergrund, da es einfach von Frau Freitags Schülern her so ist. Manches wiederholt sich also auch, aber mich persönlich hat es nicht gestört. Es war trotzdem absolut lustig.


Weitere Teile:
1.) Chill mal, Frau Freitag
2.) Voll streng, Frau Freitag
3.) Echt easy, Frau Freitag


Fazit:
Insgesamt ein sehr lustiges und unterhaltsames Buch über den Lehreralltag an einer Brennpunktschule. Ich konnte mich gut in die Situationen hineinversetzen und hatte genaue Bilder im Kopf. Es hat mich wirklich begeistert, aber auch etwas enttäuscht, weil ich es mir witziger vorgestellt habe. Aber es ist trotzdem total super und ich werde auch die anderen beiden Teile lesen und schauen, wie es mit Frau Freitag und ihren Schülern weiter geht.
Eine Leseempfehlung für jeden, der noch einmal die Schule miterleben möchte und das auf sehr lustige Art und Weise, bei der kein Blatt vor den Mund genommen wird und auch viel übertrieben wird!

Samstag, 17. August 2013

Rezension: Die Schmetterlingsinsel von Corinna Bomann

Klappentext:
Als ihre Ehe zerbricht, steht die junge Berliner Anwältin Diana Wagenbach völlig allein da. Im Nachlass ihrer liebsten Tante findet sie das vergilbte Foto eines verwunschenen Hauses. Davor eine junge Frau. Ist es Dianans Ururgroßmutter, die einst in Ceylon lebte? Hals über Kopf macht Diana sich auf die Suche nach ihren Wurzeln in dem fremden Land am anderen Ende der Welt. Dort stößt sie auf eine geheimnisvolle Prophezeiung, die das Schicksal ihrer Familie für immer veränderte, eine verbotene Liebe, die niemals endete, und auf ihre eigene Bestimmung ....


Meinung:
Das Cover finde ich richtig schön, so typisch für Familiensagen, mit irgendwelchen alten Gebäuden oder Landschaften, hier eine alte Treppe. Auch die Blumenranke oben gefällt mir sehr gut und passt prima zum Buch. Der Titel klingt ebenfalls wunderschön und auch er passt perfekt zum Buch, auch wenn er eher eine rationale Bedeutung hat.

Der Klappentext spricht mich sehr an, da das Familiengeheimnis angedeutet wird und die Suche nach diesem. Allerdings finde ich, dass er etwas viel verrät, das am Anfang des Buches noch überhaupt nicht offensichtlich ist, weder für den Leser noch für die Protagonistin, nämlich die Reise nach Ceylon.

Die Idee der Geschichte gefällt mir gut, auch wenn es nicht unbedingt komplett einmalig ist, aber das erwarte ich bei diesen Geschichten auch nicht. Neben dem Familiengeheimnis geht es noch um eine zarte Liebesgeschichte, die teilweise etwas offensichtlich war, eine fremde Kultur und um Tee - schwarzen Tee.
Das hat mir gut gefallen, auch wenn ich eigentlich eher selten Tee trinke. Aber jetzt kenne ich endlich den Unterschied der verschiedenen Schwarzteesorten^^ Auch der Einblick in die Kultur sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart, war klasse.

Zur Umsetzung kann ich sagen, dass sie auch gelungen ist. Die Geschichte wird meist aus Dianas Perspektive erzählt, aber auch Kapitel aus der Vergangenheit, aus Graces Perspektive, gibt es. So erfährt man die Geschichte auf zwei Ebenen, was auch typisch ist für diese Art von Buch, aber ich finde das toll, sich dem Geheimnis aktiv und passiv zu nähern.
Das Geheimnis fand ich realistisch und auch die Suche nach diesem. Es wirkte nicht zu absurd und zu schnell, wie es manchmal der Fall ist.

Der Schreibstil hat mir gefallen, da die Perspektiven sich etwas unterschieden habe. Es ließ sich flüssig lesen. Spannende Stellen waren auch recht gut geschrieben und auch eher normale Stellen habe sich nicht gezogen.

Die Personen haben mir gut gefallen. Man hat einen sehr guten Eindruck von Diana gekommen, aber auch von Grace und Victoria. Wobei ich die letzten beiden doch manchmal verwechselt habe. Jeder Charakter hatte etwas besonderes an sich und wurde so einzigartig.


Zitat:
"Höre immer auf dein Herz und folge ihm. Tust du es nicht, wirst du Unglück bringen über dich und jene, die du liebst." (S. 266)


Fazit:
Eine tolle Familensaga, mit einem schönen Geheimnis, einer realistischen Suche danach, einer netten Liebesgeschichte und Infos über Tee und Kultur. Der Schreibstil ist toll, genauso wie die Personen. Allerdings fehlte mir noch eine Kleinigkeit für 5 Wolken, also bekommt es sehr gute 4 Wolken!